Band: Praying Mantis
Titel: Sanctuary
Label: Frontiers Records
VÖ: 2009
Genre: Hard Rock, AOR
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Wer sich mit dem New Wave of British Heavy Metal befasst hat, dem sind auch die Szeneveteranen Praying Mantis nicht unbekannt. Dennoch die Band hatte schon weit vor dem Start die den Metal revolutioniert hat ihre Karriere gestartet. Weiters ist die Truppe bzw. leider dadurch bekannt das sich ehemalige Iron Maiden Mitglieder im Line Up für eine Zeit lang getummelt haben. Somit wurden sie des Öfteren von vielen als Abstellgleis für ehemalige abgetan. Sicher hat man etwas sanftere Kost für die Hörerschaft zu bieten als die eisernen Jungfrauen. Doch die Brüder Tino (guit) und Chris Troy (drums) mit spanisch/griechischer Abstammung waren schon jeher jene die, die Zügel fest im Griff hatten und durchwegs in ihrer Karriere gute Alben geschaffen haben. Seit 2003 war es etwas ruhiger um die Legende des NWOBHM geworden und der Stein kam erst 2005 im erneuerten Line Up wieder zum Rollen. Gestärkt mit einem neuen Line Up und starkem Sänger hat man nun nach fast sechs Jahren das nächste Lebenszeichen in Form von „Sanctuary“ parat. Selbiges wird via Frontiers Records am 05.06.09 in den Läden stehen und Liebhaber des Old School Metal/Rock sollten sich schon mal in die Startlöcher begeben.

Mit einer leichten Föhnwelle an Symphonic Rock startet nun „In Time“, welcher aber nach einem recht verhaltenen Teil in einen flotteren, erdigen driftet. Dort angekommen verbleibt man auch und klingt nur in den Refrainparts etwas bombastischer, was vor allem an den satten Chorrefrains liegt, für die ja die Gottesanbeterinnen bekannt sind. Der neue Fronter macht seine Arbeit außerordentlich gut und ersetzt ohne Kompromisse den von mir hochverehrten Doogie White. Im Mittelteil warten die Pioniere des NWOBHM mit einer sanften Zwischenunterbrechung auf, bevor man wieder etwas flotter rockt. Etwas klassischer und klarer wird nun von Beginn an bei „Restless Heart“ gewerkelt. Auch die flottere Eröffnung mündet in einen ruhigen, sanften Bereich. Schöne wechselnde Halbballade mit etlichen, flotteren Ausbrechern die man hier in Szene gesetzt hat. Ein räudiger Rocktrack erschallt nun an dritter Stelle, welcher sich „Tears In The Rain“ nennt. Vor allem die Seitenfraktion liefert hier des Öfteren einige rotzfreche Riffs und Breaks ab. Doch durchwegs hält man sich hier nicht auf und immer mehr bekommen klarere, als auch man glaubt es kaum modernere Elemente die Oberhand. Wobei man letztere sehr dezent eingearbeitet hat, um das Old School Feeling nicht zu gefährden. Dieser stampfende Rocktrack mit seinen sanften Allüren ist ein wahrer Hochgenuss für ältere Semester und diese werden einen Jubelgeschrei aufführen, soviel ist schon mal sicher. Mit einer Synthyeröffnung läutet die Formation nun „So High“ ein, welches von einem flotten Stilwechsel geprägt ist. Viele flottere Rockelemente hat man durch viele Chorreinlagen und Synthyspielerien zusammen gefasst. Jedoch sind Letztere nicht der Hauptbestandteil und somit rockt man nun wieder deutlich herber, mit vielen klaren Ausbrüchen. Der neu gewonnen Frontmann ersingt sich immer mehr an die Spitze und offeriert das die Gebrüder Troy mit ihm einen wahren Griff getan haben. Nach der flotten Fahrt geht es erst einmal bei „Lonely Way Home“ sehr ruhig und verträumt in Form von Flamencolastigem Gitarrenspiel zu. Erst nach und nach kommen satte Riffs im klassischen, ruhigeren Stil zum Einsatz und man verbleibt auf der bereits eingeschlagenen Schiene. Somit ist an die fünfte Stelle eine beachtliche Ballade gerückt worden, welche mit einigen kantigen Ausrutschern versehen wurde. Superbe Nummer die man bei voller Lautstärke genießen sollte, hier kann man bestens die Seele baumeln lassen. So genug geträumt mit „Touch The Rainbow“ schiebt man nun wieder temporeichere Kost nach. Viel Spielraum zum Shaken hat man hier eingeräumt und der Gesang verleiht dem Song noch die gewisse Note. Die Chöre im Refrainteil zaubern mir eine ordentliche Gänsehaut auf den Rücken und diese bleibt durchwegs und ist durch nichts weg zu bekommen. „Threshold Of A Dream“ wurde ebenfalls mit einer ruhigen Eröffnung in Form von akustischem, Flamenco lastigem Spiel versehen, dennoch haben wir es nun mit einer wahren Hymne aus dem Hause Praying Mantis zu tun. Viele schnellere Elemente vereinen sich hier mit Hymnenhaften Gitarrenspiel. Klarer, im flotten Stil wird auch hier weiter gerockt und somit steht auch einem geneigten Kopfschütteln nichts im Wege. Die nächste Hymne steht in Form von „Playing God“ ins Haus, lediglich hat man hier alles mit einer stampfenden Rhythmusfraktion versehen. Es wird immer wieder von erdigen in klare Gefilde gerockt und die amtlichen Chorreinlagen gelten auch hier als Erfolgsrezept. Habe ich schon den Sänger erwähnt? Sicher habe ich, doch man kann seine Leistung nicht oft genug erwähnen. Der ist einfach eine Goldkehle und der Gute ersingt sich immer mehr in den Rockolymp. Schöner Symphonic Rock allererster Güte steht nun mit „Highway“ ins Haus. Die sanfte Schiene wird hier gefahren und daran können auch einige erdigere Ausbrecher nichts ändern. Somit ist an die vorletzte Stelle eine verträumte Nummer gepackt worden, die man in entspannter Lage genießen sollte. Als Abschluss gibt es noch das gleichnamige Titelstück „Sanctuary“, welches eine melodisch, symphonische Rocknummer ist, die wiederum mit einigen erdigen Eruptionen versehen wurde. Dennoch der symphonische Anteil dominiert hier weites gehend das Geschehen und beschließt einen weiteren Meisterstreich der Szenepioniere.

Fazit: Sicherlich nur etwas für ältere Semester, doch für diese ist der Kauf dieses Albums die heilige Pflicht. Das Album reiht sich nahtlos in die Discographie der Gottesanbeterinnen ein und hat für meinen Teil keinen einzigen Durchhänger und sollte von vorne bis hinten durchgehört werden. Spätestens nach einem Durchlauf verlässt, soviel ist gewiss der Silberling nicht mehr so schnell den Player.

Tracklist:

01. In Time 5:19
02. Restless Heart 5:05
03. Tears In The Rain 5:01
04. So High 4:45
05. Lonely Way Home 5:34
06. Touch The Rainbow 4:06
07. Threshold Of A Dream 4:13
08. Playing God 5:37
09. Highway 4:57
10. Sanctuary 6:25

Besetzung:

Mike Freeland (voc)
Andy Burgess (guit)
Benjy Reid (drums)
Tino Troy (guit)
Chris Troy (bass)

Internet:

Praying Mantis Website

Praying Mantis @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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