Band: Pro Pain
Titel: No End In Sight
Label: Candelight/Continental
VÖ: 2008
Genre: Hardcore, Groove/Thrash Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Es gibt wenige Hard Core Metal Bands die von sich sagen können, he Leute wir waren von Anfang an dabei. Eine davon sind die New Yorker Pro Pain. Zu meiner Schande muss ich ehrlich gestehen kenne ich nur den ersten Output der sich „Foul Taste of Freedom“ nennt. Seit diesem grenzgenialen Output von 1992 haben Gary Meskil (bass & voc), Tom Klimchuck (guit), Marshall Stephens (guit) und J.C. Dwyer (drums) einige Alben eingespielt. In einen Live Genuss bin ich trotzdem gekommen. Vielleicht erinnern sich noch einige ältere Metal Fans an den lustigen Auftritt mit den Spudmonsters im Rockhouse. Die Jungs von Pro Pain bestechen nicht nur mit guter Musik die mit einigen groovigen Vibes angereichert werden, ebenfalls sind sie absolut sympathische Burschen. Davon konnte ich mich 1998 bei ihrem Auftritt in Klagenfurt überzeugen. Wenn ich mich an dieses Bild erinnere entkommt mir noch heute ein lautes Lachen. Pro Pain mit etwa 30 Soldaten beim witzeln und essen. Warum ich diese Erinnerung einwerfe nun gut damals war man als Vorband einer gewissen deutschen Band die den Namen Böhse Onkelz trug unterwegs. Was hat das Ganze nun mit den Onkelz zu tun? Ganz einfach ein gewisser Stephan Weidner hat einen Gastauftritt auf dem neuesten Machwerk das sich „No End In Sight“ nennt. Vorab kann ich schon einiges sagen. Freunde der Alben „Shreds of Dignity & Co“ werden eher enttäuscht sein, da die Cd sehr melodiös ausgefallen ist. Gut Bontempi Metal machen die Jungs keinen, aber von den Songstrukturen hat man es sehr melodisch angepackt. Nun denn genau aufgepasst was denn nun kommt.

„Let The Blood Run Through The Streets“ läutet das Album recht amtlich ein. Recht groovig geht die Nummer von Beginn an ab. Der fulminante Shouter macht auch hier eine gute Figur. Streckenweise röhrt er ordentlich ins Mikro, mit der Masse hält er sich aber noch ein wenig zurück. Die Gitarrenlinien sind schretternd und dennoch spitzen an und ab immer wieder melodiöse Parts durch. Im Gesamten macht das Stück viel Laune und lädt zum ordentlichen Abshaken ein. Meiner Meinung nach geht man hier wieder zurück in die Zeit von
„Foul Taste of Freedom“. „Halo“ ist vom Groove Faktor her dem Vorgänger sehr ähnlich, dennoch kommen die Melodiestrukturen immer mehr zum Vorschein. Eingängige Refrains laden ein zum unverminderten Mitgrölen. Bei mir hat man das binnen Sekunden erreicht. So entwickelt sich dieses Schmankerl, das eine Mischung aus Melodie, Groove und anständiger, ehrlicher Härte ist zu meinen persönlichen Favoriten. Geile Bangernummer mit viel Charme und Pfiff. Wie bereits angekündigt hat ja Stephan Weidner einen Gastaufritt auf dem Album. Dieser ist auf dem dritten Track der sich „Hour Of The Time“ nennt. Die wohl melodischste Nummer des Ganzen Albums. Mr. Weidner macht für meinen Teil eine sehr gute Figur an den Vocals, die er sich immer wieder mit Gary teilt. Man hat zwar auch hier einige bekannte Vibes zum Abshaken reingepackt, dennoch besticht man eher mit modernen, melodischen Linen. Das wird für viele alte Fans ein Schlag vors Gesicht sein. Muss aber ehrlich sagen die Nummer macht mit ihrer melodischen und modernen Ausrichtung richtig Spaß. Bestens geeignet zum Abtanzen, was vor allem den Arrangements zuzuschreiben ist, die sich oft wie Trompeten anhören, die bei den Refrains immer wieder raus stechen. Genug Melodie bekommen? Bei „To Never Return“ geht man wieder ordentlich zur Sache. Man glänzt mit viel Gefühl für groovige Elemente und der Fronter shoutet das erste Mal rauer ins Mikro. Dennoch die Melodiestrukturen werden beibehalten, vor allem beim Gitarrensound von Tom und Marshall ist das gut rauszuhören. Vom Rhythmus her erinnert mich das Stück an so manchen Dismember Kracher neueren Datums, aber nur von Rhythmus her wohl gesagt. Sehr modern mit elektronischen Arrangements beginnt nun „Where We Stand“. Man zeigt sich sehr experimentierfreudig und hat einiges zu bieten. Von schnellen Beats über groovige, schleppende Parts bis hin zu melodische Anleihen. Die klaren Vocals erinnern sehr stark an einen gewissen Serj Tankian was aber das Ganze recht breit gefächert erscheinen lässt. So bietet man eine nette Mischung aus Härte, Melodie und modernen Experimenten. So ist hier alles möglich. Ordentliches bangen, mitschunkeln und abtanzen und das alles kompakt in ein Stück gepackt. Sehr gut gelungen muss ich sagen. Bei „Phönix Rising“ hat man sich einen weiteren Gast ins Boot geholt. Rob Barrett vom Kannibalen Korps hat hier seinen Beitrag geleistet. Geile tighte Nummer, die nun mit mehr Härte und Rauheit besticht. Schretternde Gitarrenläufe rattern hier Querbeet und der Gesamtsound klingt wieder etwas kompromissloser und bekannter. „Go It Alone“ erschallt nun man glaubt es kaum fast schon ein wenig punkig. Man hat hier eine tolle Mitgrölhymne geschaffen die auf keiner Party fehlen darf. Das Ganze wurde mit einigen neueren Arrangements angereichert und so zeigen sich die Herrschaften ein weiteres mal sehr experimentierfreudig, wie Anno 92 mit „Johnny Black“. Etwas härter und rauer geht es nun bei „All Rise“ weiter. Hier röhrt der Shouter wieder amtlich dreckig ins Mikro rein. Geile Beats knallt man uns hier vor den Latz, die zum Mitbangen einladen. Mit einem Gewitterintro läutet man auch schon den nächsten Track ein. „God’s Will“ startet etwas langsamer, im Anschluss geht man aber wieder ordentlich hart und rau zu Werke. Sehr viel Groove ist hier zu verspüren und das macht viel Laune. Das man aber auch hier einige moderne Anleihen einfliesen hat lassen ist deutlich rauszuhören und die machen den Song sehr komplex und farbenbunt. Geiler Groove Metalnummer mit vielen Ideen die sie hier musikalisch umgesetzt haben. Bei „The Fight Goes On“ wir noch mal ordentlich Gas gegeben. Gute Moshpitnummer zum etwas gediegeneren Stoßen. Einige kürzere Zwischenstopps werden eingelegt, bevor man das Gaspedal wieder etwas mehr drückt. Sehr ausgewogen bohrt sich dieser Track in meine Lauscherchen. Den Abschluss des neuesten Outputs macht der Remix von „Where We Stand“. So wurden zwar doch einige Veränderungen vorgenommen, vor allem in den Shouts und Growls, aber vom Rhythmus her hat man nichts verändert. Netter Abschluss auch wenn ein weiteres selbstständiges Stück sicher wünschenswert gewesen wäre.

Fazit: Tja so hart ist mir ein Fazit noch nie gefallen. Gut also viele alte Fans werden sich mit Sicherheit vor den Kopf gestoßen fühlen. Uraltfans denen „Foul Taste of Freedom“ gefallen hat, können sich das Album mit Sicherheit zulegen. Denke mir mit den melodischen Strukturen klingt man 2008 etwas tauglicher für die Breite Masse. Mir persönlich gefällt das Scheibchen außerordentlich gut und der Output macht richtig Spaß. Bin mir sicher, dass man damit viele neue Fans hinzugewinnen wird.

Tracklist:

01. Let The Blood Run Through The Streets 02:18
02. Halo 03:17
03. Hour Of The Time (feat. Stephan Weidner) 03:54
04. To Never Return 04:48
05. Where We Stand 03:37
06. Phoenix Rising (feat. Rob Barrett) 04:11
07. Go It Alone 04:12
08. All Rise 03:01
09. God’s Will 04:10
10. The Fight Goes On 03:37
11. Where We Stand (Ream Mix) (Bonus Track) 03:34

Besetzung:

Gary Meskil (bass & voc)
Tom Klimchuck (guit)
Marshall Stephens (guit)
J.C. Dwyer (drums)

Internet:

Pro-Pain Website

Pro-Pain @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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