Tracklist
01. Memories
02. Behind The Eclipse
03. Sky Is Falling
04. And So It Goes
05. Acolyte
06. Hiding From The Light
07. Don’t Close Your Eyes
08. Neverwhere
Besetzung
Eivind Gunnesen – Vocals
Kenneth Henriksen – Guitars
Fredrik Jacobsen – Guitars
Per-Morten Bergseth – Drums
Torstein Haakafoss – Bass
Die norwegischen Progressive Metaller COURSE OF FATE kehren mit einem neuen Album „Behind The Eclipse“ zurück und versprechen, es sei „das schwerste Course Of Fate Album bis heute„.
Beeindruckender Start mit Pink Floyd Resonanzen
Akustisch und geladen mit Melancholie eröffnet das Album mit „Memories„, einem kurzen Intro – sehr langsame Musik und gesprochene Vocals. Emotionale, traurige Musik. Viel schwererer Sound kommt in „Behind The Eclipse„, immer noch langsam, die Klanglandschaft wird aber komplexer, je weiter der Song voranschreitet. Ein Sound mit vielen Einflüssen von Melodic Death Metal zu Progressive Rock und Heavy Metal, mit technischer Instrumentierung, cleanen und sehr emotionalen, aber leidenschaftlichen Vocals. Der Titelsong ist melodisch mit sehr komplexem Songwriting, mehrschichtige Musik. Eine Mid-Song-Passage bringt fast Stille – akustische Gitarre und nur Vocals, ruhig und kreiert eine traurige Stimmung. Die Lead-Gitarre bringt einen Vintage-Sound mit Pink Floyd Resonanzen in jeder Note. Eine starke Basslinie signalisiert aber die Rückkehr zu massiven Riffs, und das Ende des Songs ist schwer und viel dichter wieder, mit unvergesslichen Riffs und unbestreitbarer Power. Ein beeindruckender Start, ein Höhepunkt.
Aus Fredrikstad, Norwegen, wurden COURSE OF FATE 2003 gegründet. Gitarrist Kenneth Henriksen und Bassist Torstein Haakafoss sind als Gründungsmitglieder immer noch in der Band – ein Kern, der langsam die restlichen Mitglieder um sich versammelte: Drummer Per-Morten Bergseth, zweiter Gitarrist Fredrik Jacobsen und Sänger Eivind Gunnesen.
Simple Kompositionen mit Prog Rock Einflüssen
Noch schwerer startet „Sky Is Falling„, aber langsamer – hochgepitchte Vocals, schreiend, aber Clean Vocals in vielen Techniken. Immer noch atmosphärisch in vielerlei Hinsicht, langsames und unkompliziertes Solo, leicht anders als die für das Genre typischen. Aber sehr lang und melodisch. Ein insgesamt simplerer Song. „And So It Goes“ setzt den simpleren Ansatz fort, sehr ambient und melodisch wieder mit Resonanzen von den Prog Rock Größten. Emotional und nicht so komplexe Musik, wie man erwarten sollte – nur ein paar Explosionen von Energie erinnern den Hörer daran, dass dies ein Metal-Album ist, aber ziemlich im bereits etablierten Sound.
Die Produktion ist sehr gut, klar und sehr ausbalanciert. Jedes Instrument hat einen Platz im Rampenlicht, Vocals setzen aber eine klare Marke auf den Band-Sound. Sie schafft es, das richtige Gewicht auf die schwereren Passagen zu legen, behält aber auch die Delikatesse der atmosphärischen. Der Sound ist sehr klar und zeigt die technischen Fähigkeiten der Musiker.
Polyrhythmisch und unvorhersehbar
In „Acolyte“ halten ein schöner Bass und Klavier den langsameren Ansatz, nach der kurzen ambienten Sequenz kehrt aber die komplexere und schwerere Klanglandschaft endlich zurück. Und es klingt wirklich gut. Ein wirklich voller Sound, polyrhythmisch, unvorhersehbar, dynamisch – ein sehr guter Prog Metal Song, der mit allem kommt: komplex, technisch, episch und dennoch warm, fließende Musik. Beide Gitarren glänzen wirklich am Song, die Rhythmussektion ist auch beeindruckend, und Vocals halten die hohen Standards. Ein definitiver Höhepunkt des Albums.
„Hiding From The Light“ behält den aggressiven Ansatz, und wir bekommen hier einige geknurrte Vocals, die sehr gut zum Band-Sound passen. Immer noch mit unerwarteten Wendungen kommend, ist der ganze Sound insgesamt sehr schwer und zeigt einen wirklich aggressiven Teil der Band. Keine lineare Komposition – es gibt Wechsel in Tempo und musikalischem Ansatz, was ein gutes und dynamisches Stück macht. Nach dem Song mit den schwersten Passagen kommt aber der leichteste: „Don’t Close Your Eyes„, fast nur ein Cello und melodische Vocals – traurige und delikate Musik, leicht, einfach, melancholisch. Ein riesiger Kontrast zu dem, was die Band kann, ein zu großer Kontrast. Ein Song, der vielleicht im kompositorischen Flow des Albums irgendwie seinen Platz findet, als eigenständiger Track aber ziemlich enttäuschend – ein Tiefpunkt.
Der Abschluss des Albums kommt mit „Neverwhere„. Dieser startet mit akustischen Gitarren und einem Klavier, melodisch und leicht, ein atmosphärischer erster Teil in derselben Stimmung wie der vorherige – nicht so extrem leicht, aber immer noch übermelodisch und wieder mit klaren Resonanzen von Progressive Rock. Langsam kreieren die Instrumente einen immer schwereren Sound, sogar einige gute Riffs sind zu hören – ein Crescendo, das das ganze Album sehr gut repräsentiert.
Extreme Kontraste zwischen zwei Gesichtern
Ziemlich typischer Progressive Metal mit einem Sound, der an die Urväter des Genres erinnert, vielleicht schwerer als diese früher waren, aber auch leichter in bestimmten Passagen. Eine Musik voll von Kontrasten, von delikaten Sequenzen zu wirklich aggressiven, vielleicht zu viele Extreme – eine ganze Bruchlinie zwischen diesen. Komplexes Songwriting auf manchen Songs wechselt sich ab mit simplicem auf anderen. Alles in den Extremen.
Zu schade über die zu melodischen und emotionalen, fast ambienten Tracks, die hier und da auf dem Album kommen und dann den Sound zu lange monopolisieren. Fühlt sich an, als hätten sie ihre Power und Inspiration verloren, glücklicherweise ist die gute Musik aber immer zurückgekehrt. Dennoch eine Arbeit mit zwei gegensätzlichen Gesichtern. Tatsächlich ist es das schwerste Werk der Band, und diese Schwere passt besser zum Band-Sound. Ein wichtiger Meilenstein in der Diskografie von COURSE OF FATE, ein Album, das zeigt, wozu die Band fähig ist.
Fazit: „Behind The Eclipse“ von COURSE OF FATE verdient Lob für Schwere und technische Fähigkeiten, zu melodische Tracks schmälern aber den Gesamtimpact.

