Tracklist
01. Intro
02. Hostage
03. Cheap Food
04. Redistribution
05. Witches Rock‘n‘Roll
06. Eviscerating Surgery
07. Fight the Reaper
08. Give em Hell
Besetzung
Philip Krisch – Vocals, Guitar
Ivan Almeida – Lead Guitar
Fabian Kellermann – Bass
Nico Iserloh – Drums
TEUTONIC SLAUGHTER präsentieren mit „Cheap Food“ ihr drittes Full-Length-Album. Die Band selbst beschreibt den Stil als “Oldschool-Teutonic-Thrash-Metal direkt ins Gesicht und ohne Schnörkel”. Die Platte fungiert dabei als Bindeglied zwischen alter und neuer Besetzung und zeigt eine gereifte Band mit klarerer Ausrichtung und kraftvollem Sound.
Reife Ausrichtung zwischen Tradition und Neuanfang
Ein cineastisches Intro führt in die Geschichte des Albums ein. „Intro“ klingt wie ein nüchterner Polizeibericht, ein vorgelesener Text, trocken, aber funktional, da der thematische Hintergrund sofort klar wird. Sobald jedoch „Hostage“ einsetzt, entfesselt sich aggressiver Thrash Metal klarer Oldschool-Prägung mit massiven NWOBHM-Einflüssen. Wuchtige Riffs, hohe, kehlige Schreie und Gangshouts im Refrain bestimmen das Bild. Wütend, intensiv und im Uptempo gehalten – klassischer, schlagkräftiger Thrash Metal.
TEUTONIC SLAUGHTER stammen aus Gladbeck in Nordrhein-Westfalen und sind ein Oldschool-Thrash-Metal-Quartett, gegründet 2012 von Bassist Fabian Kellermann und Gitarrist/Sänger Philip Krisch aus einem Schulprojekt heraus. 2023 kam es zu einem wichtigen Line-up-Wechsel: Ivan Almeida übernahm die Leadgitarre, Nico Iserloh das Schlagzeug. Für die Backing Vocals unterstützten unter anderem Marius Wegener (Smorrah), Robert Gornella (ex Assassin, Raging Rob) und Jörg Juraschek (Warrant) das Album.
Riffgetriebene Dynamik und technische Akzente
Der Titelsong „Cheap Food“ beginnt langsamer, mit einfachen, aber effektiven Riffs, bevor technisches Shredding das Tempo deutlich anzieht. Der Song wirkt technisch anspruchsvoller, die Vocals wechseln zwischen Schreien und Shouts, die melodische Linie bleibt simpel, transportiert aber viel Energie und Dynamik. Die Oldschool-Atmosphäre bleibt erhalten, die Gitarrenarbeit ist durchgehend beeindruckend. Ein atmosphärischer Abschnitt mit progressiverer Struktur verleiht dem Stück zusätzliche Tiefe. Aufgewühlt und aufrührerisch – ein Track mit roher Energie und direktem Thrash-Ansatz.
Die Produktion überzeugt durch Ausgewogenheit und Detailtreue. Der Sound ist dicht und voll, ohne die Aggressivität der Musik zu verlieren. Die technischen Fähigkeiten der Band werden durch Mix und Produktion gut hervorgehoben, wobei der Schwerpunkt klar auf den Gitarren liegt. Sowohl Lead- als auch Rhythmusgitarre liefern starke Leistungen ab. Die Vocals transportieren die nötige Wut, während die Rhythmussektion etwas zurückhaltender bleibt, ihre Aufgabe aber solide erfüllt.
Ein scharfes Solo leitet „Redistribution“ ein und öffnet den Song in eine komplexere Klanglandschaft. Verflochtene Gitarren sorgen für eine sehr dichte Instrumentierung, auch der Bass trägt hörbar zum Gesamtbild bei. Trotz der erweiterten Struktur bleibt der Song eine ehrliche Demonstration geradlinigen Thrash Metals. Kein klassischer Mitgröhl-Refrain, dafür ein guter Headbanger mit roher Energie, stampfenden Riffs und einem langen, gequälten Solo.
Spielfreude, Tempo und dramaturgischer Ausklang
Mit dem Titel „Witches Rock’n’Roll“ wird ein stärker rhythmisch geprägter Song angedeutet, und genau das liefert der Track. Eine einfache, eingängige Melodie trifft auf einen leicht karnevalesken Unterton, passend zur Hexenthematik. Die Vocals sind deutlich theatralischer, Krisch schlüpft hörbar in eine Rolle und sorgt so für eine dramatischere Gesangsleistung. Gutes Tempo, galoppierende Riffs und eine überzeugende Gesamtwirkung – ein Song, der auch ein Schmunzeln beim Hörer hinterlässt.
In ähnlichem Geist geht es mit „Eviscerating Surgery“ weiter. Der Track spielt mit Tempowechseln, integriert langsamere, melodische Passagen und setzt auf einen präsenten Bass sowie eine adrenalingeladene, rücksichtslose Atmosphäre. „Fight the Reaper“ überzeugt erneut durch markante Basslinien, leidenschaftliche Schreie und ein rasendes Tempo, ergänzt durch unheimliches Gelächter, das dem Song eine aggressiv-bedrohliche Dynamik verleiht.
Der Abschlusstrack „Give ’em Hell“ setzt entschlossen, aber langsamer an. Ein letztes starkes Solo und eine finale Riff-Attacke sorgen noch einmal für energiegeladene Momente. Die repetitiven Akkorde sind melodisch, die Shouts wütend. Die cineastischen Schlussmomente verlieren jedoch etwas an Druck, wodurch das Album eher introspektiv und mit gedämpfter Wirkung endet.
Bewährte Thrash-Formel mit hohem Spaßfaktor
Keine Revolution im Thrash Metal, aber ein unterhaltsames und durchweg solides Album mit konstant guten Riffs, ohne unnötige Überkomplexität. Dynamische, unerbittliche Riffs, giftige Vocals und eine rebellische Haltung prägen „Cheap Food“. Manchmal ist es sinnvoller, nicht zwanghaft nach Originalität zu suchen, sondern funktionierende Elemente überzeugend umzusetzen – und genau das gelingt TEUTONIC SLAUGHTER.
Wer nach treibendem, geradlinigem Thrash Metal sucht, findet mit „Cheap Food“ genau das. Ein vertrautes Klangbild, das klassische Genre-Elemente nicht überlädt, sondern gezielt einsetzt. Ein Album, das Fans des Genres mehrere Durchläufe wert ist und Liebhaber rhythmusbetonten Metals zuverlässig bedient.
Fazit: TEUTONIC SLAUGHTER liefern mit „Cheap Food“ klassischen Old-School-Thrash mit starken Riffs, viel Energie und direkter Attitüde – ein kurzweiliges Album.

