Sabaton -The Great War

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Band: Sabaton
Titel: The Great War (History Version)
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 19/07/2019
Genre: Power Metal
Bewertung: 3.5/5

Über wenige Bands wird so viel und leidenschaftlich gelästert wie derzeit über SABATON. Und wenige sind – kommerziell gesehen – so erfolgreich. Für mich selbst waren die Schweden um Joakim Broden bisher unter der Rubrik HAMMERFALL („nett, ok, nicht zwingend“) abgelegt. Die Kritik an der Band geht dabei allerdings teilweise so weit, die Band wegen ihrer kriegshistorischen Texte in ein verdächtiges Licht rücken zu wollen. Meine Haltung: Das ist Hypermoral pur, mit ziemlich ähnlichen Argumenten, die Spießer schon in den 80ern gegen unsere Musik ins Feld brachte. Sozusagen aus Protest habe ich deshalb kürzlich mein erstes SABATON-Album erstanden, nämlich „The Last Stand“. Und wie es der Zufall will, wird mir bald darauf der Nachfolger in die Review-Box gelegt. Das langweilige Vorgängeralbum darf sich nun also wenigstens als Vergleichsbasis nützlich machen.

„The Great War“ erscheint in einer regulären als auch in einer History Version mit erzählender Einleitung. Letztere lag mir zur Rezension vor. Ich finde die Erzählparts persönlich ganz nett, zumal die Dame nie allzu lange redet und diese kleinen Einleitungen irgendwie Stimmung machen. Bei mehrfachem Abspielen könnten die Erzählungen allerdings nerven, da sie keine separat anspielbaren Tracks darstellen, und damit auch nicht zu überspringen sind. Der ein oder andere Voll-Fan wird dann wohl die reguläre als auch die History Version haben wollen. Da rollt dann sicherlich der Umsatz im Hause Nuclear Blast.

Kommen wir also zur eigentlichen Musik von „The Great War“. Das Thema Erster Weltkrieg finde ich, im Rahmen eines Power Metal Albums, gut umgesetzt. Ein bisschen Geschichte, verpackt in schnell und leicht mitzusingende Songs mit einfachen Reimen – das haben für den Teutonen Heavy Metal ja bereits GRAVE DIGGER mit „Tunes Of War“ und „Knights Of The Cross“ vorzelebriert.

Eingängigkeit und flüssiges Songwriting, sind die Stärken der Band. „Seven Pillars Of Wisdom“, „82nd All The Way“, „Fields Of Verdun” oder eben der Titelsong „Great War” sind unbestreitbar starke Tracks, wie sie der Vorgänger „The Last Stand“ nicht hatte.

Trotzdem ist mir auch das aktuelle Opus der Schweden zu glattpoliert und zu schwach im Gitarrensound. Zu dominant dichtet das Keyboard jede Kante mit Watte ab. Die Strophe eines an und für sich starken Songs wie dem bereits erwähnten „82nd All The Way“ gerät dadurch ganz klar in Schlagergefilde. Mit dem irgendwie knödeligen Gesang des Joakim Broden werde ich sowieso nie warm werden, aber das ist absolute Geschmackssache.

Fazit: Die eigentlich starken Songs sind zwar leider aller Ecken und Kanten beraubt, so dass streckenweise die Schlagergefilde berührt werden. Unterm Strich werden SABATON von ihren Fans aber wohl genau dafür geliebt. Diese dürfen sich sodann über ein deutlich stärkeres Album freuen, als es das völlig belanglose „The Last Stand“ war.

Tracklist

01. The Future of Warfare
02. Seven Pillars of Wisdom
03. 82nd All the Way
04. The Attack of the Dead Men
05. Devil Dogs
06. The Red Baron

07. Great War
08. A Ghost in the Trenches
09. Fields of Verdun
10. The End of the War to End All Wars
11. In Flanders Fields

Besetzung

Joakim Brodén (Vocals & Keyboards)
Pär Sundström (Bass)
Chris Rörland (Guitar)
Tommy Johansson (Guitar)
Hannes Van Dahl (Drums)

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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