Band: Tankard
Titel: Vol(l)ume 14
Label: AFM Records
VÖ: 2010
Genre: Thrash Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Nach 30 Jahren auf dem Buckel und mit viel Spacebier getankt könnte man schon glauben die Thrash Matadoren Tankard hätten genug, oder es gäbe auch Abnützungserscheinungen. Nein die Jungs wollen von alledem nichts wissen und mit „Vol(l)ume 14“ legt man nun Album Nummer 14 nach (äußerst treffender Titel will ich meinen). Bier- und Saufhumor im Wirtshausniveau ist auch wieder einmal Hauptkonzept des Silberlings. Tja was sollten die Frankfurter Thrash Suffköppe auch anderes machen. Mit diesem Stil haben sie ihre Karriere, als auch viele Fans in den letzten Jahren geprägt. Von vielen hochverehrt schwankt aber auch immer das Damokles Schwert zwischen Niveaulosen und sinnlosen Alkohol-Assoziationen über ihnen. Eines muss man aber Truppe immer noch zugutehalten, man hat Thrash Granaten mit Partycharakter geschaffen und so schnell macht ihnen das keiner nach.

Es scheint bei vielen alten Thrash Helden der Geschichte mittlerweile schon in Mode gekommen zu sein ihre neuesten Alben mit sachten Melodieeingängen zu versehen. Auch Tankard zehren von diesem Elemente zu Beginn von „Time Warp“. Diese begonnen Linie verfolgt man bis gut 1:35 Minuten lang durch. Dann greift man aber wie von den Thrash Köppen gewohnt dreckig – holzig durch. Circle Pit lastige Rhythmen bläst man uns mit eher gemäßigtem Tempo um die Ohren. Der Melodieanteil wird aber auch weiterhin recht groß und gönnerisch eingesetzt. Durchaus guter Einfall der eine breitere Klientel an Thrash Fans vor den Player zerren könnte.

Auch das nun folgende „Rules For Fools“ kommt leicht melodiös angehaucht. Allerdings schwindet diese Technik und muss einer sehr ruppigen Thrash – Groove Breitseite weichen. Ungeschliffener und deutlich authentischer wirkt das Stück dadurch. Eine Kurskorrektur die man nicht gänzlich vollführt und auch immer wieder gut situierte Melodielinien hervorzaubert.

Eine kräfteschnaubende, stampfende Thrash Bestie humpelt mit „Fat Snatchers (The Hippo Effect)“ daher. Rotzig und rau greifen die Frankfurter hierbei durch und nach dem etwas längeren Eingang donnert man wieder beherzter und fetziger weiter. Mit viel Fun und Spaß wurde der Track gespickt und das passt wie die Faust aufs Auge.

Rollende Weiterführung wird mit „Black Plague (BP)“ vollzogen. Bretternd und messerscharf ackert man sich hier durchs Geschehen und steigert das Hörvergnügen mit knallenden Chorshouts ungemein. Weiterhin baut man wieder auf schroffere Klangkunst die der Band eindeutig besser stehen.

Wieder deutlich melodiöser ausgerichtet wird nun das speedige „Somewhere In Nowhere“ im shakigen Thrash Rhythmus nachgeschoben. Die Melodien gelten abermals eher als Abrundung, denn der Hauptanteil ist hierbei wieder sehr rau und rotzig ausgerichtet worden. Die steten Tempowechsel zwischen fetzig und galoppierend zünden wie eine Ladung Dynamit und jagen einen beim Zuhören richtig gehend hoch.

Mit einen Old School lastigen Eingang versüßt man dem geneigten Thrash Fan den Eingang von „The Agency“. Dunkel – bedrohliches Startkonzept das zu gefallen weiß. Erst nach und nach lässt man die Thrashtriebwerkstufen zünden. Dann brettert die Mannschaft aber in gewohnter räudiger – dreckiger Manier weiter.

Mit shakigen Klängen wartet man nun bei „Brain Piercing Öf Death“ auf. Durch die Bank drückt man gut auf die Tube und hechtet mit viel Tempo dahin. Zum schweißtreibenden Circle Pit Tanze laden uns hierbei die Burschen ein und dem folgt man nur zu gerne.

Sachte wird nun „Beck’s In The City“ eingeläutet und im Hintergrund macht sich schon die Rhythmusfraktion als wutentbrannte Furie bemerkbar. Sofort überspringt selbige die Barrikaden und agiert im rumpeligen – groovenden Konzept weiter. Saufsong mit einer steifen Thrashmarke wie ihn der Old School Tankard liebt und verehrt.

Auch das nachgeschobene „Condemnation“ wird sehr verhalten begonnen. Auch hier kann man sich sicher sein das man nicht lange auf die Frankfurter Thrash Helden warten muss. Mit vielen speedig – brettenden Soundfragmenten befeuert man uns quer durchs Stück. Abgerundet wird dies nur durch leichte – hymnische Chorshouts. Weiterhin baut man auf altbewährtes und das wieder erneut den traditionellen Fan dieser Truppe erfreuen.

Zu guter Letzt wird „Weekend Warriors“ mit einer erneuten stampfenden – rotzigen Runde begonnen. Sehr ruhig ist hierbei vorerst die Weiterführung geprägt. Klingt wie nicht wie ein Krieger, eher wie ein Suffkopf der ein hartes – langdurchzechtes Wochenende hinter sich hat und sich ihm der Kopf dreht. Doch wird auch zum Schluss kräftig in die Eisen getreten und man brettert somit schlussendlich wieder temporeich dahin.

Fazit: Tankard scheinen genauso wie Sodom und Destruction Anno 2010 deutlich ausgereifter rüber kommen zu wollen. Gelingt ihnen auch und mit viel Verstand bewahrt man sich zwar einerseits die traditionelle Schiene, fährt aber auch kleine Veränderungen auf die das Konzept sehr gut bereichern. Wenn so die Thrash Geschichte der alten Helden 2010 bzw. 2011 weiter gefahren wird, mir kann es nur recht sein.

Tracklist:

01. Time Warp 6:01
02. Rules For Fools 3:55
03. Fat Snatchers (The Hippo Effect) 5:12
04. Black Plague (BP) 4:24
05. Somewhere In Nowhere 4:09
06. The Agency 5:04
07. Brain Piercing Öf Death 4:20
08. Beck’s In The City 3:29
09. Condemnation 6:23
10. Weekend Warriors 7:25

Besetzung:

Andreas „Gerre“ Geremia (voc)
Andy Gutjahr (guit)
Frank Thorwarth (bass)
Olaf Zissel (drums)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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