Band: The Bereaved
Titel: Daylight Deception
Label: Vic Records
VÖ: 2009
Spielart: Melodic Death Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Wem die neue Ausrichtung der letzten beiden Soilwork Alben ein Dorn im Auge war und ein großer Fan von „Natural Born Chaos“ bzw. „Figure Number Five“ ist, für den dürften The Bereaved genau der richtige Ersatz sein. Travis Neal (guit), Henrik Tranemyr (guit), Per Bergquist (guit), Mikael Nilsson (bass), Tony Thorén (keys) und Tobhias Ljungv (drums) werkeln aber ebenfalls schon seit 1998 an ihrer Musik, wobei diese Landsmänner aber bis dato nur das Glück hatten erst mit einem Langeisen anzurücken. Mit Vic Records verstärkt hat man den Nachleger des Debüts in Form von „Daylight Deception“ aus dem Hochofen geholt und dieser hat es gehörig in sich.

Bester Götehborg Death Stahl erschallt bei Track Nummero Uno aus den Boxen. „Alter the Image“ heißt der Song und gibt authentisch schwedischen Melodic Death Metal mit modernem Schlag wieder. Wie eingangs erwähnt sind die Parallelen zu ihren Landsmännern nicht unbegründet. Ich höre sie schon die Unkenrufe, muss aber sagen liebe Gemeinde lasst euch keinen Bären aufbinden, diese Jungs machen jetzt zwar nichts Neues, doch was hier aus den Boxen dröhnt ist genau das was man als Götheborg Death Metal Fan verlangt und von vielen enttäuschenden Abklatschen der Großen in diesem Genre nicht geboten bekam. Viel Dampf wird hier gemacht und das mit viel Tempo und diesen extravaganten, lang gezogenen clear Gesängen die man eben so liebt. Ruhig und beschaulich ist die Einleitung von „Heartlight Signal“ ausgefallen. Die Ruhe währt aber nicht von langer Dauer und so steuern die Ikea Metaller wieder härtere, temporeichere Gefilde an. Die Herrschaften versuchen hier etwas mehr die modernen Elemente in den Hintergrund zu rücken und dafür mehr die klassischen Melodic Death Elemente nach vorne zu rücken. Gelingt ihnen auch sehr gut, wobei man sich mit etlichen symphonischen Klangbeiträgen bedient, die das ganze in diesen Passagen etwas monumentaler wirken lassen. Wieder ein Schritt in die moderne Melodic Death Ecke wagt man mit „Shelter through Severance“. Eine bretternde und dennoch groovende Nummer die man hier in Szene gesetzt hat. Dafür kommt der Melodic Faktor etwas mehr ins Hintertreffen, selbigen holt man hier nur mit einigen Keyboardpassgen wieder hervor, somit dominieren bretternde, groovende, als auch moderne Härte gleichermaßen. Die bereits eingeschlagene Schiene findet nun bei „Freezing the Blood“ die Weiterführung, wobei man aber hier auf satte, symphonische, als auch melodische Refrainpassagen achtet die man mit etwas Chorlastigen Gesängen verfeinert hat. Somit geht die bretternde, harte Fahrt weiter und zu dieser kann man ordentlich abgehen, soviel ist gewiss. Ein modernes, melodisches Soundbild dient nun bei „An Inconvenient Lie“ als Ablöse. Diese ist sang und klanglos geglückt und man zeigt sich erst einmal von der melancholisch, sanften Seite. Doch mit dem einsetzenden Gebrüll des Fronters wird hier ein guter Zwiespalt geboten der sich äußerst lecker anhört. Genug fürs Gemüt, bei „Skeleteen“ werden wieder Nägel mit Köpfen gemacht. Man versprüht hier eindeutig mehr die rohe Härte und nur die Gitarrenfraktion versorgt unser Gehör mit etlichen Melodiepassagen. Im Grunde genommen brettert die Fraktion hier ein flottes, harte Grooveprogramm das sich im Gehörgang festsetzt. Deutlich speediger findet man die Fortsetzung bei „Zero of the Day“. Kleine orchestrale Einspielungen hat man sehr dezent in Hintergrund eingebaut, denn im Vordergrund wird weiterhin die harte Sau rausgelassen und gebrüllt was das Zeug hält. Gute ausgewogene Mischung, wobei etliche Speedausbrüche noch mehr Dampf machen, bevor man in den bretternden Gesamtrhythmus zurück findet. Die rohe ungeschliffene Härte knallt man uns mit „Imprint of a Star“ um die Ohren. Groovende Granate die Flächendeckend einschlägt und nur Schutt und Asche zurück lässt. Sanfte Zwischengesänge, mit Synthyspielereien versuchen zu besänftigen, doch die anfangs gestartete Wutentbrannte Gefühlslage wird weiterhin vollends rausgelassen. Sehr sanft und symphonisch ist die Eröffnung von „Cold December Day“ ausgefallen. Wobei man sich hier nicht lange aufhält und wieder schwerere Geschützte aufgefahren werden. Dennoch man hat hier eine kompakte Mischung aus rauer Härte und Melodie gefunden, wobei beide Elemente gleichermaßen und berechtigt zum Einsatz kommen. Als Abrundung knallt man uns den rauen Härtebolzen „Parasitic Sleep“ vor den Latz. Donnernde Nummer mit einigen Grooveinschüben. Dadurch wurden die Melodielinien fast komplett außer acht gelassen und man klingt dadurch sehr roh und ungeschliffen.

Fazit: Superber Melodic Death Metal aus Schweden der an alte Glanztage des Götheborgsound erinnert. Fans der älteren Tracks von Soilwork und vor allem Fans des Albums „Natural Born Chaos“ müssen dieses Album unbedingt antesten. Suchtfaktor: SEHR GROSS!!

Tracklist:

01. Alter the Image 03:51
02. Heartlight Signal 03:02
03. Shelter through Severance 03:10
04. Freezing the Blood 05:15
05. An Inconvenient Lie 02:35
06. Skeleteen 03:08
07. Zero of the Day 03:50
08. Imprint of a Star 02:17
09. Cold December Day 03:40
10. Parasitic Sleep 03:50

Besetzung:

Travis Neal (guit)
Henrik Tranemyr (guit)
Per Bergquist (guit)
Mikael Nilsson (bass)
Tony Thorén (keys)
Tobhias Ljungv (drums)

Internet:

The Bereaved @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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