Band: The Project Hate MCMXCIX
Titel: Lustrate Process
Label: Vic Records
VÖ: 2009
Spielart: Industrial Death Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Diabolischen Industrial Death Metal habe ich heute mit The Project Hate MCMXCIX aus Schweden für euch parat. Für all jene die mit christlichem Schnick Schnack kein auskommen haben, werden mit dieser Truppe ihre helle oder besser gesagt dunkle Freude haben. Jörgen Sandström (vco), Jonna Enckell (voc), Lord K. Philipson (guit, bass, programming), Anders Bertilsson (guit) und Thomas Ohlsson (drums) ballern uns mit ihrem antichristlichen Death Metal einen gehörigen Bolzen um die Ohren, welcher mit etlichen Beschwichtigungen seitens Jonna bzw. etlichen Arrangements verfeinert wurde. „Lustrate Process“ nennt sich das nunmehr siebte Langeisen welches via Vic Records zu haben ist.

Recht monumental wird das Album mit „Descend Into The Pits Of Eternal Possession“ eröffnet. Satte 12:55 Minuten Spielzeit hat man sich hier eingeräumt die man vollends ausnützt. Wenn man vielleicht glauben mag bei so einer langen Spielzeit vergeht die Zeit langsam der Irrt. Durch viele Ideen und Experimente die man immer wieder brutal auseinandernimmt klingt die erste Nummer äußerst interessant und man fragt sich immer was wohl als nächstes an der Reihe ist. Somit ist diese dunkle Death Metal Oper ein wahrer Hörgenuss den man Note für Note genießen sollte. Mit „You Come To Me Through Hell“ schiebt man uns gleich den nächsten Härtebolzen in den Rachen. Wohlgemerkt hat man hier mehr den härteren Bereich für sich entdeckt und dieser wird mit erstklassigen Riffs und Solis verfeinert. Die sanften Unterbrechungen mit der Frontdame gehen einem nicht auf die Eier, vor allem weil Mrs Enckell nicht einen auf Soprano oder Singnachtigall macht. Nein eher im mittleren Bereich zeigt sie hier ihre Gesangskünste und versüßt uns so unser Düsterherz. Deutlich orchestraler und bombastischer geht es nun mit „See The Filth Become Flames In This Furnace“ weiter. Die Frontdame dominiert hier weites gehend das Geschehen und wird von ihren männlichen Kollegen im besten Bretterstil begleitet. Doch auch der Grunzkamerad darf hier wieder sein böses Spiel treiben. Das gewisse etwas sind die geilen Doomriffs die man immer wieder vom Stapel lässt. Eine durchwegs breitgefächerte Linie wird hier geboten und so kommen alle zum Zuge gemäßigte, als auch bretternde Rhythmusfreaks bekommen hier ein sehr leckeres Menü geboten, welches man mit etlichen Synthy als auch bombastischen Arrangements angereichert hat. Sehr düster und schaurig, mit klassischem Klavierspiel dient bei „Our Wrath Will Rain Down From The Sky“ als Eröffnung. Doch nach etlichen Sekunden steuert man, wenn auch kurzzeitig gemäßigte Tempogewässer an. Im sehr groovigen Bretterstil wird hier weiter musiziert und die klassischen Bombastarrangements hat man hier fast komplett über Bord geworfen. Somit klingt das ganze etwas ungeschliffener und wird nur durch einige Verzerrungen, mit einem gewissen progressiven Touch lückenlos geschlossen. Superbe Mischung mit vielen Rhythmuswechseln die uns hier die Schweden vorsetzen, doch solle man sich hüten den Jungs einen überladenen Sound unterzujubeln. Zu keinem Zeitpunk wird der Bogen überspannt. Auch wenn man niemals unter eine Spielzeit von unter sieben Minuten kommt. Mit einer Solieröffnung wird uns nun „The Locust Principles“ in den Rachen gestopft, welches eine donnernde, galoppierende Speednummer ist, welche man mit etlichen Thrash als auch Bombastanleihen verfeinert hat. Vor allem durch die guten Thrash Metal Rhythmen die man hier nahtlos mit dem herkömmlichen Gesamtsound verbunden und durch die Bombastschiene entpuppt sich dieser Hammerschlag zu meinem persönlichen Favoriten. Wie ein startendes Triebwerk geht es nun mit „Arise To His World Of Infamy“ erst nach und nach zündet man die Stufen und die Thrashigen Gefilde und die Soundausrichtung vom Vorgänger hat man fast ähnlich, wenn auch rauer beibehalten. Dadurch klingt der Track etwas roher und ungeschliffener und macht ebenfalls viel Laune. Das besondere etwas sind auch hier die Brücken die man Nahtlos zwischen lieblichen Soundspielereien, Thrash Metal und Death Metal geschaffen hat. Zu guter letzt steht noch „The Burial Of Gods“ auf dem Speiseplan, welches mit einer Industrial – modernen Sounderöffnung versehen wurde, bei der die Frontdame erst einmal das Geschehen dominiert. Etwas mehr in die Göteborgschiene versucht man im Anschluss zu drängen, obwohl man hier nicht von einer eindeutigen Ausrichtung sprechen sollte. Dennoch sind doch einige Eckpfeiler diese Death Metal Sounds zu erkennen. Freunde von Herrn Van Drunen (Asyphyx und Hail of Bullets) wird sein Gastspiel hier erfreuen, bevor man nach dem melodischen Mittelteil zum finalen Endschlag ansetzt.

Fazit: Geiler Opus den man sich mal zu Gemüte führen sollte, jedoch beim Reinhören sollte man sich viel Zeit lassen, denn fürs schnelle Gehör sind diese schwedischen Vertreter nicht gedacht. Unbedingte Anspieltipps sind Track Nr. 5 und 6, bei denen man die Anlage vollends aufdrehen sollte.

Tracklist:

01. Descend Into The Pits Of Eternal Possession 12:55
02. You Come To Me Through Hell 08:55
03. See The Filth Become Flames In This Furnace 08:20
04. Our Wrath Will Rain Down From The Sky 08:36
05. The Locust Principles 09:09
06. Arise To His World Of Infamy 09:41
07. The Burial Of Gods 07:01

Besetzung:

Jörgen Sandström (voc)
Jonna Enckell (voc)
Lord K. Philipson (guit, bass, programming)
Anders Bertilsson (guit) und Thomas Ohlsson (drums)

Internet:

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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