Auch wenn das letzte Album schon fast 1,5 Jahre auf dem Markt ist, war der einzige Österreich-Termin der holländischen Symphonic Metaller von Epica im Salzburger Rockhouse natürlich ein guter Grund um sich mal mit dem Gitarristen und Sänger Mark Jansen zu unterhalten.

Danke, dass du dir so kurz vor der Show noch Zeit für ein Interview nimmst. Ihr seid ja jetzt seit ca. 3 Wochen unterwegs, wie läuft es bisher so?

Ja es läuft sehr gut, wir wussten zwar zuerst nicht, was wir von der Tour erwarten sollten, da wir mehr im osteuropäischen Raum und am Balkan unterwegs waren, aber es war bisher wirklich sehr gut. Jetzt kommen wir dann eher in den familiären Raum mit dem Konzert heute in Österreich und morgen in Deutschland, dann ist es aber eh schon bald vorbei und wir können wieder nach Hause um zu relaxen.

Es ist ja heute die einzige Show in Österreich, was erwartet ihr euch so vom Publikum und der Show?

Mit den Österreichern ist es eigentlich immer ein Spaß, das letzte Mal in Österreich glaub ich war Wien, aber das ist ja doch eine größere Distanz, da kann das Publikum schon mal ganz anders sein, ich habe keine Ahnung.

Warst du schon mal hier?

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in der Stadt schon mal gespielt habe, maximal ein Festival in der Nähe, aber sonst ist München nicht so weit.

Würdest du sagen, dass es auf der Tour bisher eine wirklich gute oder wirklich schlechte Show gegeben hat?

Alle Shows waren außergewöhnlich. Ich kann jetzt nicht sagen, dass es eine beste gab. Ich meine manchmal gibt’s schon Shows wo wirklich alles schief geht, zum Beispiel dein Equipment funktioniert nicht. Wir hatten auch etwas Pech mit dem Wetter bei einer Show in der Türkei, das war ein Open Air und es hat einfach nur geregnet.

Open Air im März?

Oh ja, in der Türkei ist ja im März auch gutes Wetter, den Tag vielleicht mal ausgenommen, aber die türkischen Fans sind sehr fanatisch, denen war das doch sehr egal, es waren doch ca. 1300 Leute dort. Wir hatten wirklich Glück dass unser Equipment alles ausgehalten hat weil das Dach sehr undicht war und mit dem Wind ist der Regen doch auch sehr stark auf die Bühne gekommen.

Coen hat euch ja bei einigen Terminen im Jänner nicht begleitet, ist er jetzt wieder dabei?

Ja er ist wieder mit uns unterwegs, er war zu Hause weil er Vater wurde.

Sein Ersatz war ja Oliver Palotai, warum fiel die Wahl gerade auf ihn?

Das ist ganz einfach, er ist ja der Freund von Simone, da gibt es eigentlich gar keine einfachere Wahl als ihn. Er ist ein außergewöhnlicher Musiker und wir würden auch erst anfangen einen anderen zu suchen, wenn er auch keine Zeit hätte. Er war ja schon auf 2 oder 3 Touren mit uns unterwegs, so ist er für uns schon fast wie ein siebtes Bandmitglied.

Ihr seid ja schon für ein paar Festivals bestätigt, würdest du sagen, dass du lieber auf Festivals spielst oder doch lieber kleine Clubs wie heute?

Also im Winter spiele ich lieber Clubs, im Sommer lieber Festivals. Es ist ja auch so, wenn du viele Club-Shows spielst, kannst du es kaum mehr erwarten, auf einem Festival zu spielen, wenn du Festivals gespielt hast, kannst du es kaum mehr erwarten in den Clubs aufzutreten, das ist einfach ein kontinuierlicher Prozess.

Gibt es eigentlich zu den bisher veröffentlichten noch ein paar die dazu kommen?

Es gibt noch ein paar für die wir schon bestätigt sind, wir dürfen aber noch nichts darüber sagen, bevor die Festivals das nicht selber angekündigt haben. Es werden aber doch noch 6 oder 7 Festivals kommen.

Ihr habt ja auch am 70000 Tons of Metal gespielt, wie kann man sich das Festivals so vorstellen, erzähl uns mal was darüber.

Als wir das erste Mal davon gehört haben, haben wir schon gedacht, dass es einfach nur ein Scherz ist und es wirklich nie stattfinden wird. Ja es hat dann doch stattgefunden und es war einfach ein einzigartiges Erlebnis. Es gibt zwar für die Veranstalter sicher noch ein paar Dinge, die man besser machen kann, aber das ganze Konzept funktioniert wirklich gut. Wenn sie uns nochmal fragen würden, also ich wäre sicher wieder dabei, ich hatte nämlich wirklich 4 schöne Tage, die Fans haben auch die Privatsphäre der Musiker geschätzt, einige Kollegen waren da ja skeptisch, aber es hat wirklich gut geklappt.

Alles hat ja scheinbar nicht geklappt, ich habe gelesen, dass es nicht genug Bier gegeben hat.

Naja, ich hatte damit kein Problem, man kann ja auch ohne Bier Spaß haben, es hat ja auch noch Cocktails gegeben, ich hab es eigentlich auch gar nicht so gemerkt. Es geht ja nicht immer nur um Bier.

Für manche Leute wahrscheinlich schon.

Ja, es hat teilweise schon wie ein deutsches Bier Festival gewirkt, es waren einfach viele Deutsche an Bord und die haben doch sehr viel Bier getrunken.

Euer letztes Album – Design Your Universe – ist jetzt schon gut 1,5 Jahre auf dem Markt, wie zufrieden bist du mit dem Album, wie war so die Resonanz der Fans und der Presse?

Die Leute waren eigentlich sehr enthusiastisch, die Fans haben auch gesagt, dass es bisher unser bestes Album ist, also ist der Druck schon etwas da etwas neues zu machen.

Arbeitet ihr schon daran?

Ja, wir haben schon 12 – 13 Songs dafür.

Wisst ihr auch schon wann ihr aufnehmen und veröffentlichen werdet?

Aufnehmen werden wir Ende Sommer, dann wird die Veröffentlichung wohl Anfang 2012 sein, März 2012 eventuell.

Mit welchen Produzenten habt ihr Design Your Universe aufgenommen? Wird das Neue wieder mit ihm sein?

Es war wie schon bei allen unseren Alben Sascha Paeth.

Warum genau er?

Weil er einfach der Beste ist. Er kennt uns schon sehr gut und er hat auch einen guten Riecher wenn es darum geht ob etwas gut oder noch nicht gut genug ist. Er ist immer motiviert um 100% aus den Produktionen herauszuholen, er hat also alles was ich bei einem Produzenten brauche. So lang er mit uns arbeiten will und so motiviert ist, habe ich eigentlich keine Lust da zu wechseln.

Hattet ihr eigentlich Gastmusiker auf dem letzten Album?

Ja, Tony Kakko von Sonata Arctica war dabei.

Wie schaut’s beim neuen Album aus – ist da schon was geplant?

Nein, da ist noch nichts geplant, aber wir werden darüber nachdenken. Wenn ein Song nach einem Gastmusiker schreit, dann werden wir auch versuchen, dass wir den passenden bekommen.

Denkst du da schon über Namen nach?

Naja, der Sänger von Opeth wäre super, wir haben ihn auch schon dreimal gefragt, aber es hat einfach nie geklappt. Vielleicht klappt es ja dieses Mal.

Wie funktioniert eigentlich das Songwriting bei Epica? Wer schreibt die Songs, die Texte?

Wir verwenden eigentlich alles, was so von den einzelnen Musikern beigesteuert wird, ich bin eigentlich nur der, der dann für den Epica-Sound verantwortlich ist. Die Leute schreiben zwar wirklich gute Musik, aber was bringt es mir dann, wenn es nach Rammstein klingt. Ich habe das Epica-Feeling und wenn ich denke es passt zu Epica, dann werden wir es auch verwenden. Ich schicke dann die Songs zu Sascha, der dann entscheidet, guter Song, guter Songs, schlechter Song. Du musst da einfach ehrlich zu dir sein, denn sonst landet wirklich ein „Shit-Song“ auf deinem Album.

Dann bist du also das Hirn hinter den Epica-Songs?

Ich schreibe ca. 80% der Songs, aber ohne die anderen würde es auch nicht gehen, da wir die Songs einfach gemeinsam auf ein neues Level bringen.

Wie denkst du denn über Medien wie youtube, myspace, facebook und wie die alle heißen, sind die eher gut für die Musikszene?

Ich würde schon sagen ja, denn früher waren die Plattenfirmen, die hatten eine Monopolstellung, wenn die gesagt haben, die Band wird gehyped dann war das auch so und die Band hatte Erfolg. Heute suchen die Leute selber im Internet und finden die Bands die sie interessieren selber. Ich finde schon, dass dies eine gute Entwicklung ist. Früher hat doch die Plattenfirma zu viel entschieden, die hat dir vorgeschrieben wie du ausschauen musst, wie dein Cover ausschauen muss, auf deinem Album müssen 2 Balladen sein, du musst den Produzenten nehmen und so weiter. Wir akzeptieren solche Sachen nicht, darum sind wir auch bei Nuclear Blast. Die sagen uns nur, dass wir unsere Jobs machen sollen und Musik machen sollen, sie erledigen nur die Promotion, und genau so soll es sein.

Ja dann wären wir schon am Ende – ich überlasse dir die letzten Worte.

Stay Metal my friends!!

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