Metal Overdose # 25 20.02.09 Posthof, Linz

Written by Robert. Posted in Live Berichte 2009, Live-Berichte

Tagged: , , , , , , ,

Published on Februar 21, 2009 with No Comments

Bands: Olemus, Dignity, The Morphean Date: 20.02.09 Venue: Posthof Linz

Jürgen und seine Crew vom Metal Overdose riefen zur 25. Edition und das wir uns diese Runde Nummer nicht entgehen lassen wollten war so sicher wie das Amen im Gebet. Lediglich das Wetter und die Verkehrssituation sahen dies anders und gestalteten eine 2 Stunden Autofahrt zu einer vierstündigen Odyssey. Normalerweise müsste man sofort wieder umdrehen und sich in der heimeligen Bude verschließen, doch wir Metal Sadisten sehen das wohl etwas anders. Nach der langen Anreise kamen wir ohne nennenswerte Probleme dann endlich beim Posthof an. Mandatory hatten ihr Material bereits auf die Audience hernieder gelassen und auch die Sgt. Steel verabschiedeten sich gerade mit „We will Rock You” vom Linzer Publikum. So eine Kacke, aber es half nichts, gut drei Bands sollten ja noch folgen um uns den Abend zu versüßen.

Bernhard Biermayr (voc), Christoph Giera (guit), Markus Großwindhager (guit), Georg Karl (bass) und Markus Bögl (drums) sind auch bei uns keine Unbekannten mehr. So hatten sie uns schon des Öfteren den Abend mit ihrem Death Metal versüßt. Man wollte auch an diesem Abend keine Gefangenen machen und lies gleich „Enter the Illusion” vom Stapel. Waren die Jungs schon in der Vergangenheit dran bedacht immer mehr in die Göteborg Richtung zu steuern, so wurde es an diesem Abend am allerdeutlichsten. Recht groovig waren die Eferdinger an diesem Abend ausgerichtet und sorgten für viele fliegende Haare. Auch kein Wunder denn das Material ist ja dazu bestens geeignet um seine Rübe zu schütteln. Viel Bewegung war während der Show auf der Bühne auszumachen, so ging es ohne lange Reden gleich weiter mit „Divine”, „Casktet” und „Slavery”. Eigentlich, so kündigte man an sollte das neue Machwerk bereits in trockenen Tüchern sein, aber aufgrund einiger Probleme wird dies wohl noch etwas dauern bis wir den neuen Silberling in Händen haben dürften. Dafür gab es aber vom kommenden Output einige neue Schmankerl zum Hören und diese waren bestes Death Metal Kraftfutter welche einige Parallelen zu In Flames und ältere Soilwork zuließen. Die Burschen haben sich wirklich von eine Rotzlöffelband zu einer beständigen Einheit in der österreichischen Szene gemausert und auch bei diesem Event lies man dies ganz deutlich durchblicken das man noch lange nicht dort angekommen ist wo man hin will. Viel Spaß schienen die Jungs zu haben, lediglich der Fronter wirkte etwas desinteressiert bei den Ansagen. Doch vom gesanglichen her konnte man davon nichts merken, denn der Bursche röhrte ordentlich ins Mikro und poste dabei nach Leibeskräften. So ernteten die Herrschaften viel Zuspruch beim Publikum und wurden ordentlich bejubelt. Viel Zeit wollten die Oberösterreicher nicht mit langen Reden verprassen und so wurden gleich die nächsten Raketen in Form von „The Burning Truth”, „Bloodied Passion” und „Halo” nachgeschoben. Die wilde Karussellfahrt schien kein Ende nehmen zu wollen, was auch von den Zusehern bestens aufgenommen wurde und immer mehr nach vorne drängten um sich von den Klängen zum Bangen verleiten zu lassen. Bei solchen Bands verfliegt die Zeit wie im Fluge und nach abspielen von „Cold Autumn Nights” und „Perishing Martyr” war auch schon der Zeitpunkt gekommen um sich von den Fans zu verabschieden.

Auf die Herrschaften von Dignity habe ich mich an diesem Abend am meisten gefreut und konnte es schon kaum erwarten bis sie endlich die Bretter besteigen würden. Das Material bereits rezensiert und da hat man mich ordentlich überzeugt, so war ich ganz gespannt wie ihr Material live klingen würde. Nach einer kürzeren Umbauphase war es dann aber soweit und zu den Klängen des Intros enterten die Herrschaften auch schon die Bühne und legten gleich mit „Project Destiny” los. Mein Herz schlug immer höher und vor allem Sänger Jake E Lee bewies das er eine professionelle Sängerinstitution ist nach der man sich alle Fingerchen abschlecken kann. Der sympathische Schwede ist ein Wahnsinns Sänger und Entertainer und dies bewies er auch an diesem Abend. Währenddessen seine Kameraden sich ordentlich ins Zeug legten thronte Roland mit seinem Kit über den restlichen Bandtross und er drasch nach Leibeskräften in die Felle und jonglierte auch noch mit seinen Sticks so wie ich es nur von Jörg Michael kenne. Eine schöne breite Fahrt im Bereich des Melodic Metal/Rock wurde geboten und so konnte es nach einer kurzen Ansprache gleich mit „The edge of the blade”, „Arrogance and rapture” und „Inner circles sympathy” weiter gehen. Vor allem die Rhythmusfraktion poste und zockte dabei ordentlich. Martin beübte bei so manchen Solis seine Axt bis zur Extase, zumindest wirkte Herr Mayr als schwebe er im Gitarrenhimmel. Zwar versuchte Jake das Publikum zum Mitmachen zu animieren, aber zu dem waren die Linzer wohl nicht bereit. Da fragt man sich schon an was das wohl gelegen haben mag. Denke mal das auch in der oberösterreichischen Landeshauptstadt sich viel Melodic Metal Fans eher hinter dem heimeligen Ofen verkrochen haben. So musste man wohl oder übel mit dem kleinen Grüppchen vor der Bühne vorlieb nehmen und denen halt ordentlich einheizen, was auch allemal gelang und selbige die Band ordentlich abfeierte, wenn auch im kleineren Rahmen. „Inner demons” und „Icarus” folgten und vor allem bei letzterem war ich bereits vollends auf Wolke „SIEBEN”. So hechtete der Rezensent hin und her um Bilder von den Jungs zu ergattern und sang nach Leibeskräften die Songs mit (anm. du mutierst ja schon zum Groupie mein Lieber). Der Rucksack war voll gepackt mit gutem Material und dies servierte man gekonnt den Fans vor der Bühne. Doch irgendjemand ging mir an diesem Abend ab, richtig der Basser auf der Stage war wohl neu. Aufgrund personeller Probleme musste John Boy Bastard den Auftritt canceln und man hat sich mit Circles End Tieftöner Frank Binding verstärkt. Selbiger hat sich wohl binnen Stunden ins Material eingespielt und es wäre, wenn man es nicht genauer gewusst hätte gar nicht aufgefallen. Er schien mit seinen Compadres viel Spaß zu haben, so zockte er ein gutes Programm runter und grinste bei seinem Posing wie ein Honigkuchenpferd. Mit der Frage ob irgendjemand einen gewissen Herren Chris de Burgh kennt leitete man auch schon gleich über ins grenzgeniale Cover „Don’t pay the Ferryman” des Popartisten. Da schwelgten wohl die älteren Jahrgänge in Erinnerungen und auch ich, da erinnerte ich mich wieder wie sehr mich gewisse Herrschaften in meiner Jugend mit solchen Musikern gequält hatten. Dennoch die metallische Version ist ein Hammer. „Dreams never Die” lies schon das nahende Ende durchblicken. So war es dann auch schon mit „Cry in despair” gekommen. Doch vor allem beim Rausschmeißer hatte man viel zu kämpfen und man sah dem guten Jake an, dass er richtig genervt war vom Soundproblem. Doch souverän meisterte er dieses Problem mit einem Mitsingspiel, denn durch diese Sache kam er nicht mehr in den Rhythmus. War auch das einzige was man hier bemäkeln könnte, denn auch mit diesem Patzer waren die Herrschaften erste Sahne und von mir aus hätten sie ewig weiter machen können. Gut dann halt beim A Night of Power am 05.06.09 in der Szene Wien und beim Hell Over Vellach Festival am 10.07.09 in Obervellach Kärnten wir werden dort sein. Bis dahin Jungs wird euere Scheibe noch einige Durchläufe machen.

Etwas länger dauerte nun die Umbauphase für Olemus und so begutachteten wir erst einmal den Merchandise Stand. Die Oberösterreicher waren uns bereits ein Begriff, doch etwa 2 Jahre sind vergangen seit wir die Herrschaften das letzte Mal zu Gesicht bekommen haben. So waren wir recht gespannt was sich seit dieser Zeit bei den Jungs getan hat. Dass man dem Headlinerstatuts mehr als gerecht wurde, bewiesen sie binnen Sekunden. Eine recht beeindruckende Show wurde nun geboten. Auch Visuell hatte man einiges für die Fans an diesem Abend. Ein recht besonderes Schmankerl hatte man mit einigen Videoeinspielungen und Lichteffekte mitgebracht. Doch auch nach erschallen von „31″ hatte man ein weiteres Highlight für diesen Abend. Mit dem Killswitch Engage Cover „Rose of Sharyn” bat man auch Legacy of Hate Fronter Richie Baricic auf die Bühne um dieses Cover als Duett abzuhalten. Selbiges kam beim Publikum recht gut an und man bejubelte immer mehr den Auftritt der Herrschaften. Persönlich hatte ich die Formation etwas melancholischer in Erinnerung, doch bei diesem Event bot man einen guten Spagat zwischen Härte und Melodie. Unvermindert ging es schon mit „Reality is a Whore”, „Living your Hell” und „Dead Heart Godess” weiter. Vor der Bühne ließen sich nicht wenige Lumpen und starteten ihre Haarventilatoren und bejubelten dabei jeden Track der vom Stapel gelassen wurde. Vor allem Fronter Robert Bogner schien sichtlich beeindruckt vom Zuspruch des Publikums zur späten Stunde zu sein. Für den besonderen Härtegrad sorgte die Rhythmusfraktion Simon Öller (guit), Manuell Öller (bass) und Wolfgang Rothbauer (guit). Die Herrschaften posten Evil, bangten was das Zeug hielt und lieferten ein infernales Spiel an ihren Äxten. Wie die Wildsäue stürmten die Jungs über die Bühne und so kam es mehrmals vor das sie einen Kabelsalat produzierten, der immer wieder entwirrt werden musste. Viele Besucher verharrten in der Halle und bejubelten auch weiterhin das Können der Truppe, welche mit „Bitter Tears” und „Psycho-Path” noch gleich einen drauf legten. Was Herrn Bogner sympathisch machte war seine Einstellung gegenüber Zugabeteilen. So konnte man ohne langes Drum herum noch „I Hate Myself Today” genießen, bevor sich alle zur Aftershow Party begaben.

Bei diesem Abschluss entpuppte sich vor allem Jake E Lee als ein witziger und sympathischer Zeitgenosse. Viele Worte wurden hier gewechselt und es war ein Heidenspaß mit dem Guten, der auch einige Einblicke zu seinen anderen Projekten bot. Wer hätte es gewusst dass er seine ganze Gesangskarriere einem ganz berühmten Cousin (Joacim Cans von Hammerfall) zu verdanken hatte. So hätten wir ewig weiter machen können, aber leider mussten wir noch eine längere Autofahrt in Kauf nehmen.

About Robert

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Browse Archived Articles by

No Comments

Comments for Metal Overdose # 25 20.02.09 Posthof, Linz are now closed.