ABBATH – Szene Wien, 05.02.2024

ABBATH, TOXIC HOLOCAUST & HELLRIPPER: „Dread Reaver Europe“-Tour – Live-Bericht

ABBATH besuchte am 5. Februar anlässlich seiner „Dread Reaver Europe“-Tour die Wiener Szene. Mit dabei waren TOXIC HOLOCAUST als Special Guest und HELLRIPPER. Alle Fotos vom Abend gibt es hier!

Hellripper

Abbath Szene Wien 2024

HELLRIPPER ist ein One-Man-Speed/Black-Metal-Projekt aus Schottland. James McBain heißt der Mann hinter der Musik. Ein schlaksiger junger Typ, der mit seinem Outfit und Auftreten an die 80er und 90er Thrasher erinnert. Vor dem Konzert konnte man ihn noch draußen am Merch-Stand begrüßen und verführerische T-Shirts mit „All Hail the Goat“-Sprüchen erwerben. Erst da habe ich gelernt, dass HELLRIPPER eine One-Man-Band ist, denn einer meiner Freunde hat mich auf McBain aufmerksam gemacht und gemeint, er wäre der Hellripper.

Er kam als Gitarrist und Sänger auf die Bühne und wurde von einem weiteren Gitarristen, einem Schlagzeuger sowie Bassisten begleitet. Die Band wurde von einer stramm gefüllten Szene empfangen. Die vorderen Reihen verwandelten sich schnell in einen menschgewordenen Strudel aus Moshern und Headbangern. Der schnelle Blackened Thrash Metal brachte die Leute ganz schön aus dem Häuschen. Gefühlt gab es in jedem Song einen Pit. Die Stimmung steigerte sich immer weiter und es war eine Freude der Band sowie dem Publikum zuzusehen.

Setlist

1. Spectres of the Blood Moon Sabbath
2. Hell’s Rock ’n‘ Roll
3. Nekroslut
4. Demdike (In League with the Devil)
5. Bastard of Hades
6. The Affair of the Poisons
7. Goat Vomit Nightmare
8. The Nuckelavee
9. From Hell
10. All Hail the Goat
11. Headless Angels

Toxic Holocaust

Im Vergleich zu HELLRIPPER war die Mosh-Situation bei TOXIC HOLOCAUST wesentlich entspannter. Das Konzert war an jenem Abend ausverkauft und wie üblich steigerte sich die Menschenanzahl von Gig zu Gig. Dementsprechend gab es bereits weniger Bewegungsraum für die Mosher.

Nichtsdestotrotz erkennt man an der Musik von TOXIC HOLOCAUST schnell, dass sie sich weniger zum Moshen eignet, als die von HELLRIPPER. TOXIC HOLOCAUST sind eher dem klassischen Thrash-Metal verschrieben. Ihr Tempo bewegt sich in weniger schwindelerregenden Sphären, wobei es durchaus schnelle Songs und Passagen gibt. Insgesamt hat mich die Band aber einfach weniger gefesselt. Ihr Set war interessanterweise zeitlich gesehen kürzer als das von HELLRIPPER.

Setlist

1. Bitch
2. Silence
3. In the Name of Science
4. I Am Disease
5. War Is Hell
6. Wild Dogs
7. Gravelord
8. Acid Fuzz
9. Reaper’s Grave
10. Death Brings Death
11. Nuke the Cross
12. The Lord of the Wasteland

Abbath

Abbath Szene Wien 2024Noch entspannter wurde es bei ABBATH. Die Atmosphäre war zwischendurch auf eine seltsame Weise gemütlich, da es auch weitestgehend keine Moshpits mehr gab. Abbath ist wahrscheinlich den meisten immer noch als Frontman und Gitarrist der norwegischen Black-Metal-Legenden IMMORTAL bekannt. Kein Wunder also, dass man einige Leute im Publikum mit IMMORTAL-Merch sah. Abbath und Demonaz sind bekannterweise ja getrennte Wege gegangen, aber einige Songs aus Abbaths Zeiten wurden doch gespielt, darunter zum Beispiel das fulminante „One By One“, der Set-Opener „Triumph“ oder „All Shall Fall“, welches in Wien sein Tour-Debut hatte und wie von Abbath angekündigt auch bereits seit geraumer Zeit nicht mehr gespielt wurde!

Abbath hat sich unabhängig davon aber auch einen nennenswerten Korpus als Solokünstler geschaffen und somit stand diese Tour im Zeichen des dritten Werks „Dread Reaver“, welches 2022 veröffentlicht wurde. Kritiker mögen vielleicht behaupten, dass die alten IMMORTAL-Songs besser beim Publikum ankamen, als die seines Soloprojekts. Das war aber definitiv nicht der Fall. Es herrschte zwar eine – wie bereits erwähnt – entspannte Atmosphäre, aber die großen Stimmungsausbrüche gab es nicht primär während den IMMORTAL-Songs. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass „Winter Bane“ vom ersten Album (2016) extrem gut ankam.

Abbath Szene Wien 2024Einer meiner ersten visuellen Eindrücke von „Corpse Paint“ war das von Abbath. Dadurch, dass mich dieses Antlitz schon seit über zehn Jahren begleitet, ich aber erst letztes Jahr IMMORTAL wirklich für mich entdeckt und gehört habe, war es ein sonderbarer, fast mystischer Moment, Abbath in Fleisch und Blut zu sehen. Nach dem teils schwierigen Unterfangen, ein paar gute Fotos von ihm und der Band zu erhaschen, konnte ich das restliche Konzert dann von etwas weiter hinten genießen. Abbaths schrullige Persona ist mittlerweile ja allseits bekannt, somit hatten die teils semantisch schwer verständlichen Ansagen auch eine komödiantische und durchaus charmante Komponente.

Insgesamt war der Auftritt von ABBATH kurzweilig und abwechslungsreich. Der Sound war an diesem Abend durch die Bank gut: laut, aber klar. Die Stimmung war überwiegend unbeschwert. Somit ein gelungener Montagabend!

Setlist

1. Triumph
2. Acid Haze
3. Dream Cull
4. Hecate
5. Dread Reaver
6. Ashes of the Damned
7. In My Kingdom Cold
8. Beyond the North Waves
9. Fenrir Hunts
10. Root of the Mountain
11. The Artifex
12. One by One
13. Winterbane
14. All Shall Fall

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