Wacken Open Air 2012 02.08 – 04.08.12 Wacken

Written by Chris. Posted in Live Berichte 2012, Live-Berichte

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Published on September 03, 2012 with No Comments

Bands: AGRO, Amaranthe, Amon Amarth, Athonite, Aura Noir, Axel Rudi Pell, Betontod, Blaas of Glory, Blechbosn, Broilers, Buggirl, Channel Zero, Chthonic, Circle Ii Circle, Cold Snap, Coroner, Corpse Garden, Cradle Of Filth, Crimes Of Passion, D-A-D, Danko Jones Spoken Word, Dark Funeral, Darkest Hour, Dead By April, Decapitated, Delain, Devils Note, Diablo Swing Orchestra, Dimmu Borgir, Dio Disciples, Dirty Rotten Imbeciles, Disquiet, Djerv, Ease Of Disgust, Eisenherz, Electric Hellride, Electric Wizard, Endstille, Ensiferum, Epsilon, Eschenbach, Exuviated, Faanefjell, Fateful Finality, Forbidden, Frantic Amber, GammaRay, Gehenna, Ghost Brigade, Gone Postal, Gothic, Graveyard, Hammercult, Hammerfall, Henry Rollins, Hone Your Sense, In Extremo, In Flames, Inquisitor, Insomnium, Kamelot, Kellermensch, Kobra and The Lotus, Kylesa, Leaves Eyes, Leningrad Cowboys, Liquid Meat, Lord Shades, Machine Head, Manimals, Manticora, Massacre, Megaherz, Midnight Priest, Ministry, Mono Inc, Moonspell, Napalm Death, Nasum, Oomph!, Opeth, Opifex, Overkill, Panteon Rococo, Paradise Lost, Rain Shatter, Ravenblood, Red Fang, Riotgod, Russkaja, Rust2Dust, Sacred Reich, Sanctuary, Santiano, Saor Patrol, Saturnian, Saxon, Schandmaul, Scorpions, Sepultura, Shredhead, Sick Of It All, Six Feet Under, Suffocated, Suicide Silence, Sylosis, Testament, The Black Dahlia Murder, The Bosshoss, Torfrock, U.D.O., Unearth, Victims Of Madness, Vogelfrey, Volbeat, Volxrock, Warbringer, Warrior Soul, Watain, We Butter The Bread With Butter, Weto, Winterfylleth, Winterstorm, Wolli & die Band des Jahres, Yaksa, ZygnemaDate: 02.08 – 04.08.12 Venue: Wacken

Wer hätte im Jahr 1990 wohl gedacht, dass ein kleines Festival im Norden Deutschlands gut 20 Jahre später zum wohl größten Metal-Event der Welt wird? Wer hätte damals gedacht, dass Menschen aus der ganzen Welt in einen Ort pilgern, der nicht einmal 2000 Einwohner hat? Ich glaube nicht einmal die beiden Veranstalter Thomas Jensen und Holger Hübner haben beim ersten Wacken Open Air gedacht, dass einmal 80000 Mensc hen auf ihr Festival kommen um dort ihre Helden zu bewundern. Für mich geht es mittlerweile schon zum sechsten Mal auf die ca. 10-stündige Reise nach Wacken, eine Reise die sich in den letzten Jahren immer gelohnt hat, ob es auch heuer so war?

Natürlich muss gleich einmal die wichtigste Neuigkeit am Festival begutachtet werden. Nachdem Fans bereits seit Jahren die Abschaffung der WET-Stage im Infield gefordert haben, war es dieses Jahr endlich so weit. Es gab kein unter Wasser stehendes Zelt, keine Sound-Überschneidung zwischen Zelt und den großen Bühnen. Es gab die WET-Stage in dieser Form nicht mehr. Anstelle dieser wurde ein riesiges neues Zelt aufgestellt, das nicht nur die WET-Stage sondern auch das ebenfalls ungeliebte Bullhead City Wrestling-Zelt ersetzen sollte. Der Bullhead City Circus war geboren und beherbergte nun also zwei Bühnen, die wie bereits von den beiden großen Bühnen, der True Metal und der Black Stage, bekannt abwechselnd bespielt werden. Natürlich ist dadurch mehr Platz für Bands verfügbar, aufgrund der Lage und dem Weg vom Infield zum für ca. 10000 Menschen Platz bietenden Zelt überlegt man es sich doch zweimal, ob man einmal schnell zu einer Bands ins Zelt schaut. Die Idee ist also schon gut, die Umsetzung jedoch noch verbesserungswürdig. Vielleicht kann man Dinge wie das Soccer Field, das Pfahlsitzen oder ähnliches ja in Richtung des Mittelaltermarktes verlegen um den Platz für das Riesenzelt frei zu machen.
Ansonsten bleiben die üblichen Dinge, die das Festival schon seit Jahren auszeichnet. Der riesige Biergarten, der nicht nur für tausende Leute Platz findet sondern in dem dank eigener Bühne auch für etwas Unterhaltung gesorgt wird. Natürlich funktioniert dies nur, wenn die großen Bühnen gerade nicht bespielt werden, gerade aber am Mittwoch, wo nur im Bullhead-Zelt gespielt wird, können die Leute durchaus mit den Wacken Fire-Fighters und Mambo Kurt ihren gewohnten Start ins Festival feiern. Weiters noch da: Der Mittelalter-Markt, ebenfalls mit eigener Bühne und vielen Ständen und Vorführungen, der riesige Metal-Market, in dem wieder von Cds über Kleidung und Trinkhörner alles Verfügbar war, was den Großteil der Metaller interessiert. Weil wir gerade beim Thema Shopping sind, ein großer Kritikpunkt ist wie eigentlich schon in den letzten Jahren der Wacken-eigene Merchandise-Stand. Bei 80000 Leuten ist klar, dass der eine oder andere sich ein Festival-T-Shirt oder ähnliches kaufen will. Wenn man sich dann in eine Menschentraube stellen muss um dort mit massivem Körpereinsatz zu schauen, dass man sich nach vorne drängt ist das natürlich alles andere als optimal. Vielleicht sollte man zumindest einige Meter vor dem Stand ein paar Absperrungen aufstellen um für ein geordnetes Anstellen zu sorgen. Ich denke da an einen ähnlichen Aufbau wie bei den Eingängen zum Infield vor der Sicherheitskontrolle.
Jetzt kommen wir jedoch wieder zu den positiven Dingen zurück. Was das Festival auch schon seit Jahren auszeichnet ist die kulinarische Auswahl. Da ist wirklich für jeden was dabei, auch wenn es, wie auf Festivals ja eigentlich normal ist, nicht gerade günstig ist. Auch die Tatsache, dass sich der Bierpreis im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert hat, wir sind noch immer bei 3,50 für 0,4l, ist durchaus positiv zu erwähnen. Nach dem ganzen Drumherum nun zu einem wesentlichen Teil des Festivals: es haben auch Bands gespielt.

Tag 1:

Der erste Slot auf den großen Bühnen gehört wie jedes Jahr Skyline. Die Cover-Band, die der Grund für die Gründung des Wacken Open Airs war, konnte ja bisher jedes Jahr mit dem einen oder anderen Gaststar auftreten, weshalb natürlich schon im Vorfeld die Frage auftauchte, wer es wohl in diesem Jahr sein wird? Nach einigen Cover Songs wie Doctor, Doctor von UFO oder auch Engel von Rammstein wurde das Geheimnis gelüftet: wie jedes Jahr durfte Doro für ein paar Songs auf die Bühne (unter anderem für ihre neue  Single Raise Your Fist), was eigentlich durchaus zu erwarten war. Schade dass es heuer nicht mehr Gäste waren, Skyline selbst machten ihre Sache jedoch auch alleine wirklich gut und wir können uns sicher überraschen lassen, wer nächstes Jahr mit den Lokalmatadoren auf der Bühne stehen wird.
Ein Comedian auf der Wacken Bühne? Was letztes Jahr als Pausenfüller mit Bülent Ceylan wirklich gut funktioniert hat wurde in diesem Jahr noch ausgebaut. Der Amerikaner Jim Breuer, letztes Jahr schon zu Gast bekam einen ganzen Slot auf der True Metal Stage. Nachdem er zuerst auch Musik und erst dann auf Comedy setzt kann er beim Publikum sicher punkten, einen ganzen Slot in der Running Order hätte man vielleicht aber doch für eine Band verwenden sollen und den guten Jim als Pausenclown auftreten lassen.
Auf der Black Stage war nun Zeit für Sepultura, jedoch nicht für irgendeinen Sepultura-Auftritt. Die Brasilianer erhielten Unterstützung von Le Tambours Du Bronx, einem sechzehnköpfigen Percussion-Ensemble aus Frankreich, die für etwas mehr Groove in den Sepultura-Songs sorgen sollten. Eine durchaus interessante Angelegenheit, da Klassiker wie Ratamahatta, Roots oder auch Territory doch etwas anders klingen wenn 16 Leute auf Ölfässer trommeln.
Nachdem mit Doro bereits ein in jedem Jahr anwesender Gast auf der Bühne stand war nun Zeit für den nächsten Wacken-Stammgast. Udo Dirkschneider und seine Band durften für ihren Jubiläumsauftritt und einigen Special Guests auf die Bühne. Einer der Special Guests – klar Doro. Spektakulärer war da schon eher  der komplette Band-Wechsel während eines Konzertes (sogar der Nachwuchs von Udo durfte am Schlagzeug dabei sein). Im Großen und Ganzen ein solides Konzert des deutschen Altmeisters, der zwar mit den Accept-Klassikern mehr Freude bereitet, jedoch auch sicher mit dem eigenen Material punkten kann.
Nachdem Saxon gefühlt jedes Jahr auf der Wacken Bühne steht wollte ich mir dies nicht nochmal antun und so war die Zeit für den Headliner des Abends gekommen: Volbeat. Es gab zwar durchaus Kritik an der Einteilung von Volbeat als Donnerstags-Headliner, da es in den letzten Jahren immer die Night To Remember war, wo Altstarts aufgetreten sind. Nach zwei Iron Maiden Auftritten, Heaven & Hell, Ozzy Osbourne oder den Scorpions passen da Volbeat auch wirklich nicht so ganz rein.  Als die Dänen um Frontmann Michael Poulsen jedoch den ersten Ton anspielen wird jedoch sofort klar, die Kritik aus dem Vorfeld interessiert niemanden mehr, es wird gefeiert. Egal ob ältere Songs oder neues Material: die Stimmung ist am kochen. Die Band spielt ihr Set perfekt herunter was auch durch den genialen Sound vor der Bühne noch besser rüber kommt. Wenn dann auch noch Gäste wie Kreator-Fronter Mille und auch Napalm Death Fronter Barney für Songs auf die Bühne kommen kann wirklich nichts mehr schief laufen. Man mag es da wohl kaum glauben, dass die Band vor 5 Jahren noch am Nachmittag auf der Party Stage gespielt hat.
Somit endet Tag eins des Festivals und man kann schon sagen, dass Volbeat schon einiges für die weiteren Headliner des Festivals vorgelegt haben.

Tag 2:

Am zweiten Tag geht es zwar wie immer schon relativ früh los, die erste Band für mich ist jedoch erst Kamelot. Die Erwartungen waren natürlich groß, nachdem es nach dem großartigen 2008er Auftritt das erste Wiedersehen mit der Band ist. Zwar ist mit Tommy Karevik ein neuer Fronter mit am Start, was jedoch wirklich nichts ausmacht, denn der Junge macht seine Sache wirklich gut. Er erreicht zwar Roy Khan nicht ganz, aber man kann halt nicht alles haben. Egal ob Songs vom letzten Album oder Klassiker, es passt einfach alles. Nachdem Wacken ja bereits im Vorfeld des Festivals von viel zu viel Regen überrascht wurde, war die Hoffnung auf ein trockenes Festival während des Kamelot-Auftrittes jedoch vorbei. Es begann zu schütten und das Infield verwandelte sich in kürzester Zeit zu einem Matschfeld. Leider ein guter Grund nicht vor der Bühne zu bleiben, weshalb die nächste Band des Tages Hammerfall war.
Bei stark verbessertem Wetter enterten Joacim Cans und seine Mannen die Bühne um wieder einmal zu zeigen, dass Hammerfall einfach eine Top-Liveband ist. Egal ob Songs vom aktuellen Album Infected oder auch Klassiker wie Blood Bound, Steel Meets Steel oder auch Renegade, die Jungs beherrschen einfac h alles. Joacim zeigt seine ganze Klasse als Sänger, die Band spielt routiniert durch die Stunde Spielzeit. Einzig schade: Hammerfall haben bekanntgegeben, dass sich bis 2014 Pause machen.
Konzerte mit Orchester haben in Wacken ja nicht erst seit Rage Tradition, so war es auch klar, dass Dimmu Borgir nach ihrem Auftritt in Oslo auch irgendwann in Wacken mit Orchester auftreten werden. Natürlich ist man da gespannt, wie sich die Band in dieser Form präsentieren wird. Leider kann man nicht unbedingt sagen, dass der Auftritt gelungen war. An der Setlist liegt es zwar nicht, egal ob neue Songs wie Gateways oder Klassiker wie Kings Of The Carnival Creation oder Mourning Palace passen einfach, es liegt zum Beispiel am Sound. Wieso muss das Orchester einfach so leise sein. Außerdem geht der Chor in den Teilen, die vorher Vortex gesungen hat einfach unter. Es wirkte irgendwie einfach so, als wollten die 3 Fixmitglieder Shagrath, Silenoz und Galder einfach zu sehr im Vordergrund stehen (was ihnen nicht immer gelang – der Auftritt von Djerv-Sängerin Agnete Kjolsrud bei Gateways lenkte die Aufmerksamkeit doch eher auf die Dame). Es bleibt einfach nur hängen, dass Dimmu Borgir einfach nicht mehr die großartige Live-Band sind, wie zu Zeiten als ICS Vortex noch in der Band war.
Was anschließend In Flames zeigen ist einfach nur großes Kino. Mit ohrenbetäubender Lautstärke, glasklarem Sound, riesiger Licht- und Pyro-Show und einer interessanten Songauswahl legen Anders Friden und seine Combo einen Auftritt hin, der wirklich zeigt, warum In Flames immer wieder zur besten Spielzeit auf der Wacken Bühne stehen darf. Egal ob bei Band-Hits wie Cloud Connected, The Quiet Place oder Only For The Weak, oder auch aktuelleren Songs, die Band zockt ihr Programm in perfekter Qualität herunter und sorgt für eine super Stimmung im Publikum.
Mei persönlicher Abschluss des Tages waren die Mittelalter-Rocker In Extremo rund um Frontmann Michael Rhein. Mit großem Pyro-Einsatz, guter Laune und der mittlerweile bekannten Setliste rocken sich die Deutschen wieder einmal in die Herzen der Fans. Für mich, der die Band im letzten Jahr schon öfter gesehen hat fehlt jedoch die große Überraschung. Einfach zu routiniert wirkt dieser Auftritt. Wenn man die Band jedoch zum ersten Mal sieht ist es schon große Klasse. Somit endet für mich Tag 2 und es geht weiter mit dem letzten Festivaltag.

Tag 3:

An Tag 3 geht es mit Axel Rudi Pell los. Der deutsche Ausnahmegitarrist, der mit seiner Band ja auch ein Stammgast in Wacken, war mit neuem Album und einer Band in Topform angereist. Egal ob Sänger Johnny Gioeli, Star-Drummer Mike Terrana oder auch die anderen Musiker der Band, es macht einfach allen Spaß. Auch die Songauswahl, rund um die Hymne Masquerade Ball (wie immer genial von Johnny gesungen) kann sich durchaus sehen lassen und hatte auch den Vorteil im Vergleich zum letzten Wacken Auftritt, das einfach des unnötige Drumsolo gefehlt hat.
Nach Six Feet Under, Testament und Cradle Of Filth (einfach nur schlimm) ging es mit Amon Amarth weiter. Mit einem super gelaunten und einfach nur sympathischen Johan Hegg durch ein Hit-Feuerwerk, bei dem von Pursuit Of Vikings über Death In Fire bis zu Runes To My Memory nichts fehlen durfte. Bei gutem Sound und großartigem Pyroeinsatz merkt man einfach die Live-Routine der Schweden die zeigen, dass sie einfach auf die Bühne gehören.
Anschließend war es Zeit für die Scorpions und den letzten Festival-Auftritt ihrer langen Karriere. Zwar hat man einiges an Showelementen zu bieten (gigantische Pyro- und Feuerwerkschow oder auch Drummer Kottak der sich immer wieder mit seinem Drumset anheben ließ), enttäuschte aber musikalisch sehr. Einerseits war der Sound sowieso viel zu leise und auch gar nicht druckvoll, andererseits war auch die Qualität nicht unbedingt hoch. Alleine schon Sänger Klaus Meine lieferte eine ganz schwache Vorstellung. Keine Power in der Stimme und einfach keine Bühnenpräsenz, da fragt man sich echt wie er 40 Jahre lang Frontmann einer der wichtigsten deutschen Bands sein kann.
Aufgrund des wieder auftretenden starken Regens und der Tatsache einer frühen Abreise am nächsten Tag war für mich anschließend das Festival beendet. Hier noch die obligatorischen Pros und Contras:

+)
Gratis Spülklos im Infield
Essensauswahl
Bandauswahl
Unveränderter Bierpreis
Verkehrskonzept
Leinwände
Gratis Abschleppservice für im Schlamm steckengebliebene

-)
Essenspreise
Keine Reaktion auf Schlamm im Infield

 

 

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