Krushers Of The World Tour 2026
KREATOR, CARCASS, EXODUS, NAILS
09.04.2026, Raiffeisen Halle Im Gasometer
Drei legendäre Bands, die jeweils zur Entstehung und Entwicklung extremer Metal-Musik beigetragen haben. Die Veteranen KREATOR, CARCASS und EXODUS haben bereits in den Achtzigern Musik geprägt, mit Alben, die Thrash oder Grindcore bis heute definieren und mit Songs, die auch heute noch wirken und im Gedächtnis bleiben. All das wurde für eine gemeinsame Europatour vereint, die von Barracuda Music / Mind Over Matter nach Wien gebracht wurde.
NAILS
Und bevor die drei großen Bands den Abend bestimmen, sorgt die amerikanische Grindcore/Hardcore-Band NAILS für den Auftakt. NAILS sind ebenfalls keine Newcomer oder unbekannte Namen. In ihrem musikalischen Bereich längst etabliert, betrat das Trio aus Kalifornien zu früher Stunde die Bühne und eröffnete den Abend mit voller Härte.

Mit einfachen, aber druckvollen Riffs waren ihre stärksten Songs Teil der Setlist, gut verteilt über alle Alben und damit die gesamte Karriere der Band abdeckend – vom ersten und wohl besten Album „Unsilent Death“ bis zur neuesten Veröffentlichung. Kurze Songs, ganz im Sinne des Genres, mit massiver Rhythmussektion und hohem Tempo, getragen von aggressivem Schlagzeugspiel und einer entschlossenen Attitüde.
Die Halle füllt sich bereits sehr früh, bei so vielen großen und wichtigen Namen will jeder von Anfang an dabei sein. NAILS liefern ein gelungenes Warm-up, mit schnellen und dynamischen Songs, die das Publikum sofort einbeziehen und eine entsprechend positive Reaktion hervorrufen. Wie üblich werden die stärksten Songs für das Ende aufgehoben – „You Will Never Be One of Us“ und „Unsilent Death“ erweisen sich erneut als ihre wirkungsvollsten Stücke. Ein kurzer, aber intensiver Auftritt, voller Energie und ein passender Einstieg für den weiteren Verlauf des Abends.
Setlist
01. Suffering Soul
02. Lacking the Ability to Process Empathy
03. Scum Will Rise
04. Violence Is Forever
05. God’s Cold Hands
06. Wide Open Wound
07. I Will Not Follow
08. Endless Resistance
09. You Will Never Be One of Us
10. Unsilent Death
EXODUS
Das neue EXODUS-Album ist noch frisch, und die Band eröffnet ihren Auftritt mit der Single „3111“, die zur Promotion des Albums „Goliath“ verwendet wurde. Der typische Sound der Band ist sofort präsent: markante Riffs, eine druckvolle Rhythmik und die sehr passenden Vocals des zurückgekehrten Sängers Rob Dukes. Ein starker Einstieg und ein überzeugender Beginn.

Als Wegbereiter des Thrash Metal braucht EXODUS keine Vorstellung. Meister schwerer Riffs und direkter, druckvoller Songs, mit einem Stil, der sich auf der aggressiveren Seite des Thrash bewegt, geprägt von kontrolliertem Tempo und einer sehr dynamischen Rhythmussektion. Genau diese Rhythmik sorgt früh für Bewegung im Publikum, ein intensiver Moshpit entsteht, mit vielen beteiligten Fans. Besonders die älteren Songs bringen die Menge in Bewegung, vor allem der frühe Klassiker „Bonded by Blood“, aber auch „Blacklist“, die beide sofort Reaktionen hervorrufen.
Während der gesamte Gasometer im Gleichklang mit der Band headbangt, wirkt der Titelsong des aktuellen Albums „Goliath“ im Vergleich etwas langsamer. Ein Album, das insgesamt gemischte Reaktionen hervorgerufen hat – von sehr positiven Stimmen bis hin zu vorsichtigeren Einschätzungen, die den experimentelleren Ansatz und die zusätzlichen Einflüsse kritisch sehen. Live zeigt sich, dass nicht alle Songs gleich gut funktionieren – möglicherweise noch zu neu oder weniger vertraut –, wodurch kurzfristig etwas Energie verloren geht.
Doch nicht für lange. Die bewährten Tracks, die seit Jahrzehnten funktionieren, bringen die Stimmung im Saal schnell wieder zum Kochen. Mit einem kurzen Anspielen von „Raining Blood“ von Slayer wird sofort Begeisterung ausgelöst, bevor „The Toxic Waltz“ vom dritten Album folgt. Und als letzter Song, wie gewohnt, „Strike of the Beast“ vom hochgelobten Debütalbum, begleitet von einer massiven Wall of Death – eine Interaktion, die Rob Dukes gezielt mit dem Publikum sucht. Die Reaktion zeigt deutlich, wie viel Energie EXODUS entfalten und wie sehr insbesondere das ältere Material geschätzt wird.
Ein sehr guter Set – sicherlich zu kurz – mit einigen ihrer besten Songs, mit einem äußerst professionellen Sound und viel Interaktion mit dem Publikum. EXODUS zeigen einmal mehr, dass sie sowohl als Opener als auch als Headliner funktionieren. Eine Band, die ihren Status längst gefestigt hat und weiterhin eindrucksvoll bestätigt.
Setlist
01. 3111
02. Bonded by Blood
03. Deathamphetamine
04. Blacklist
05. Goliath
06. A Lesson in Violence
07. The Toxic Waltz
08. Strike of the Beast
CARCASS
Der Grindcore als Genre wäre ohne den Einfluss von CARCASS heute nicht derselbe, und auch der melodische Death Metal hat stark von ihren experimentellen Ansätzen profitiert. Letztlich haben sie in den frühen Neunzigern maßgeblich zur Entwicklung neuer Strömungen im extremen Metal beigetragen.
Eine weitere Band, die keiner Vorstellung bedarf. 1986 gegründet, haben sich die Musiker aus Liverpool stilistisch vom Goregrind/Grindcore ihrer Anfangszeit hin zu melodischerem Death Metal oder sogar Death’n’Roll entwickelt. Der Set des Abends deckt diese Entwicklung ebenfalls ab, wobei der Gesamtsound im Saal klar von aggressiven Riffs und Songs dominiert wird.
Im Mittelpunkt steht Frontmann, Bassist und Sänger Jeff Walker, der mit einer kontrollierten und sehr zurückhaltenden Bühnenpräsenz agiert. Weit entfernt vom typischen Genre-Klischee, gut gekleidet und mit sparsamen Gesten, konzentriert sich die gesamte Band auf eine sehr klare, aber distanziert wirkende Darbietung. Eine eher kryptische und fast intellektuelle Herangehensweise an ihre Musik und auch an das Live-Erlebnis, ohne sichtbare Leidenschaft oder intensive Interaktion.
Kein schlechter Auftritt, aber kühl und reserviert. Die Reaktion des Publikums fällt entsprechend aus: anerkennend, aber nicht wirklich involviert. Headbanging, Applaus, aber kaum mehr. Während die Musiker sich auf das präzise Spiel konzentrieren, scheint das Publikum die Musik eher zu analysieren als sich vollständig mitreißen zu lassen. Ein Funke fehlt, eine gewisse emotionale Verbindung bleibt aus. Dennoch: gute Musik, professionell gespielt.
Setlist
01. Unfit for Human Consumption
02. Buried Dreams
03. Incarnated Solvent Abuse
04. No Love Lost
05. Death Certificate
06. Dance of Ixtab (Psychopomp & Circumstance March No. 1 in B)
07. Genital Grinder
08. Exhume to Consume
09. Corporal Jigsore Quandary
10. Heartwork
KREATOR
In einer aufwendig dekorierten Bühne, mit den typischen visuellen Elementen der Band, starten KREATOR ihren Auftritt mit voller Energie. Deutlich stärker auf visuelle Inszenierung ausgerichtet als die anderen Bands, aber genau das entspricht den Erwartungen an einen Headliner.

Die deutschen Thrash-Titanen gehören zu den einflussreichsten Bands des Genres und stehen seit über 40 Jahren für extreme Metal-Musik. Mit einer großen und treuen Fangemeinde sorgt ihr Erscheinen auf der Bühne sofort für eine explosive Reaktion im Publikum.
Mit einem aktuellen Album im Gepäck bildet „Krushers of the World“ einen zentralen Bestandteil des Sets und ist gleichzeitig Anlass für die umfangreiche Europatour. Der Sound bleibt dem Stil der letzten Jahre treu: melodischer Thrash Metal mit einem klaren Wiedererkennungswert, geprägt vor allem durch die Stimme von Mille Petrozza – rau, kraftvoll und passend zu den inhaltlich klar positionierten Texten. Die visuelle Umsetzung greift dunkle, teilweise satanisch inspirierte Motive auf und wird durch Feuer und eine durchdachte Bühnenpräsentation ergänzt.
Eröffnet wird mit „Seven Serpents“, gefolgt von bekannten Songs wie „Hail to the Hordes“ oder „Enemy of God“, ergänzt durch ältere Klassiker wie „People of the Lie“ oder „Betrayer“. Eine breite Mischung aus verschiedenen Phasen der Band, stets mit Fokus auf Rhythmus und Melodie.
Die Reaktion des Publikums fällt entsprechend intensiv aus: Circle Pits, Crowdsurfing, gemeinsames Mitsingen. Besonders energiegeladene Momente entstehen bei Songs wie „Hordes of Chaos“ oder „Satan Is Real“. Hervorzuheben ist auch „Tränenpalast“, bei dem die Gaststimme von Britta Görtz – wie bereits auf dem Album – einen starken Eindruck hinterlässt.
Die Energie bleibt bis zum Schluss konstant hoch und entlädt sich in den letzten Songs des Sets, wie es für die Band typisch ist. „Violent Revolution“ und „Pleasure to Kill“ beenden den Abend auf einem musikalischen und energetischen Höhepunkt.
KREATOR zeigen einmal mehr, warum sie zu den bedeutendsten Bands im Metal gehören. Ein Auftritt, der das Publikum erreicht, mitreißt und verbindet, mit Songs, die längst den Status von Hymnen erreicht haben. Ein sehr starker Abschluss eines Abends mit vielen Höhepunkten und einer durchgehend intensiven Energie zwischen Bühne und Publikum.
Setlist
01. Seven Serpents
02. Hail to the Hordes
03. Enemy of God
04. Satanic Anarchy
05. Hate Über Alles
06. People of the Lie
07. Betrayer
08. Krushers of the World
09. Hordes of Chaos (A Necrologue for the Elite)
10. Satan Is Real
11. Loyal to the Grave
12. Phantom Antichrist
13. Endless Pain
14. Tränenpalast
15. 666 – World Divided
16. Violent Revolution
17. Pleasure to Kill







