cover artwork COGNIZANCE In Light, No Shape

Band: COGNIZANCE 🇬🇧🇦🇹
Titel: In Light, No Shape
Label: Willowtip Records
VÖ: 01/05/26
Genre: Technical Melodic Death Metal/Deathcore

Tracklist

01. Transient Fixations
02. Inflection Chants
03. A Game Of Proliferation
04. Chasm
05. Vertical Illusion
06. A Reconfiguration
07. Witness Marks
08. Subterranean Incantation
09. Induced Contortions
10. The Zone

Besetzung

Alex Baillie – Guitar, Vocals
Apostolis Karydis – Guitar
Chris Binns – Bass
David Diepold – Drums

Bewertung:

4/5

Die britisch-österreichische Death Metal Band COGNIZANCE kehrt mit ihrem vierten Album zurück – ein neues Kapitel in der Bandkarriere nach einigen Lineup-Wechseln, die sich auch im Gesamtklang manifestieren. Ein Klangbild, das neue Dimensionen zum bereits etablierten hinzufügt. „In Light, No Shape“ findet erneuerte Energie und musikalische Ideen, um sie im Rampenlicht zu halten.

Vielversprechender Start mit technischer Präzision

Nach kurzem melodischem Intro setzt der erste Song „Transient Fixations“ sehr vielversprechend fort mit einem Klang, der Technical Death Metal Aggressivität und Komplexität kombiniert, mit leichtem melodischem Akzent, massiven Growls und dichter Instrumentierung, verdoppelt durch konstanten Rhythmus und melodische Leadgitarre. Schnelles Tempo gefolgt von atmosphärischen Momenten und melodiösen – ein entschlossener und gut kontrollierter Klang, ein guter Start ins Album.

Doch „Inflection Chants“ verlangsamt ein bisschen, immer noch mehr oder weniger eine Fortsetzung des ersten Songs, derselbe Ansatz und dieselbe melodische Linie. Mit Breaks, die an Modern Metal erinnern, dennoch sehr technisch und ziemlich melodisch, mit vielschichtigem Gitarren-Part und langsamen, melancholischen Passagen mit geflüstertem Vocal. Ein Song mit bestimmten guten Teilen.

COGNIZANCE ist in Leeds U.K. und Graz Österreich basiert. 2012 vom Gitarristen Alex Baillie gegründet, expandierte zur internationalen Band mit dem Beitritt des österreichischen Schlagzeugers David Diepold 2017. Das neue Album markiert den ersten Lineup-Wechsel in einem Jahrzehnt – die Band verschlankt sich vom Quintett zum Quartett, mit Gründungsgitarrist Alex Baillie, der als Vocalist vorwärtsstritt, während er Gitarren-Aufgaben behält, nach dem Weggang des Gründungsvocalisten 2023. Das Lineup wird komplettiert mit Apostolis Karydis an Gitarre und Chris Binns am Bass.

Und die Modern Metal Einflüsse werden klarer in „A Game Of Proliferation“ – simple Melodie, mit genug harschen Momenten. Doch etwas Charme von den ersten Songs ist bereits verloren. „Chasm“ gewinnt ein wenig Energie und Dynamik zurück, das Crescendo funktioniert sehr gut, die dissonanten Passagen sind irgendwie in die ganze Komposition gezwungen, und die langsameren machen den Hörer bewusst, dass die Band nur versucht, nicht sehr melodisch zu sein. Mehr auf der technischen Seite der Band – die Fähigkeiten der Musiker werden einmal mehr unterstrichen durch dissonante und technische Passagen.

Fluiderer Mix als bewusste Abkehr

Die Produktion ist gut – alle Instrumente klar hörbar, der ganze Klang ausbalanciert und akkurat, ein Klangbild, das die Musik der Band zur Schau stellt. Abweichend von älteren Werken entfernt sich die Band bewusst von zeitgenössischen Extreme-Produktionskonventionen. Stattdessen bevorzugen sie einen fluideren Mix, der ihre charakteristischen Qualitäten akzentuiert.

Wieder ein vielversprechender Technical Death Metal Klang, der „Vertical Illusion“ eröffnet, verdünnt sich ein bisschen mit Rhythmus-Wechseln und unnötigen Komplikationen. „A Reconfiguration“ kommt sehr ausbalanciert zwischen den zwei Ansätzen der Band – in der Essenz ein Death Metal Song mit gutem Rhythmus und klarer Struktur. Hier sind die technischen Breakdown-Einflüsse minimal, auch die Deathcore-Einflüsse. Einer der überzeugendsten Songs auf dem Album, ein Höhepunkt.

Witness Marks“ hält einen gesunden Klang und Attitüde, guten Rhythmus und klare Struktur. Ein großer Leadgitarren-Beitrag lenkt den Song wieder in melodischere Richtung. Dennoch eine klare Komposition und effektiver Song. Dasselbe über „Subterranean Incantation“ – langsamer und melancholischer, ein Song, der mehr als die anderen auf dem Album mit sehr melodischen Momenten kommt. Verliert nicht ihre Technizität allerdings, nur mit mehr atmosphärischen und emotionalen Einflüssen.

Induced Contortions“ akzentuiert wieder den Technical Death Metal Klang – gute Riffs ergänzt mit polyrhythmischen und verwickelten Gitarren, eine gute Rhythmussektion. Und der finale Song „The Zone“ kommt, um einmal mehr die musikalische Kompetenz der Musiker zu zeigen, wieder verankert in sehr modernem Klang, ein ausbalanciertes Klangbild, das ein würdiges Album-Ende ist.

Kohärente Arbeit mit frischen Ideen

COGNIZANCE schafft es mit dem neuen Album „In Light, No Shape„, ihre musikalische Richtung zu reaffirmieren, während sie auch neue Elemente in ihren Klang einführen. Eine kohärente Arbeit mit klarer musikalischer Richtung – auch wenn einige Akkorde mehr oder weniger verändert in verschiedenen Songs gefunden werden, ein Album, das einen guten Eindruck hinterlässt, genug frische Ideen und insgesamt sehr technische Ausführung.

In Light, No Shape“ ist ein gutes Progressive/Technical Melodic Death Metal Album, reich an Textur und atmosphärischem Detail, liefert interessante und komplexe Kompositionen, gute Melodien – all das in einer Klanglandschaft, die Einflüsse von Old-School Death Metal kombiniert, bestreut mit modernen Akzenten. Eine solide Arbeit, die sowohl Fans von Death Metal als auch Deathcore anspricht und ein befriedigendes Hörerlebnis liefert.

Fazit: COGNIZANCE verfeinern mit „In Light, No Shape“ ihren Klang – technischer Death Metal mit Melodie, kohärent trotz Modern-Metal-Einflüssen.

Internet

COGNIZANCE - In Light, No Shape

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