BLOODY FALLS – IV - Cover

Band: BLOODY FALLS 🇫🇮
Titel: IV
Label: Art Gates Records
VÖ: 05/06/26
Genre: Melodic Death/Groove Metal

Tracklist

01. By My Own Grave
02. Pestilence Is All I Need
03. I Am The Devil
04. The Four
05. Doomed To Repeat
06. The Churn
07. Mother, Your Son Is Bleeding
08. Wrath
09. Enter The Mourn
10. Before The Alpha
11. Black Death

 

Besetzung

Antero Hakala – Vocals
Stavros Mathios – Guitar
Marko Mäkinen – Guitar
Mika Lehtinen – Bass
Rami Vartiainen – Drums

 

Bewertung:

2,5/5

Mit ihrem vierten Album „IV“ präsentieren BLOODY FALLS eine Mischung aus melodischem Death und Groove Metal, die sich hörbar an den großen Vertretern der frühen 2000er orientiert. Die Produktion ist druckvoll, die Gitarren besitzen ausreichend Wucht, und die Rhythmussektion sorgt über weite Strecken für ein solides Fundament. Dennoch hinterlässt das Album einen zwiespältigen Eindruck.

Biografischer Überblick

BLOODY FALLS wurden 2017 in Finnland gegründet. Weniger als zehn Jahre nach ihrer Gründung umfasst ihre Diskografie bereits drei Studioalben und eine EP. Ihr neuestes Werk, „IV“, ist nicht nur Anspielung auf die Tatsache, dass es bereits ihr viertes Full-Length-Album ist. Es bedient sich konzeptuell weitestgehend der Thematik rund um die vier apokalyptischen Reiter, jedoch nicht ausschließlich. Das Album markiert laut der Band ein neues musikalisches Kapitel und ist bislang das aggressivste Werk der Finnen.

Die stilistische Essenz

Bereits die ersten Songs machen deutlich, worauf die Band setzt: mittlere Tempi, schwere Riffs, Double-Bass-Passagen und ein aggressiver Gesangsstil, der dem Material zusätzliche Härte verleihen soll. Gerade Letzteres klingt jedoch nicht vollkommen überzeugend: Die tiefen Growls wirken atemlos und bleiben in ihrer Ausdrucksbreite begrenzt, wodurch viele Songs emotional auf einer ähnlichen Ebene verharren. Auch kompositorisch greifen BLOODY FALLS immer wieder auf dieselben Muster zurück: schleichende Gitarrenintros, bevor die volle Instrumentierung und das Gebrüll einsetzen. Was anfangs funktioniert, nutzt sich im Albumverlauf merklich ab.

Highlights

Dabei mangelt es „IV“ keineswegs an gelungenen Momenten. Besonders „I Am The Devil“ sticht hervor und demonstriert eindrucksvoll, welches Potenzial in der Band steckt. Der Song verbindet starke Riffarbeit mit einem epischen Übergang zum Refrain, bietet hörbare Variationen im Gesang und setzt mit kleinen Details – etwa gezielten Akzenten auf den Schlagzeugbecken – genau jene Dynamik frei, die vielen anderen Stücken fehlt. Dass dieser Titel als Single ausgewählt wurde, überrascht nicht: Er gehört zu den mitreißendsten und eigenständigsten Momenten des Albums.

Auch an anderer Stelle blitzen interessante Ideen auf: „The Four“ gewinnt durch eine unerwartete mittelalterlich anmutende Passage an Charakter, während „Doomed To Repeat“ mit einem gelungenen Solo und dezent eingesetzten Synthesizermelodien zusätzliche Atmosphäre erzeugt. Einen emotionalen Höhepunkt bildet „Mother, Your Son Is Bleeding“, dessen Texte auf realen Geschichten aus dem Umfeld der Band basieren. Die Ehrlichkeit und Rohheit der Thematik verleihen dem Song Gewicht, auch wenn er musikalisch nicht dieselbe Wirkung entfaltet wie seine lyrische Grundlage.

Fehlende Eigenständigkeit

Das grundlegende Problem von „IV“ ist seine fehlende Eigenständigkeit. BLOODY FALLS erinnern häufig an andere Bands, ohne dabei eine klar erkennbare eigene Handschrift zu entwickeln. Vieles klingt vertraut, teilweise sogar wie ein Déjà-vu, bei dem man ständig überlegt, wo man ähnliche Riffs, Songstrukturen oder Melodieführungen bereits gehört hat. Besonders im Groove-orientierten „The Churn“ werden die Parallelen zu Genregrößen wie LAMB OF GOD deutlich. So bleibt „IV“ letztlich ein Album mit hörbarem handwerklichem Können, einigen starken Einzelmomenten und einer überzeugenden Produktion. Was jedoch fehlt, ist eine eigene Identität.

Zu gut gemeinte Spielzeit

Was die Bewertung angesichts der mangelnden Abwechslung zusätzlich drückt, ist die lange Spielzeit. Mit elf Songs und knapp einer Stunde Laufzeit fordert „IV“ die Aufmerksamkeit des Hörers stärker, als es das Songmaterial letztlich rechtfertigt. Es werden nur vereinzelt echte Überraschungsmomente eingestreut, wodurch spätestens in der zweiten Albumhälfte ein Gefühl der Resignation bzw. Ermüdung entsteht. Wenn ein Album 35–40 Minuten lang ist, kann man gewisse Wiederholungen oder mangelnde Eigenständigkeit leichter verzeihen. Bei knapp einer Stunde Spielzeit werden jedoch genau solche Schwächen deutlich sichtbarer. Eine engere Auswahl hätte den stärksten Songs mehr Gewicht verliehen und die Schwächen weniger offensichtlich werden lassen.

Fazit: BLOODY FALLS verlieren sich auf „IV“ zu häufig in bekannten Genre-Konventionen. Für Fans klassischen melodischen Death Metals und modernen Groove Metals bietet das Album durchaus Unterhaltung – der entscheidende Funke, der „IV“ aus der Masse herausheben würde, bleibt jedoch aus.

Internet

BLOODY FALLS – IV

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