Band: FLESHCRAWL 🇩🇪
Titel: Epitome Of Carnage
Label: Distortion Music Group (DMG)
VÖ: 12/06/26
Genre: Death Metal

Tracklist

01. Blood Dominion
02. Chapel Of Guts
03. Grave Messiah
04. Embers Of Wrath
05. Comitted To Suffer
06. Reign Forever
07. Chronicles Of Blododshed
08. Rebuild From Flesh
09. Orphan God
10. Path Of Thorns
11. Heralds Of Death
12. Of Fire And Flesh

 

Besetzung

Bastian Herzog – Drums, Vocals
Manu Markowski – Bass
Apu Justin Reisch – Guitars
Christian Kalbrecht – Guitars
Borisz Sarafutgyinov – Vocals

 

Bewertung:

4/5

Deutscher Death-Metal mit ungebrochener Wucht

Seit beinahe vier Jahrzehnten zählen FLESHCRAWL zu den verlässlichen Größen des deutschen Death Metal. Gegründet wurde die Band 1987 im bayerischen Illertissen von Stefan Hanus und Bastian Herzog. Nach den frühen Tagen unter den Namen MORGÖTH und SUFFOCATION fand die Gruppe schließlich zu ihrem bis heute bekannten Namen. Über die Jahre entwickelte sich FLESHCRAWL zu einer festen Institution des Genres und blieb ihrem kompromisslosen Stil stets treu. Nach dem 2019 erschienenen »Into the Catacombs of Flesh« schlägt die Formation nun gemeinsam mit ihrem neuen Label Reigning Phoenix Music das nächste Kapitel auf. Das Ergebnis trägt den passenden Titel »Epitome Of Carnage«.

Alte Schule mit frischer Energie

Schon der Opener »Blood Dominion« macht deutlich, wohin die Reise geht. Schwere Gitarrenriffs, donnernde Drums und ein massives Fundament aus Bass und Gesang sorgen für einen wuchtigen Einstieg. FLESHCRAWL versuchen nicht, Trends hinterherzulaufen oder moderne Spielereien einzubauen. Stattdessen setzen sie konsequent auf den klassischen europäischen Death-Metal-Sound, der durch Präzision und rohe Kraft überzeugt.

Mit »Chapel Of Guts« und »Grave Messiah« legt die Band unmittelbar nach. Die Gitarrenarbeit von Apu Justin Reisch und Christian Kalbrecht verbindet eingängige Riffs mit melodischen Ansätzen, ohne die nötige Härte einzubüßen. Dabei gelingt es den Musikern, den Songs jeweils eine eigene Identität zu verleihen, obwohl sich das Album stilistisch klar innerhalb seines Genres bewegt.

Druckvolle Produktion und starke Rhythmusarbeit

Ein wesentlicher Pluspunkt des Albums ist die druckvolle Produktion. Jeder Instrumentalpart besitzt genügend Raum, ohne dass die rohe Atmosphäre verloren geht. Besonders Schlagzeuger Bastian Herzog überzeugt mit kraftvollen Rhythmen und präzisem Spiel, das den Songs konstant Vortrieb verleiht. Gemeinsam mit Bassist Manu Markowski entsteht ein solides Fundament, auf dem sich die Gitarren frei entfalten können.

Auch gesanglich präsentiert sich die Band variabel. Die tiefen Growls von Borisz Sarafutgyinov sorgen für die nötige Bedrohlichkeit, während Herzogs ergänzende Vocals zusätzliche Dynamik schaffen. Dadurch gewinnen Stücke wie »Committed To Suffer« oder »Reign Forever« an Intensität und entwickeln eine beeindruckende Durchschlagskraft.

Zwischen Brutalität und Atmosphäre

Besonders gelungen ist die Balance zwischen kompromissloser Härte und atmosphärischen Momenten. »Embers Of Wrath« baut mit seinen Tempowechseln Spannung auf, ehe die Band wieder in gnadenlose Riffattacken verfällt. »Chronicles Of Bloodshed« entwickelt sich zu einem der Höhepunkte des Albums und verbindet technische Präzision mit einer düsteren Stimmung, die lange nachhallt.

Mit »Rebuild From Flesh« und »Orphan God« beweisen FLESHCRAWL zudem, dass eingängige Songstrukturen auch im Death-Metal funktionieren können. Die Refrains bleiben zwar nicht im klassischen Sinn hängen, doch markante Gitarrenmotive sorgen für Wiedererkennungswert und machen die Stücke auch nach mehreren Durchläufen interessant.

Keine Experimente, dafür Konsequenz

Wer Innovationen oder stilistische Grenzgänge sucht, wird auf »Epitome Of Carnage« kaum fündig. Genau darin liegt allerdings auch eine der größten Stärken des Albums. FLESHCRAWL wissen seit Jahren, wofür sie stehen, und liefern genau das ab! Kompromisslosen Death-Metal ohne unnötige Schnörkel.

»Path Of Thorns« und »Heralds Of Death« setzen diesen Weg konsequent fort und erinnern in ihrer Direktheit an die Hochphase der Neunzigerjahre. Das abschließende »Of Fire And Flesh« rundet das Album mit einer düsteren und kraftvollen Schlussnote gelungen ab und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

»Epitome Of Carnage« zeigt eine Band, die auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Entschlossenheit verloren hat. FLESHCRAWL präsentieren zwölf Songs voller Energie, massiver Riffs und kompromissloser Härte, ohne sich in Beliebigkeit zu verlieren. Die starke Produktion, die eingespielte Rhythmussektion und die überzeugende Gitarrenarbeit sorgen dafür, dass das Album über die gesamte Spielzeit fesselt.

Zwar fehlen echte Überraschungsmomente, doch die konsequente Ausrichtung auf klassischen Death Metal macht die Platte gerade für Fans der alten Schule äußerst reizvoll. Wer auf schwere Grooves, düstere Atmosphäre und ehrliche Härte setzt, bekommt hier ein rundum gelungenes Werk serviert.

Fazit: Mit »Epitome Of Carnage« demonstrieren FLESHCRAWL, dass sie nach über drei Jahrzehnten im Geschäft nichts von ihrer Intensität eingebüßt haben.

Internet

FLESHCRAWL - Epitome Of Carnage - CD Review

Vorheriger ArtikelFrozen Sand – Fractals: A Light Among Shadows
Nächster ArtikelComa Beach – The Scapegoat’s Agony
Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.