DEVIL'S TRAIN - Devil's Train - cover artwork

Band: DEVIL’S TRAIN 🇩🇪
Titel: Devil’s Train
Label: Fireflash Records
VÖ: 19/06/26
Genre: Heavy Rock

Tracklist

01. Fire And Water
02. Devil’s Train
03. Roll The Dice
04. To The Ground
05. Forever
06. Sweet Devils Kiss
07. Find New Love
08. Room 66/64
09. Coming Home
10. Yellow Blaze
11. The Answers
12. American Woman

 

Besetzung

R.D. Liapakis – Vocals
Laki Ragazas – Guitars
Jari Kainulainen – Bass
Jörg Michael – Drums

 

Bewertung:

4/5

Das Debüt einer Hard-Rock-Supergroup rollt erneut an

Als sich Sänger R.D. Liapakis, Gitarrist Laki Ragazas, Bassist Jari Kainulainen und Schlagzeuger Jörg Michael zu DEVIL’S TRAIN zusammenschlossen, war schnell klar, dass hier keine gewöhnliche Studioformation am Werk war. Alle vier Musiker verfügten bereits über jahrzehntelange Erfahrung in der europäischen Rock- und Metalszene und brachten ihre jeweiligen Stärken in ein gemeinsames Projekt ein, das sich bewusst den klassischen Tugenden des Hard-Rock verschrieben hat. Das selbstbetitelte Debütalbum erschien ursprünglich vor einigen Jahren und ist nun als Neuauflage erstmals auch auf Vinyl erhältlich. Damit erhält eine Platte neue Aufmerksamkeit, die kraftvolle Riffs, eingängige Refrains und eine angenehm ungekünstelte Atmosphäre miteinander verbindet.

Zwischen Classic Rock und modernem Heavy Rock

Schon der Opener »Fire And Water« macht deutlich, wohin die Reise geht. Druckvolle Gitarren treffen auf einen kernigen Gesang, während die Rhythmussektion einen stabilen Unterbau liefert. DEVIL’S TRAIN orientieren sich hörbar an den großen Rockbands der Siebziger und Achtziger, kopieren diese Einflüsse jedoch nicht einfach. Stattdessen entsteht ein Sound, der vertraut wirkt und dennoch genug Eigenständigkeit besitzt, um sich von bloßer Nostalgie abzusetzen.

Der Titeltrack »Devil’s Train« legt noch eine Schippe Energie nach und entwickelt sich schnell zu einem der Höhepunkte des Albums. Die Kombination aus markantem Gitarrenriff und eingängigem Refrain besitzt Ohrwurmqualitäten, ohne dabei auf Härte zu verzichten. Hier zeigt sich die Erfahrung der Musiker, die genau wissen, wann technische Raffinesse gefragt ist und wann ein einfacher, aber wirkungsvoller Groove die bessere Entscheidung darstellt.

Vielseitige Songs ohne Stilbrüche

Mit »Roll The Dice« und »To The Ground« bewegt sich das Quartett souverän zwischen Heavy-Rock und melodischem Hard-Rock. Besonders Laki Ragazas setzt mit seinen Soli immer wieder Akzente, die technisch anspruchsvoll ausfallen, sich aber nie in den Vordergrund drängen. Ebenso überzeugend präsentiert sich Jari Kainulainen am Bass, dessen Spiel den Songs zusätzliche Dynamik verleiht.

Eine andere Seite offenbart die Band auf »Forever«. Die Nummer nimmt Tempo heraus und setzt stärker auf Atmosphäre und Melodie. R.D. Liapakis beweist dabei, dass seine markante Stimme nicht nur aggressive Passagen überzeugend transportieren kann, sondern auch emotionale Momente glaubwürdig vermittelt. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass das Album trotz seiner klassischen Ausrichtung niemals eintönig wirkt.

Mit »Sweet Devils Kiss« und »Find New Love« geht es anschließend wieder deutlich rockiger zur Sache. Vor allem die Refrains bleiben schnell im Gedächtnis und laden zum Mitsingen ein. Die Produktion verzichtet auf übermäßige Effekte und lässt den Instrumenten ausreichend Raum, wodurch ein angenehm organischer Gesamteindruck entsteht.

Spielfreude steht im Mittelpunkt

Einen interessanten Kontrast bietet »Room 66/64«, das mit einer leicht düsteren Stimmung und abwechslungsreichen Arrangements überrascht. Direkt danach sorgt »Coming Home« für eine lockerere Note und vermittelt das Gefühl einer klassischen Roadtrip-Hymne, bei der Melodie und Groove perfekt ineinandergreifen.

Auch »Yellow Blaze« und »The Answers« halten das hohe Niveau weitgehend aufrecht. Zwar fehlt ihnen vielleicht die unmittelbare Durchschlagskraft der stärksten Stücke auf dem Album, dennoch fügen sie sich harmonisch in das Gesamtbild ein und profitieren vom eingespielten Zusammenspiel der Musiker. Besonders Jörg Michael überzeugt hier mit präzisem Schlagzeugspiel, das niemals überladen wirkt und den Songs stets den passenden Rhythmus verleiht.

Den Abschluss bildet die Interpretation von »American Woman«. Anstatt den bekannten Klassiker radikal umzudeuten, bleibt DEVIL’S TRAIN dem Geist des Originals treu und verleiht ihm gleichzeitig ihre eigene rockige Handschrift. Das Ergebnis wirkt respektvoll und unterhaltsam, ohne den Eindruck einer bloßen Pflichtübung zu hinterlassen.

Gelungene Neuauflage eines starken Debüts

Die Wiederveröffentlichung von »Devil’s Train« zeigt eindrucksvoll, dass gute Hard-Rock-Alben auch Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung nichts von ihrer Wirkung verlieren müssen. Die zwölf Songs überzeugen durch starke Gitarrenarbeit, eingängige Melodien und eine authentische Performance aller Beteiligten. Gerade weil die Band auf künstliche Modernisierung verzichtet und stattdessen kompromisslos ihren Stil verfolgt, besitzt das Album einen zeitlosen Charakter.

Nicht jeder Titel erreicht das Niveau der absoluten Highlights, und stellenweise wäre etwas mehr Risiko wünschenswert gewesen. Dennoch überwiegen die positiven Eindrücke deutlich. Wer klassischen Heavy-Rock mit kraftvollen Hooks, erfahrenen Musikern und ehrlicher Spielfreude schätzt, findet hier eine Veröffentlichung, die auch in der Vinyl-Neuauflage ihre Berechtigung besitzt.

Mit vier von fünf möglichen Punkten gelingt DEVIL’S TRAIN ein überzeugender Einstieg, der bis heute Bestand hat und eindrucksvoll unter Beweis stellt, wie viel Qualität in dieser hochkarätig besetzten Formation steckt.

Fazit: DEVIL’S TRAIN hat mit seinem Debütalbum ein starkes Zeichen gesetzt. Die Neuauflage auf Vinyl macht das Werk noch attraktiver für Musikliebhaber, die Wert auf Soundqualität und Sammlerobjekte legen.

Internet

DEVIL'S TRAIN - Devil's Train - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.