Band: Adamantra
Titel: Act II: Silent Narratives
Label: Power Prog Records
VÖ: 2014
Genre: Progressive/Power Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Die Finnen Adamantra haben sich ja für ihren „Revival“ Nachleger ziemlich Zeit gelassen. Fünf Jahre Hungerstrecke mussten die Fans des typischen, skandinavischen Progressive Power Metal über sich ergehen lassen. Es mag schon stimmen, dass die Finnen für viele eher ein Underground Tipp sind. Wer aber bereits mit der Formation zu tun hatte, weiß ganz genau, dass wo ihr Name drauf steht, absolut hochwertige Qualität sich dahinter verbirgt. Es mag weiters auch sein, dass viele großen Acts a la Stratovarius, Sonata Arctica und so weiter mehr Augenmerk von der Presse bekommen haben. Hierbei hat man wohl auf diese Truppe vergessen, denn verstecken brauchen sie sich keineswegs hinter ihren Kollegen. Die 2003 gegründete Formation weiß nämlich ganz genau wie eine gute Mischform klingen muss. Hier wird nicht zu viel gedudelt, aber auch nicht zu viel Progressive hinzugefügt. Vielmehr achten die Finnen auf einen ausgewogenen Klang und dieser klingt sogar, zumindest was mich betrifft sehr gereift und um Ecken facettenreicher, wie jener der genannten Kapellen. Man mag mich jetzt nicht falsch verstehen, kreide nicht die Arbeit an, lediglich das Adamantra hier hinter ihren Landsmännern herhinken mussten ist eher unverständlich. Alleine schon der fast Minioper-lastige Opener (Ja da bekommen wir doch glatt ein 18 Minütiges Epos geboten) ist einfach ein brillanter Start. Hier haut es einem sämtliche Sicherungen raus. Da können sich viele Kollegen verstreut über Europa und da meine ich auch die ganz großen Acts echt verstecken. Harmonie, Gesang, wie auch die Ausgereiftheit sind unglaublich stark ausgefallen. Alle Vibes und Melodien, wie auch preschenden Punshes sind superb geglückt. Die Jungs zeigen wirklich, dass hier in diesem Bereich noch lange nicht Schicht im Schacht ist. Es kommt immer darauf an wie man die Umsetzung anstrebt. In diesem Falle ist das Endergebnis einfach super und es gibt hier wahrlich nichts zu meckern. Selbstredend muss man ein Fan des Power Metal sein, aber und das ist das tolle daran, es macht viel Sinn und klingt auch für den Power Fan nicht hundertausendmal schon eingesetzt. Erfrischend und buchstäblich knackige Neuerungen wurden zu einer Fusion zusammengefügt die einem ordentlich die Ohren zu klingeln bringen. Das lässt viele Genrekollegen echt alt und abgestaubt aussehen. Den letzten Nagel kann hier nur mehr der Fronter einschlagen und dieser ist einfach göttlich. Tuomas Nieminen ist, soweit ich das beurteilen kann an keinen größeren Vertreter der Vocalakrobaten angelehnt und könnte sich dadurch durchaus an die Spitze in diesem Bereich singen, denn das Zeug dazu hätte er. Somit nichts von einen x-ten Kiske meets Jorn Lande Klon, sondern eine frische, neue Stimme, welche mit viel Wiedererkennungswert einen vor dem Player hängen lässt. Den Rest erledigen seine gekonnt eingespielten Rhythmuskollegen. Auch die Einfädelung aller Arrangements und das superbe Songwriting, wie auch eine druckvolle Produktion machen diesen Silberling zu einem Masterpiece im Bereich des Progressive Power Metal.

Fazit: Mit vielen neuwertigen und sehr gut aufwendigen Ideen haben die Finnen hier einen Schlag geschaffen, welcher viele Kollegen alt aussehen lässt. Alle Umsetzungen und Einfädelungen werden uns sehr schmackhaft und mit einer unglaublichen Neuwertigkeit unter die Nase gerieben. Das hier der Suchtfaktor sofort nach oben schnellt steht außer Frage und der Progressive, wie auch Melo-beeinflusste Power Metal Fan kommt hier einfach nicht vorbei sich diese Finnen in die heimischen vier Wände zu ordern.

Tracklist:

01. Lionheart 18:15
02. In the Shadow of the Cross 04:45
03. Three 05:49
04. The Oracle 05:01
05. Angel of Music 06:56
06. The Red Death 03:33
07. Wicked Chain of Events 05:54
08. The Circle of Sorrow 05:02
09. On Ember Remains 08:15

Besetzung:

Tuomas Nieminen (voc)
Panu Kiskola (guit)
Jukka Hoffrén (bass)
Mikko Sepponen (drums)
Christian Pulkkinen (keys)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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