AEON GODS – Reborn To Light

AEON GODS - Reborn To Light - album cover

Band: AEON GODS 🇩🇪
Titel: Reborn To Light
Label: Scarlet Records
VÖ: 20/02/26
Genre: Symphonic Power Metal

Tracklist

01. Birth of Light
02. Flames of Ember Dawn
03. Barque of Millions (Amduat pt. I)
04. The Sacred Union (Amduat pt. II)
05. Soldiers of Re (Amduat pt. III)
06. Reborn to Light (Amduat pt. IV)
07. Feather or Heart
08. Rebellion (Re’s Dying Reign pt. I)
09. Blood and Sand (Re’s Dying Reign pt. II)
10. Farewell (Re’s Dying Reign pt. III)

 

Besetzung

Alex ʹSol’Ra-tuʹ Hunzinger – vocals
Anja ʹSu’en -Chelʹ Hunzinger – keyboards
Robert ʹAbzu’Keanʹ Altenbach – guitar
Pat ʹUr’Athtarʹ Hesse – guitar
Elias ʹIš’Taruʹ Knorr – drums

 

Bewertung:

4/5

Mit »Reborn To Light« legen AEON GODS ihr zweites Album vor und schärfen damit ihr Profil als eine der eigenständigsten neuen Formationen im deutschen Symphonic Power Metal. Die Band setzt weiterhin konsequent auf eine mythologisch geprägte Identität, sowohl musikalisch als auch visuell. Das Line-up besteht aus Alex „Sol’Ra-tu“ Hunzinger am Gesang, Anja „Su’en-Chel“ Hunzinger an den Keyboards, den Gitarristen Robert „Abzu’Kean“ Altenbach und Pat „Ur’Athtar“ Hesse sowie Elias „Iš’Taru“ Knorr am Schlagzeug. Gemischt und gemastert wurde das Album von Simone Mularoni im Domination Studio, was klanglich sofort hörbar ist.

Konzept und Ausrichtung

Schon der Titel »Reborn To Light« macht klar, wohin die Reise geht: Licht, Wiedergeburt, göttliche Macht. AEON GODS greifen erneut tief in die ägyptische Mythologie, diesmal noch stringenter als auf dem Debüt. Das Album ist klar in drei größere Themenblöcke gegliedert. Die vierteilige »Amduat«-Suite erzählt von der nächtlichen Reise des Sonnengottes Re durch die Unterwelt, während die dreiteilige »Re’s Dying Reign«-Trilogie den Verfall und den Umbruch einer göttlichen Ordnung thematisiert. Dazwischen stehen einzelne Songs, die als emotionale Ankerpunkte funktionieren.

Das Konzept wirkt nicht aufgesetzt, sondern strukturiert das Album sinnvoll. Man hört, dass die Band hier nicht einfach ein paar Fantasy-Motive auf Power-Metal-Songs gelegt hat, sondern wirklich in einer zusammenhängenden Geschichte denkt.

Sound und Produktion

Klanglich präsentiert sich »Reborn To Light« ausgesprochen modern, ohne steril zu wirken. Die Produktion ist groß, klar und druckvoll, mit einem sehr ausgewogenen Verhältnis zwischen Orchesterflächen, Gitarren und Rhythmussektion. Die Keyboards von Anja Hunzinger sind allgegenwärtig, aber nie dominierend. Sie schaffen eine dichte, filmische Atmosphäre, die stark an den Soundtrack-Charakter von Bands wie TWILIGHT FORCE oder frühen KAMELOT erinnert.

Die Gitarrenarbeit ist klassisch im besten Sinne: viel Double-Leads, schnelle Riffs, aber auch ausreichend Raum für melodische Soli. Besonders positiv fällt auf, dass das Schlagzeug nicht nur auf Dauerfeuer setzt, sondern mit variierenden Grooves arbeitet, die den Songs Luft zum Atmen lassen.

Gesang und Charakter

Alex Hunzinger ist das klare Zentrum des Albums. Sein Gesang bewegt sich souverän zwischen kraftvollen Power-Metal-Passagen und pathetischen, fast musicalartigen Momenten. Er klingt nie übertrieben, sondern kontrolliert und emotional. Gerade in Songs wie »Feather or Heart« oder »Farewell« zeigt er, dass er nicht nur episch, sondern auch verletzlich singen kann.

Was AEON GODS von vielen Genre-Kollegen unterscheidet, ist der bewusste Umgang mit Dramaturgie. Die Band setzt nicht permanent auf maximale Geschwindigkeit, sondern lässt Spannungsbögen entstehen. Viele Refrains sind eingängig, ohne banal zu wirken, und bleiben auch nach mehreren Durchläufen hängen.

Die Highlights der Tracklist

Der Opener »Birth of Light« erfüllt seine Aufgabe perfekt: episch, hymnisch, sofort im Thema. »Flames of Ember Dawn« zieht das Tempo an und liefert einen der stärksten Refrains des Albums. Die »Amduat«-Suite ist das inhaltliche Herzstück. Besonders »The Sacred Union« und »Reborn To Light« stechen durch ihre vielschichtigen Arrangements hervor, in denen Chorpassagen, orchestrale Elemente und klassische Power-Metal-Strukturen organisch verschmelzen.

»Feather or Heart« ist der emotionalste Song der Platte und funktioniert fast wie eine Power-Ballade ohne Kitsch. Die »Re’s Dying Reign«-Trilogie am Ende bringt das Album dramaturgisch sauber zu Ende, wobei »Blood and Sand« mit seinem treibenden Rhythmus und aggressiveren Riffs für Abwechslung sorgt, bevor »Farewell« einen bewusst ruhigen, melancholischen Abschluss setzt.

Gesamtbild

»Reborn To Light« ist kein Album, das man nebenbei hört. Es verlangt Aufmerksamkeit, funktioniert aber genau deshalb so gut. AEON GODS setzen konsequent auf Atmosphäre, Storytelling und musikalische Geschlossenheit. Das Ergebnis ist ein Werk, das sich wie ein Soundtrack anfühlt, ohne seine Metal-Wurzeln zu verlieren.

Kleine Schwächen gibt es in der Länge einzelner Songs, die stellenweise etwas straffer hätten ausfallen können. Auch die starke Konzeptlastigkeit könnte Hörer abschrecken, die lieber einzelne Hits statt kompletter Albumreisen mögen. Wer jedoch Symphonic-Power-Metal als erzählerisches Gesamtwerk schätzt, bekommt hier genau das geliefert.

AEON GODS haben mit »Reborn To Light« ihren eigenen Stil weiter geschärft und liefern ein durchdachtes, hochwertig produziertes Album ab, das sowohl Fans des Genres als auch Liebhaber epischer Konzepte ansprechen dürfte. Kein revolutionäres Werk, aber ein sehr starkes Statement einer Band, die genau weiß, wofür sie steht.

Fazit: »Reborn To Light« zeigt AEON GODS auf dem Höhepunkt ihrer kreativen Schaffenskraft.

Internet

AEON GODS - Reborn To Light - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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