ROZARIO – Northern Crusaders

ROZARIO - Northern Crusaders - album cover

Band: ROZARIO 🇳🇴
Titel: Northern Crusaders
Label: Pride & Joy Music
VÖ: 20/02/26
Genre: Heavy/Power Metal

Tracklist

01. Fire And Ice
02. We Are One
03. Down Low
04. Free…Forever
05. Crusader
06. Coming Home
07. Die Like Warriors
08. Until The Gods Are Calling
09. Sleepless
10. The Warning
11. Haunted By The Past
12. Betrayed

 

Besetzung

David Rosario – vocals
Stein Hjertholm – guitar
Taran Lister – guitar
Anders Halsan Engum – bass
Per Helge Bruvoll – drums

 

Bewertung:

3,5/5

ROZARIO kommen aus Norwegen und haben sich mit ihrem Zweitwerk »Northern Crusaders« klar im Heavy/Power-Metal verortet. Die Besetzung liest sich wie ein klassisches Genre-Line-up: David Rosario (Vocals), Stein Hjertholm und Taran Lister (Gitarren), Anders Halsan Engum (Bass) sowie Per Helge Bruvoll (Drums). Das Album wurde von Trond Holter produziert, der unter anderem für WIG WAM und JORN gearbeitet hat. Die Marschrichtung ist also klar: melodisch, hymnisch, mit klassischem Metal-Fundament.

Der Sound

»Northern Crusaders« ist ein Album, das bewusst auf bewährte Stilmittel setzt. Doppelgitarren, klare Refrains, treibende Drums und eine Produktion, die modern genug klingt, ohne die alten Tugenden zu verlieren. Trond Holter sorgt für einen druckvollen, sehr sauberen Mix, bei dem besonders die Gitarren angenehm präsent sind. Der Sound ist groß, aber nicht überladen. Alles sitzt dort, wo es sitzen soll, und das kommt den Songs zugute, die stark auf Struktur und Wiedererkennung setzen.

David Rosarios Stimme ist klassisch im Power-Metal angesiedelt: kraftvoll, leicht rau, mit genug Melodiegefühl, um auch die epischen Refrains zu tragen. Er ist kein reiner Hochton-Sänger, sondern bleibt oft in einer erdigen, rockigen Lage. Das passt gut zur insgesamt eher bodenständigen Ausrichtung der Band.

Die Songs

Der Opener »Fire And Ice« macht sofort klar, worum es geht. Ein typischer Genre-Start mit dramatischem Intro, galloppierenden Riffs und einem Refrain, der direkt ins Ohr geht. »We Are One« schlägt in dieselbe Kerbe und wirkt wie eine moderne Variante der klassischen „United we stand“-Metal-Hymnen. Viel Pathos, viel Melodie, wenig Risiko.

Mit »Down Low« wird es etwas grooviger, fast schon hardrockig. Hier zeigt die Band, dass sie nicht nur auf Tempo und Bombast setzt, sondern auch Midtempo beherrscht. »Free… Forever« klingt dann wieder deutlich epischer, mit breiten Akkorden und einem Refrain, der klar auf Live-Mitsingmoment getrimmt ist.

Der Song »Crusader« ist einer der stärkeren Stücke des Albums. Hier passt einfach alles zusammen: markantes Riff, gute Dynamik, starker Chorus. Das ist genau der Song, mit dem man sich die Band auf einem Festival vorstellen kann, irgendwo am frühen Abend, Sonne geht unter, Fäuste in der Luft.

»Coming Home« bringt mehr Melodie und Emotion rein, fast schon balladesk im Aufbau, ohne komplett die Härte herauszunehmen. »Die Like Warriors« ist dann wieder klassischer Power- Metal mit klarer Kampfansage im Titel und entsprechend martialischem Tonfall.

Spannend wird es bei »Until The Gods Are Calling«, das mit fast sieben Minuten zu den längeren Nummern gehört. Hier nimmt sich die Band mehr Zeit für Spannungsbögen und kleine Breaks, was dem Song guttut. »Sleepless« fällt ebenfalls positiv auf, weil es etwas düsterer und persönlicher wirkt als der Rest.

Die zweite Hälfte mit »The Warning«, »Haunted By The Past« und »Betrayed« bleibt stilistisch auf Kurs, leidet aber ein wenig darunter, dass sich gewisse Muster wiederholen. Die Qualität ist konstant, echte Ausreißer nach unten gibt es nicht, aber auch kaum Überraschungen.

Stärken und Schwächen

Die größte Stärke von »Northern Crusaders« ist die Konsequenz. ROZARIO wissen genau, was sie machen wollen, und ziehen das ohne Umwege durch. Das Album klingt geschlossen, professionell und handwerklich sauber. Kein Song fällt komplett aus dem Rahmen, die Produktion ist hochwertig, die Musiker liefern zuverlässig ab.

Die Schwäche liegt genau dort, wo viele Genre-Alben ihre Probleme haben: im Mut zur Eigenständigkeit. ROZARIO klingen gut, aber selten wirklich unverwechselbar. Man hört Einflüsse aus dem europäischen Power Metal der letzten 20 Jahre deutlich heraus, ohne dass die Band daraus etwas radikal Eigenes formt. Das macht die Platte angenehm hörbar, aber auch etwas vorhersehbar.

»Northern Crusaders« ist ein solides Heavy/Power-Metal-Album, das Fans des Genres kaum enttäuschen wird. ROZARIO liefern genau das, was man erwartet: eingängige Refrains, saubere Gitarrenarbeit, viel Pathos und eine Produktion auf hohem Niveau. Wer auf Bands wie HAMMERFALL, BLOODBOUND oder frühen EDGUY steht, wird hier problemlos andocken können.

Für den großen Wurf fehlt der Band noch ein klareres eigenes Profil. Trotzdem ist das Zweitwerk eine überzeugende Weiterführung, die Lust auf mehr macht und zeigt, dass hier Potenzial vorhanden ist. Kein Pflichtkauf für die gesamte Szene, aber definitiv ein Album, das man sich als Genre-Fan anhören sollte.

Fazit: »Northern Crusaders« von ROZARIO ist ein eingängiges und kraftvolles Album, das durch seine gut durchdachten Songs und hohe Spielfreude überzeugt.

Internet

ROZARIO - Northern Crusaders - CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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