ALKHEMIA – Häxen

ALKHEMIA - Haxen - album cover

Band: ALKHEMIA 🇫🇷
Titel: Häxen
Label: Non Serviam Records
VÖ: 13/03/26
Genre: Black Metal

Tracklist

01. Zeitgeist
02. Excressence
03. Hissing Ratz
04. Prekonition
05. Stars and Frozen Faces
06. Nonsense
07. Remnants

 

Besetzung

Alex Josien – Drums
Maxime „LePrince“ Beiler – Guitars
James Spar – Vocals
A.S.A – Bass
Thomas Fontaine – Guitars

 

Bewertung:

4/5

Die Black-Metal-Formation ALKHEMIA arbeitet seit einigen Jahren still, aber zielgerichtet an ihrem eigenen Klangkosmos. Hinter dem Projekt stehen fünf Musiker aus der französischen Undergroundszene. Alex Josien am Schlagzeug, Maxime „LePrince“ Beiler und Thomas Fontaine an den Gitarren, James Spar am Gesang sowie A.S.A am Bass. Gemeinsam bewegen sie sich in einem Spannungsfeld aus traditionellem Black Metal, düsteren Atmosphären und einer gewissen melodischen Kälte.

Mit ihrem Album »Häxen« legen sie nun ein Werk vor, das die klassischen Elemente des Genres aufgreift, ohne sich komplett an alten Mustern festzuklammern. Statt purer Raserei setzt die Band auf Dynamik, dichte Klangschichten und eine Stimmung, die eher schleichend als explosiv wirkt.

Atmosphäre statt Dauerfeuer

Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass ALKHEMIA nicht nur auf Geschwindigkeit baut. Zwar gibt es die typischen Blastbeats und schneidenden Gitarrenlinien, doch das Album lebt vor allem von seiner Atmosphäre. Die Produktion bleibt bewusst rau, aber dennoch transparent genug, damit die Gitarrenarrangements wirken können.

Die beiden Gitarristen Beiler und Fontaine arbeiten häufig mit übereinanderliegenden Melodien. Dadurch entsteht ein kaltes, leicht hypnotisches Klangbild. Alex Josiens Schlagzeug bleibt druckvoll und präzise, ohne die Songs zu überladen. Besonders auffällig ist der Bass von A.S.A, der nicht im Hintergrund verschwindet, sondern dem Gesamtbild eine dunkle Tiefe gibt.

James Spar steuert dazu einen Gesang bei, der zwischen klassischem Black-Metal-Kreischen und einem rauen, fast erzählerischen Ton wechselt. Dadurch gewinnen einige Passagen an Intensität, ohne ins monotone Geschrei abzurutschen.

Auftakt mit »Zeitgeist«

Der Opener »Zeitgeist« setzt sofort den Ton für das Album. Ein langsamer Aufbau führt in ein kaltes Riff, das sich allmählich verdichtet. Die Band zeigt hier ihr Gespür für Spannung. Statt direkt loszustürmen, lassen sie das Stück atmen.

Danach folgt »Excressence«, deutlich aggressiver und schneller. Hier dominieren Blastbeats und harsche Gitarrenläufe. Trotzdem bleibt im Hintergrund eine melodische Linie hörbar, die dem Song Struktur verleiht.

Mit »Hissing Ratz« wird das Tempo leicht zurückgenommen. Das Stück wirkt dreckiger und roher, fast punkig in seiner Energie. Gerade dieser Kontrast innerhalb der ersten drei Tracks sorgt dafür, dass das Album nicht gleichförmig wirkt.

Dunkle Mitte des Albums

In der Mitte der Platte entfaltet »Häxen« seine stärkste Atmosphäre. »Prekonition« beginnt mit einer fast unheimlichen Gitarrenfigur, die sich langsam steigert. Der Song lebt von seinem Aufbau und entwickelt sich zu einem der eindrucksvollsten Momente des Albums.

Ähnlich stark wirkt »Stars and Frozen Faces«. Hier zeigt sich die melodische Seite der Band besonders deutlich. Die Gitarren erzeugen eine frostige Klanglandschaft, während das Schlagzeug zwischen treibenden und zurückgenommenen Passagen wechselt.

Diese beiden Stücke geben dem Album Tiefe. Man merkt, dass ALKHEMIA nicht nur einzelne Songs aneinanderreiht, sondern versucht, eine durchgehende Stimmung zu schaffen.

Experiment mit »Nonsense«

Der sechste Track »Nonsense« fällt etwas aus dem Rahmen. Rhythmisch wirkt der Song kantiger, teilweise fast chaotisch. Die Gitarren laufen hier weniger melodisch, eher fragmentiert.

Das kann zunächst irritieren, sorgt aber für Abwechslung. Gerade in der zweiten Hälfte des Stücks finden die Musiker wieder zu ihrem typischen Klang zurück. Dieser kleine Ausbruch zeigt, dass die Band bereit ist, ihre Grenzen auszutesten.

Abschluss mit »Remnants«

Den Abschluss bildet »Remnants«, ein Song, der das Album ruhig ausklingen lässt. Die Geschwindigkeit wird reduziert, dafür rücken Atmosphäre und Melodie stärker in den Vordergrund.

Die Gitarren wirken hier fast melancholisch. Spars Stimme klingt etwas tiefer und kontrollierter als zuvor. Dadurch entsteht ein Gefühl von Nachhall, als würde das Album langsam im Nebel verschwinden. Ein passender Schluss für eine Platte, die stark von Stimmung lebt.

»Häxen« ist kein Album, das mit maximaler Aggression beeindrucken will. Stattdessen setzt ALKHEMIA auf Atmosphäre, Struktur und eine gewisse klangliche Kälte. Die Band zeigt ein gutes Gespür für Dynamik und lässt den Songs genug Raum, sich zu entwickeln.

Nicht jeder Moment wirkt vollkommen zwingend. Einige Passagen wiederholen bekannte Genreformeln, und gerade im Mittelteil hätten ein oder zwei Ideen noch stärker ausgearbeitet werden können. Dennoch bleibt der Gesamteindruck klar positiv.

Die Musiker verstehen ihr Handwerk, und besonders die Gitarrenarbeit sorgt immer wieder für starke Momente. Zusammen mit der rauen Produktion entsteht ein Album, das sich gut in die Tradition des europäischen Black Metal einfügt, dabei aber genug Eigenständigkeit behält.

Fazit: »Häxen« von ALKHEMIA ist ein gelungenes Werk, das die dunkle Seele des Black-Metal einfängt, ohne dabei den Blick für Innovation zu verlieren.

Internet

ALKHEMIA - Häxen - CD Review

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Robert
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Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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