BARA – Mary Cry

BARA - Mary Cry - album cover

Band: BARA 🇮🇹
Titel: Mary Cry
Label: Club Inferno Ent.
VÖ: 13/03/26
Genre: Gothic Dark Rock

Tracklist

01. Mary Cry
02. Frozen Tears
03. Raven’s Day
04. In The Flames
05. Die, Die My Darling (Misfits cover)
06. Obscura Somnia
07. The End
08. Voices From The Dark

 

Besetzung

Luke Warner – lead vocals, programming, theremin, sound devices
Denny Z – keyboards, synthesizer, programming
Luca Stoppa – guitars
Massimo P. – drums

 

Bewertung:

3,5/5

Eine Band zwischen Schatten, Synths und Gitarren

Die Formation BARA bewegt sich seit einiger Zeit in den dunkleren Randzonen des Rock. Ihr Klang lebt von einer Mischung aus Gothic-Dark-Rock, elektronischen Elementen und einer spürbaren Vorliebe für atmosphärische Klangexperimente. Hinter dem Projekt stehen vier Musiker, die unterschiedliche musikalische Rollen übernehmen. Luke Warner prägt das Gesamtbild mit Lead-Gesang, Programming, Theremin und diversen Soundgeräten. Denny Z steuert Keyboards, Synthesizer und zusätzliche Programmierungen bei. Luca Stoppa sorgt für die Gitarrenarbeit, während Massimo P. das Schlagzeug spielt.

Für das Album »Mary Cry« wurde die Band zusätzlich von mehreren Gastmusikern unterstützt. Miss Hell übernahm einen Großteil der Schlagzeugspuren, während Pino Sinnone am achten Song hinter den Drums sitzt. Die Basslinien stammen überwiegend von Alessio Trapella, mit Diego Banchero als Bassist beim finalen Track.

Mit dieser Besetzung entsteht ein Werk, das stark von Atmosphäre lebt und zugleich immer wieder den Versuch unternimmt, klassische Gothic-Rock-Strukturen mit moderner Elektronik zu verbinden.

Zwischen Melancholie und düsterer Energie

Schon der Titelsong »Mary Cry«, der das Album eröffnet, setzt den Ton. Kalte Synthflächen und eine leicht hallende Stimme bestimmen die Stimmung, bevor Gitarren und Rhythmus eingesetzt werden. Der Song funktioniert gut als Einstieg, weil er die beiden zentralen Pole des Albums zeigt. Elektronische Dunkelheit auf der einen Seite und rockige Dynamik auf der anderen.

»Frozen Tears« vertieft diesen Eindruck. Hier dominieren melancholische Keyboardlinien, während die Gitarren eher zurückhaltend eingesetzt werden. Die Produktion legt viel Gewicht auf Atmosphäre. Das passt zum Genre, führt aber auch dazu, dass einzelne Passagen etwas gleichförmig wirken.

Mit »Raven’s Day« nimmt das Album erstmals deutlich Fahrt auf. Die Gitarren treten stärker in den Vordergrund, der Rhythmus wirkt drängender. Luke Warners Gesang bewegt sich zwischen dunklem Sprechgesang und melodischen Passagen, was dem Song eine gewisse Spannung verleiht.

Dunkle Klanglandschaften

»In The Flames« gehört zu den Stücken, die besonders stark mit Klangschichten arbeiten. Synthesizer, Gitarren und elektronische Effekte werden übereinandergelegt, wodurch ein dichter Sound entsteht. Gerade hier macht sich Warners Einsatz ungewöhnlicher Instrumente wie des Theremins bemerkbar. Die sirenenartigen Klänge verstärken die unheimliche Atmosphäre.

Eine kleine Überraschung folgt mit »Die, Die My Darling«. Der Song ist eine Coverversion des MISFITS-Klassikers. BARA verpasst dem Stück einen deutlich dunkleren, elektronischeren Anstrich. Die ursprüngliche Punkenergie bleibt zwar erkennbar, wird aber durch Synths und eine schwerere Produktion ergänzt. Diese Interpretation funktioniert überraschend gut und bringt etwas Abwechslung in die Tracklist.

»Obscura Somnia« kehrt anschließend wieder zu einem eher träumerischen, fast hypnotischen Stil zurück. Der Song lebt von langsamen Rhythmen und schwebenden Klangflächen. Hier zeigt sich die experimentellere Seite der Band.

Der Weg zum Finale

Mit »The End« steuert das Album auf seinen Höhepunkt zu. Der Titel wirkt wie ein klassischer Gothic-Rock-Track. Treibende Drums, markante Gitarrenriffs und ein Refrain, der sich schnell festsetzt. Die Mischung aus Elektronik und Rock funktioniert hier besonders ausgewogen.

Der Abschluss »Voices From The Dark« bringt eine weitere Variation ins Spiel. Pino Sinnone sitzt hier am Schlagzeug, während Diego Banchero den Bass übernimmt. Das Stück wirkt etwas roher als die anderen Songs. Gleichzeitig baut es eine düstere, fast filmische Atmosphäre auf, die gut zum Albumtitel passt.

Produktion und musikalische Handschrift

»Mary Cry« zeigt deutlich, dass BARA stark von elektronischen Klangfarben geprägt sind. Synthesizer und Programming spielen eine zentrale Rolle, während Gitarren eher ergänzend eingesetzt werden. Gerade Fans klassischer Gothic-Rock-Gitarren könnten sich an manchen Stellen etwas mehr Druck wünschen.

Die Produktion ist insgesamt sauber und atmosphärisch dicht. Besonders die Soundeffekte und die Theremin-Passagen verleihen dem Album eine eigene Note. Gleichzeitig führt der starke Fokus auf Stimmung gelegentlich dazu, dass einzelne Songs strukturell weniger markant wirken.

Der Gesang von Luke Warner passt gut zur musikalischen Umgebung. Seine Stimme bleibt meist im dunklen, leicht distanzierten Bereich. Das unterstützt die melancholische Grundstimmung, könnte stellenweise aber etwas mehr Variation vertragen.

Ein solides Genre-Album

»Mary Cry« ist ein Album, das klar in der Gothic-Dark-Rock-Szene verankert ist und seine Stärken vor allem in Atmosphäre und Klanggestaltung hat. Die Mischung aus elektronischen Elementen, Gitarren und experimentellen Sounds sorgt für ein eigenständiges Klangbild. Besonders Songs wie »Raven’s Day«, »In The Flames« und »The End« zeigen das Potenzial der Band.

Nicht jeder Track bleibt dauerhaft im Gedächtnis, und gelegentlich wirkt das Tempo des Albums etwas gleichmäßig. Trotzdem liefert BARA hier ein solides Werk ab, das vor allem Fans dunkler, elektronisch geprägter Rockmusik ansprechen dürfte.

Fazit: Mit »Mary Cry« gelingt BARA ein beeindruckender Einblick in die dunkle Seite des Gothic-Dark-Rock.

Internet

BARA - Mary Cry - CD Review

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Robert
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Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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