Band: Annihilator
Titel: Suicide Society
Label: UDR Music
VÖ: 18.09.15
Genre: Speed/Thrash Metal
Bewertung: 3/5
Written by: Robert

Annihilator im Jahre des Metal 2015. Weiter ohne irgendwelche Veränderungen? Nun wer Annihilator bzw. Jeff Waters kennt, weiß, dass er stets an sich und seinem Baby arbeitet.

Eigentlich dachte meine Wenigkeit nach der Ankündigung dass er gemeinsam mit Coburn Pharr
auf dem 70.000 Tons Of Metal spielt, dass hier ein zweiter Frühling in Sachen „Never, Neverland“ folgen würde. Hatte man ja schon einmal Randy Rampage für kurze Zeit und ein Album zurückgeholt.

Nun nichts dergleichen, nach dem persönlichen Ausstieg vom sympathischen Dave Padden übernimmt Mastermind Jeff Waters wieder komplett die Vocals, ist ja auch nichts wirklich Neues, denn mit „King Of The Kill“, „Refresh The Demons“ und „Remains“ gab es in der Karriere bereits drei Alben, wo Jeff im Alleingang die Vocals bot und auch zeigte, dass solche Alben durchaus funktionieren können.

„Suicide Society“ ist ein neues Machwerk wo klar Mr. Waters sämtliche Strippen zieht und sich an Mr. Mustain und James Hetfield orientiert, zumindest gesanglich. Ob das alleinige schwingen des Zepters gut ist, oder auch nicht für ein langanhaltendes Bandgefüge wird die Zeit zeigen, bis dato hat es im Falle von Annihilator immer funktioniert. Fakt ist, die Band ist einfach das Baby von Jeff und da hat niemand wirklich mitzureden.

Produktions-technisch wird hier eine glasklare Platte geboten, bekannte Riffs aus dem Hemdsärmel von Jeff, welche locker vom Hocker runtergezwirbelt werden gibt es am laufenden Band. Hier liegt auch ein erster Knackpunkt, teilweise sehr anstrengend, wenn man den Gesamteindruck bewertet. Diese Gitarrenfidelei geht fast durchgehend ins Gehör und das klingt so dermaßen nach Egotripp, sodass man am liebsten nach vorne skippt. Vorbei scheinen die Zeiten zu sein, wo man superbe Speed/Thrash Licks bekommt. An und für sich sind ja Solis hier und da passend eine feine Sache, aber hier übertreibt Jeff es meiner Meinung komplett und dadurch verliert man recht schnell das Interesse. Vor allem bei „Suicide Society“ und „My Revenge“ würde man am liebsten sofort das Album ausmachen.

Das sehr an eine moderne Version von Metallica klingende „Snap“ ist der dunkelste, wie auch eingängigste Track auf diesem Album. Erinnert Streckenweise etwas an die Zeit unter dem Deckmantel „Set The World on Fire“. Jeff hat sich mit seinem neuen Silberling irgendwo zwischen diesem und eben „Remains“ angesiedelt. Dies funktioniert leider nicht, zumindest nicht vollständig, denn fairerweise muss man zugeben, dass der Kanadier nach wie vor zu den Größen des Speed/Thrash gehört.

Der Annihilator Fan ist hier wahrlich auf dem Prüfstein mit seinen Favoriten. Denn technisch bietet man echt viel, vielleicht auch zu viel. Das man dabei eben nicht unbedingt den Renner fürs Gehör bringt steht außer Frage. Gute melodische Einlagen werden nach Zehntelsekunden mit schrillen Soligeschredder unterbuttert, sodass man echt nicht mehr kann und sich fragt, ob weniger oftmals nicht mehr ist. Kein Groove, sondern glasklare Einlagen, lassen den Silberling an und für sich sehr lasch klingen. Es fehlt einfach der gewisse punsh.

Gemeckert wird ja bei Rezensionen oftmals viel, aber hier bekommt der reinrassige Annihilator Liebhaber leider eine Scheiblette, die zum ersten Mal gar nicht zünden will. Es steht wie gesagt außer Frage, dass die kanadische Speed/Thrash Institution eine kunstfertige Sache in diesem Bereich sind. Warum man aber komplett in das Shred Universum schlittert ist etwas fraglich und mindert wahrlich den Höreindruck. Man sieht sich fast durchgehend an die Wand genagelt und die Kanadier feuern am laufenden Band eine Salve nach der anderen ab. Das dies nicht unbedingt förderlich ist, ist einfach ein Fakt, denn dadurch geht sehr schnell das Interesse verloren und man sehnt sich sehr schnell nach alten Alben von Annihilator.

Fazit: Das neueste Werk von Mr. Waters ist nicht unbedingt der Brenner. Keine Frage, technisch wird hier ein Mahl geboten an dem man sich laben kann, nur wird hier einfach komplett wirr ein Lick und ein Soli nach dem anderen runtergekeult, sodass man recht bald das Interesse verliert. Persönlich muss ich leider sagen, das wohl schwächste Album von dieser kanadischen Größe.

Tracklist:

01. Suicide Society
02. My Revenge
03. Snap
04. Creepin‘ Again
05. Narcotic Avenue
06. The One You Serve
07. Break, Enter
08. Death Scent
09. Every Minute

Besetzung:

Jeff Waters (voc & guit)
Aaron Homma (guit)
Oscar Rangel (guit & bass)
Mike Harshaw (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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