Tracklist
01. Move
02. Don’t Miss
03. Rockstar
04. Mirror
05. Severance
06. Know Me
07. Yuck
08. Sweat
09. 000
10. Last Time
11. Wait
12. Have Faith
Besetzung
Joshua O’Donnell – vocals/guitar
Benny Canham – guitar
Harlan Allen-Jones – bass
James Feekes – drums
BANKS ARCADE machen es einem nicht gerade leicht, sie sauber in eine Schublade zu stecken. Die Neuseeländer werfen modernen Metal, Metalcore, elektronische Sounds und Hip-Hop-Einflüsse zusammen und lassen daraus einen ziemlich wuchtigen Bastard entstehen. Klassischer Metal ist hier eher Ausgangsmaterial als feste Leitlinie. Gitarren dürfen ordentlich Druck machen, gleichzeitig blitzen elektronische Sounds durch und rhythmisch wird immer wieder mit Elementen gearbeitet, die deutlich außerhalb des üblichen Metal-Kosmos liegen.
Mit „Second Place Superstar“ legen Joshua O’Donnell, Benny Canham, Harlan Allen-Jones und James Feekes zwölf Songs vor, die genau diese Mischung ausleben. Und eines kann man der Truppe nicht vorwerfen, mangelnde Energie.
Schon „Move“ geht ohne lange Aufwärmrunde nach vorne. Fette Gitarren, ordentlich Wumms und ein moderner Sound, der ziemlich direkt auf die Zwölf geht. „Don’t Miss“ setzt diese Linie fort, während „Rockstar“ mit seinem Titel schon ziemlich genau verrät, welche Attitüde hier auf dem Programm steht. Das Ganze wirkt selbstbewusst, teilweise beinahe rotzfrech, bleibt dabei aber fest im modernen Metal verankert.
Keine Lust auf Genregrenzen
Interessanter wird es bei „Mirror“ und „Severance“. Hier funktioniert die Verbindung aus schweren Gitarren und elektronischen Elementen für meinen Geschmack am besten. Die Songs wirken nicht so, als hätte man einfach ein paar moderne Sounds über fertige Metaltracks gekippt. Die verschiedenen Einflüsse greifen tatsächlich ineinander. Genau dort zeigen BANKS ARCADE, was in ihnen steckt.
Das Problem ist nur, diese Momente sind nicht durchgehend auf diesem Niveau. Bei „Know Me“, „Yuck“ und „Sweat“ ist zwar ordentlich Bewegung in der Bude, aber irgendwann stellt sich die Frage, welcher Song gerade eigentlich läuft. Die Produktion ist druckvoll und sauber, die Band spielt tight, doch nicht jeder Track besitzt einen eigenen Abdruck. Und das ist bei einem Album mit zwölf Songs durchaus ein Thema.
Druck ist nicht alles
„Second Place Superstar“ klingt modern. Keine Frage. Die Gitarren sitzen, das Schlagzeug marschiert und die Produktion sorgt dafür, dass nichts dünn oder kraftlos wirkt. BANKS ARCADE wissen offensichtlich ziemlich genau, wie ihr Sound funktionieren soll. Nur ist ein fetter Sound eben noch kein gutes Songwriting.
Bei „000“, „Last Time“ und „Wait“ hatte ich immer wieder das Gefühl, dass die Band eigentlich mehr könnte. Es gibt interessante Ansätze, knackige Rhythmen und genügend Härte, aber manches rauscht einfach vorbei. Gerade wenn man sich bewusst zwischen mehreren musikalischen Welten bewegt, braucht es Songs, die auch dann funktionieren, wenn man die ganzen Produktionstricks einmal beiseitelässt. Hier fehlt mir stellenweise der große Moment.
Nicht unbedingt der typische Stadion-Refrain oder irgendein künstlich aufgeblasener Metal-Pathos. Einfach ein paar Stellen, bei denen man nach dem Ende des Songs sofort wieder zurückspringen möchte.
„Have Faith“ bildet den Abschluss und passt ziemlich gut ins Gesamtbild. Modern, schwer, elektronisch angehaucht und mit genügend Druck versehen. Ein schlechter Abschluss ist das keineswegs. Nur schafft es auch dieser Track nicht, das Album noch einmal entscheidend nach oben zu ziehen.
BANKS ARCADE haben definitiv eine eigene Vorstellung davon, wie moderner Metal klingen soll. Das rechne ich ihnen hoch an. Statt sich brav an irgendeine Genreformel zu halten, wird hier munter vermischt, was musikalisch gerade interessant erscheint. Metal trifft auf Elektronik, Alternative und Hip-Hop, ohne dass daraus völliger akustischer Brei wird. Trotzdem bleibt bei mir nach „Second Place Superstar“ ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück.
Die Platte hat Druck. Sie hat Energie. Sie hat auch einige richtig interessante Momente. Was ihr fehlt, sind allerdings mehr Songs, die sich dauerhaft festbeißen. Vieles klingt im ersten Durchlauf spannend und modern, verschwindet danach aber wieder ziemlich schnell aus dem Kopf.
Das ist schade, denn die Band besitzt durchaus Charakter. Nur muss aus dem interessanten Sound irgendwann auch Material werden, das einem nicht mehr aus dem Schädel geht.
BANKS ARCADE liefern modernen Metal mit ordentlich Elektronik im Tank und genug Wut unter der Haube. Für den großen Volltreffer fehlt mir aber noch das nötige Songmaterial. Reinhören lohnt sich, die ganz große Begeisterung bleibt bei mir diesmal allerdings aus.
Fazit: BANKS ARCADE setzen mit „Second Place Superstar“ ein Statement für Mut zur Innovation im modernen Metal.






