Band: MEURTRIER 🇨🇦
Titel: Messe de Fer
Label: Jawbreaker Records
VÖ: 25/09/26
Genre: Speed Metal

Tracklist

01. Clandestin
02. Cri Silencieux
03. Messe de Fer
04. Bête de l’Ombre
05. Sans Trône
06. Exil
07. Suis-Moi
08. Fatal Ennemi
09. Meurtrier

 

Besetzung

William “Will” Verrault – Guitars
Martin Paquet – Guitars
Anthony “Tony” Verrault – Vocals
Jeff Tremblay – Bass
Fred Tremblay – Drums

 

Bewertung:

4/5

Französischer Stahl aus Québec

Manchmal braucht es keine komplizierte Formel. Ein paar scharfe Gitarrenriffs, ein Schlagzeug, das ordentlich nach vorne tritt, dazu ein Sänger, der klingt, als würde er dem nächsten Gegner gerade die Tür eintreten. MEURTRIER aus Québec City haben sich genau dieser einfachen, aber wirkungsvollen Idee verschrieben. Die Band wurde 2023 gegründet und holt auf ihrem ersten Album „Messe de Fer“ den Geist des klassischen Heavy und Speed Metal zurück in die Gegenwart.

Dabei kommen die fünf Musiker keineswegs als blutige Anfänger daher. Will Verrault und Martin Paquet teilen sich die Gitarren, Tony Verrault übernimmt Gesang, Jeff Tremblay den Bass und Fred Tremblay sitzt hinter dem Schlagzeug. Ihre musikalische Heimat liegt tief im Metal-Underground von Québec und Montréal. Nach einer ersten Demo aus dem Jahr 2024 folgt nun der große Schritt zum Debütalbum.

Riffs statt Hochglanz

„Clandestin“ geht sofort mit ordentlich Geschwindigkeit los. Kein langes Vorgeplänkel, keine künstlich aufgeblasene Einleitung. Die Gitarren legen los und das Schlagzeug schiebt kräftig von hinten. Der Sound bleibt dabei erfreulich bodenständig. Man hört die einzelnen Instrumente, ohne dass alles bis zum letzten Millimeter glattpoliert wurde. Genau das steht MEURTRIER gut.

Die Band orientiert sich hörbar am Heavy und Speed Metal der Achtziger. Wer ADX, SORTILÈGE, EXCITER oder AGENT STEEL im Plattenschrank stehen hat, wird die Richtung ziemlich schnell erkennen. Trotzdem kopieren die Kanadier ihre Vorbilder nicht einfach Note für Note. Ein entscheidender Bestandteil ist die französische Sprache. Tony Verrault singt nicht auf Englisch, sondern verleiht den Songs damit einen deutlich eigenen Charakter.

Bei „Cri Silencieux“ funktioniert diese Mischung besonders gut. Die Nummer verbindet Geschwindigkeit mit einer dunkleren Atmosphäre, während „Messe de Fer“ stärker auf klassische Heavy-Metal-Melodien setzt. Die Gitarren dürfen hier auch einmal länger stehen bleiben, anstatt permanent auf der Überholspur zu fahren.

Das sorgt für Abwechslung, denn MEURTRIER haben verstanden, dass ein komplettes Album nicht aus neun identischen Speed-Metal-Attacken bestehen kann.

Dunkel, direkt und manchmal herrlich altmodisch

„Bête de l’Ombre“ schlägt anschließend eine etwas düsterere Richtung ein. Der Song wirkt schwerer und bedrohlicher, ohne den roten Faden des Albums zu verlieren. Gerade solche Momente tun der Platte gut. Sie zeigen, dass hinter dem ganzen Tempo durchaus ein Gespür für Atmosphäre steckt.

„Sans Trône“ und „Exil“ gehen wieder stärker in Richtung melodischer Heavy Metal. Die Gitarrenarbeit steht dabei klar im Mittelpunkt. Keine überladenen Arrangements, sondern Riffs, Leads und Soli, die ihren Platz bekommen. Das klingt stellenweise herrlich altmodisch. Und genau so soll es vermutlich auch sein.

„Suis-Moi“ gehört zu den Stücken, die sich angenehm schnell im Kopf festsetzen. Danach zieht „Fatal Ennemi“ wieder kräftig am Tempohebel. Hier kommt die Speed-Metal-Seite der Band besonders deutlich zum Vorschein. Das Schlagzeug treibt, die Gitarren sägen und Tony Verrault setzt seine Vocals mit ordentlich Druck darüber.

Perfekt ist das allerdings nicht. Einige Passagen bewegen sich sehr dicht an bekannten Achtziger-Mustern. Manchmal fehlt der kleine Überraschungsmoment, der aus einem guten Song einen richtig starken macht. Dafür besitzen die Stücke genügend Energie, um diese Schwäche nicht allzu schwer wiegen zu lassen.

Eisenmesse mit eigenem Gesicht

Zum Ende hin bringen „Fatal Ennemi“ und „Meurtrier“ noch einmal die wesentlichen Zutaten des Albums zusammen. Geschwindigkeit, dunkle Melodien und dieser klassische Metal-Spirit, der sich heutzutage wohltuend gegen überproduzierte Hochglanzware absetzt.

Besonders die französischen Texte verhindern, dass „Messe de Fer“ komplett wie eine Zeitreise ohne eigenes Ziel wirkt. Die Sprache passt erstaunlich gut zu den düsteren und teilweise okkult angehauchten Themen. Dadurch bekommt die Band trotz der klaren Achtziger-Wurzeln ein eigenes Gesicht.

Natürlich steht nach einem Debüt noch einiges offen. Live haben MEURTRIER bislang erst wenige Auftritte absolviert, wobei die bisherigen Konzerte laut Band von hoher Energie und Frontmann Tony Verraults Bühnenpräsenz geprägt sind. Ob sich diese Intensität auch über längere Touren hinweg halten lässt, wird die Zukunft zeigen.

„Messe de Fer“ ist kein Album für Leute, die beim Metal ständig nach der nächsten großen Neuerfindung suchen. MEURTRIER wollen Stahl, Geschwindigkeit und Melodie. Punkt. Das machen sie ziemlich konsequent und vor allem ohne den Eindruck zu erwecken, unbedingt irgendeinem aktuellen Trend hinterherlaufen zu müssen.

Ein paar Songs könnten noch mehr Eigenständigkeit vertragen und nicht jeder Riff sitzt so zwingend wie die besten Momente der Platte. Trotzdem hat das Album Charakter. Die französischen Vocals, der leicht raue Sound und die Mischung aus Speed und traditionellem Heavy Metal geben „Messe de Fer“ genügend eigenes Blut mit auf den Weg.

Das hier ist kein geschniegelt produziertes Retroprodukt aus dem Metal-Supermarkt. MEURTRIER klingen eher nach einer alten Lederjacke, einem über Jahre gesammelten Plattenstapel und einer Band, die einfach Bock darauf hat, ihre Verstärker aufzudrehen. Und manchmal reicht genau das.

Fazit: „Messe de Fer“ von MEURTRIER ist ein Muss für alle Liebhaber des rauen, schnellen Metals, die nach ehrlicher, kraftvoller Musik suchen.

Internet

MEURTRIER - Messe de Fer - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.