Band: Biolence
Titel: Melodic Thrashing Mayhem
Label: Indipendent
VÖ: 2010
Genre: Thrash/Death Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Die portugiesische Metal Szene hat weit mehr zu bieten als nur Moonspell. Das mag vielleicht in hiesigen Gefilden zwar nicht ganz bekannt sein, aber es ist einfach so. Eine weitere Band aus dem südlichen Europa ist bei uns vorstellig geworden und hat uns ihr Material zum Rezensieren überlassen. Es sind dies die Thrasher von Biolence aus Villa Nvoa Gaia in der Nähe von Porto und die Burschen agieren wieSepultura zu ihren Glanzzeiten. Das aktuelle, zweite Lebenszeichen nach dem 2004 veröffentlichten Demo „Biolence“ ist nun „Melodic Thrashing Mayhem“ und das klingt wie eine Thrash Metal Massenvernichtungswaffe die uns von César (voc & guit), David (guit), Markito (bass) und Dani (drums) geboten wird.

Das „Intro“ ist eine Klangeröffnung wo man das Rad in Sachen Zeitgeschichte dreht und die Thematik Hiroshima/Nagasaki und dem Atombombenabwurf aufgegriffen hat. Gutes Flair welches man hier mit der Einleitung erzeugt.

Dieses wirkt sich auch auf den ersten regulären Track aus, welcher wie eine Thrash Atombombe einschlägt. „Biolence“ rotiert mit einer sehr ungeschliffenen und rohen Härte, kurze Groove Breaks ändern nur kaum am Atemberaubenden Tempo und man ackert mit einer Bretterschiene die viel Circle Pit Charakter aufweist. Die dadurch entstandenen Wegweiser und Eckpfeiler in Richtung Brasilien sind durchaus legitim und dennoch weiß die Mannschaft mit einer gehörigen Portion eigene Akzente zu setzen und geht so nicht in der breiten Masse unter. Kleinere Melodieeinlange bereichern das sehr schroffe Gesamtbild durchaus gut und verschaffen kurzzeitig eine Verschnaufpause, bevor man wieder in die Presche springt und mit einer wilden Agitation überzeugt.

Langsames Riff im Doombereich, welches sehr melodisch rüber kommt wird als etwas längere Eröffnung von „Land and Freedom“ genutzt. Nach gut 50 Sekunden zockt man aber ein wildes, eisiges Programm und auch der Thrash Anteil wird gekonnt mit vielen Death Linien verbunden. Doch weiterhin dominiert der Thrash Metal das Soundgeschehen. Wie die europäischen Kinder oder Brüder vonSepultura klingt diese Truppe, das habe ich bereits angemerkt und das kann man ruhig so stehen lassen, doch diese bekanntere Rhythmik ergänzt man sehr gut mit vielen eigenen Einfällen bzw. härteren Gemütsausbrüchen die mehr Richtung Norden tendieren. Das Tempo wird mit einer guten Auswahl quer durch die Palette gewechselt und somit kommt man sich hier wie auf einer Achterbahnfahrt vor.

Ein kleines Schmunzeln zaubert mir das Intro von „Blood of the Gods“ ins Gesicht, handelt es sich doch hier tatsächlich um einen Auszug aus der Schlacht von „Der Herr der Ringe“. Nachgesetzt wird mit einem melodischen, rasselnden Gitarrenspiel. Die doch etwas mehr im Black Metal fungierenden Gitarrenlinien wechselt man aber nach gut einer Minute ab und vielmehr hantiert man mit vielen Rhythmen im Bereich des Death/Thrash herum. Auch klingt das Ganze durchwegs nordischer, was eben der sehr breite heroische Amon Amarth Effekt ausmacht mit dem man uns hier die Ohren durch putzt. Billiger Abklatsch? Nein auf keinen Fall, sicher etliche Noten dabei die einem durchaus bekannt vorkommen und dennoch klingt man nicht etwa abgelutscht sondern überzeugt mit viel eigenem Charme. Glanzvoller, heroischer Bangertrack im Death/Thrash Metal der seine Wirkung erzielt und man heftigst aufgefordert wird zu Bangen.

„Pure“ ist eine deutliche Kurskorrektur, auch wenn man weiterhin etwas mehr nördlichere Death/Thrash Rhythmen durch die Boxen jagt. Viel verspielter und melodischer ist diese Korrektur ausgefallen. Zwar setzt man viele Eckpfeiler in Richtung Death Metal, doch wird das Geschehen immer mehr von der Thrash Metal Schlagseite dominiert. Zusätzlich gibt es noch einige Ingredienzien aus dem Groove und Modern Metal Bereich und fertig ist die bunte Mischung im Death/Thrash Bereich die zum Abgehen bestärkt.

Schlussendlich erledigt man noch den Rauswurf mit dem „Outro“ doch das ist nur ein Summen und darum eher nebensächlich, lieber noch einmal das Teil von vorne starten.

Fazit: Hämmernder Thrash/Death Metal der mit vielen Wegweisern Richtung Schweden, als auch Brasilien die Trommelfelle zum Vibrieren bringt.

Tracklist:

01. Intro
02. Biolence
03. Land and Freedom
04. Blood of the Gods
05. Pure
06. Outro

Besetzung:

César (voc & guit)
David (guit)
Markito (bass)
Dani (drums)

Internet:

Biolence @ MySpace

Biolence @ Last FM

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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