Tracklist
01. Released By Fire
02. Vows Sworn For Centuries
03. Into The Inner Temple
04. Deconstruction Of All Realities
Besetzung
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Von der Band selbst charakterisiert als „Portuguese Mysticism“ – BLACK CILICEs neues Album „Votive Fire“ ist das siebte Full-Length der portugiesischen Band, Exponenten von Raw Black Metal. Eine weitere Reise in den typischen Band-Klang, ein weiteres Release, das das musikalische und philosophische Credo der Band betont.
Trostlose Atmosphäre mit melodischer Komponente
Das Album eröffnet direkt in den typischen Klang mit „Released By Fire“ – ziemlich trostlose und depressive Atmosphäre mit verzweifelten Vocals und trauriger melodischer Linie. Der Klang hat eine gewisse erdrückende Qualität – die Instrumente wiederholen die dichten Akkorde, behalten den melancholischen Ton, eine Musik voll von Kontrasten und Emotionen. Verzweifelte Shouts, leidenschaftliche Shrieks und vor allem die Leadgitarre, die eine schöne melodische Komponente bringt. Ein guter Song, ein vielversprechender Opener.
Außer der Information, dass sie eine portugiesische Band sind, ist nicht viel bekannt über BLACK CILICE. Totales Mysterium und Geheimnis über die beteiligten Musiker oder Geschichte des Projekts. Promotion-Fotos sind im typischen Old-School Black Metal Spirit – zeigen eine Person mit Corpsepaint. Daher könnte es ein Ein-Mann-Projekt sein, das sind bereits Spekulationen. Wir bleiben ausschließlich bei der Musik, wie immer in solchen Situationen.
Ein anderer Ton startet „Vows Sworn For Centuries“ – auch wenn es mehr wie eine Fortsetzung des vorherigen Songs ist, hat sich die ganze Stimmung in eine erdrückendere und aggressivere verschoben. Nicht so melodisch wie der Opener, dennoch keine große Abweichung von diesem Klangbild. Leidenschaftliche Vocals, gnadenlose Drums und kontinuierliche Tremolo-gepickte Leadgitarre bringen die Melodie mit großem Wiederholungsfaktor.
Rohe Lo-Fi-Produktion erschwert musikalische Unterscheidung
Die Produktion ist roh, fast Lo-Fi – außer disparaten Schreien und Shouts und von Zeit zu Zeit klarer Leadgitarre nicht viel Klarheit im Klang. Nur wenige Akzente auf einem Meer von Geräuschen. Man sollte allerdings nichts anderes erwarten von einem deklarierten Raw Black Metal als Stil. Nicht notwendigerweise eine erfreuliche Erfahrung – der Exzess an Rohheit, der abrasive und schlammige Klang machen es schwer, die Musik zu unterscheiden. Das ist die künstlerische Vision der Band.
Noch dissonanter und roher kommt „Into The Inner Temple“ – auch langsamer und simpler als Songwriting, mehr wie ein kontinuierlicher Fuzz, hier und da übergossen mit gequälten Schreien. Weniger zugänglich als Musik, höchstwahrscheinlich näher am Band-Credo und Vision. Nicht viel musikalische Substanz auch, entwickelt sich in mehr und mehr aggressives Territorium.
Der finale Song „Deconstruction Of All Realities“ setzt den langsameren Ansatz fort, sehr bald hebt frenetisches Schlagzeugspiel das Tempo signifikant. Auch nichts wirklich Neues oder Anderes mit dem Song. Dynamischer als der Rest der Songs, viele Tempowechsel, gut kontrolliert, lässt die Melodie fließen ohne große Brüche, auch ohne Überraschungen. Sehr triumphale, epische Atmosphäre dominiert den Song, mit meist positiver Stimmung gewählt für den finalen Teil des Albums.
Kohärenz ohne Höhepunkte oder Akzente
Raw Black Metal ist immer eine schwierige Aufgabe – die Balance zwischen Musikalität und Rohheit ist schwer im Gleichgewicht zu halten. Jonglierend zwischen triumphalen Stimmungen oder depressiven, purem aggressivem Klang oder melodischem – ein Album, das trotz all dem ein kohärentes Werk ist. Die musikalische Richtung ist klar und durch das Album verfolgt, wie es auf der gesamten Band-Diskografie war. Von diesem Standpunkt keine große Abweichung von den alten Alben.
Ziemlich uniformer Klang – ein Hörerlebnis, das ohne viele Akzente oder Höhepunkte kommt. Sehr ähnlich als Kompositionen, die Songs sind ziemlich gleichartig, eine geradlinige Arbeit allerdings, die einer klaren Vision und Richtung folgt. Kann auch der rohe Klang sein, der keine Kontraste klar unterstreichen lässt, und als Konsequenz die lineare und überraschungslose Erfahrung. Nichts Bahnbrechendes, dennoch eine konsequente Umsetzung ihrer Vision.
Fazit: BLACK CILICE bleiben mit „Votive Fire“ ihrem Raw-Black-Metal-Credo treu – kohärent, aber ohne Variation oder neue Impulse.






