DUNWICH – Tail-Tied Hearts

Dunwich - Tail Tied Hearts - album cover

Band: Dunwich
Titel: Tail-Tied Hearts
Label: Caligari Records
VÖ: 21/08/20
Genre: Gothic Metal
Bewertung: 4/5

Mit „Tail-Tied Hearts“ landet die Newcomer-Band DUNWICH einen ziemlichen Volltreffer. Eine Mischung aus romantisierendem Goth, teuflischem Doom und Black Metal macht die Platte zu einem Bündel voller Überraschungen.

Das Trio stammt aus Russland und hat sich zum Ziel gesetzt, mit ihrer Musik die dunkelsten Ecken unserer Emotionen, unserer Psyche zu erkunden und zu offenbaren. Ähnlich düster wie diese Ansage auf ihrer Bandcamp-Seite kommt auch ihr Debüt daher. Die neun ineinander verschlungenen Ratten mögen bei manchen bereits genug Grauen auslösen.

Ihre Musik hat tatsächlich etwas Finsteres, Beklemmendes, aber auch etwas unglaublich Entspannendes und Schönes an sich. Wenn man sich „Tail-Tied Hearts“ anhört mit dem Glauben, ein „Gothic Album“ vor sich zu haben, wird man schnell überrascht drein schauen. Neben Dark Wave, Post Punk und Progressive Metal haben sich Doom und Black Metal in den Sound gemischt und das Düstere noch düsterer gemacht. Am besten zeigt sich dieser Umschwung an Margaritas Gesang, speziell zu Beginn des Albums in den ersten beiden Liedern. Während man in „Glow“ Gänsehaut von ihrer wunderschönen Stimme bekommt, stehen einem in „Through the Dense Woods“ spätestens im Refrain die Haare zu Berge. Als wäre Margarita von einem Dämon besessen, beschert sie uns feinsten Black Metal-Gesang, der unglaublich klar ist. Davon können sich sehr, sehr viele Frauen UND Männer im Black Metal eine Scheibe abschneiden…

Vereinzelte Songs kommen ganz ohne Black Metal-Vibe aus und verzaubern durch Atmosphäre, Melodie und dem musikalischem Geschick von  Anton und Mikhail. Ein gutes Beispiel dafür ist „Wooden Heart“, das durchwegs sehr ruhig und atmosphärisch ist und trotzdem einen gewissen Spannungsbogen aufweist.

Fall“ ist ebenfalls ein sehr ruhiges, entspanntes Lied, allerdings zählt es zu den weniger starken Titeln. Nach drei Minuten ändert sich die Stimmung, es wird turbulenter und düsterer aber trotz allem fehlt dem Lied die Spannung.

Der letzte Song auf Dunwichs Debütalbum, „The Sea“, ist ein 9-minütiges Monstrum, das Durchhaltevermögen voraussetzt. Das Intro ist raffiniert – langsam, düster, melancholisch, atmosphärisch. Die Strophe gibt dem Lied einen Dämpfer aber dann folgt diese unglaublich geniale Doom-artige Stelle, die man in Worten nicht beschreiben kann. Ich hätte mir dieselbe Stelle auch nach der zweiten Strophe gewünscht, oder zumindest irgendwo gegen Ende, gerne in abgewandelter Form, damit es keine 1:1-Kopie ist. Das Lied hätte definitiv noch ein solches Highlight gebraucht, denn ohne wirken die restlichen sechs Minuten doch sehr lange.

Mein absoluter Favorit auf „Tail-Tied Hearts“ ist „Mouth of Darkness“. Für dieses Lied wird in die Orgel gehämmert, die Gitarren werden ordentlich verzerrt und das Tempo hochgeschraubt. Das Lied macht schlichtweg gute Laune und es ist schön zu beobachten, wie Margaritas Stimme zwischen Engel und Dämon wechselt und wie sich dieser Umschwung in der Musik manifestiert.

Fazit: „Tail-Tied Hearts“ von DUNWICH kombiniert Gothic mit düsterer Black Metal-Atmosphäre, Dark Wave-Elementen und Post Punk auf wundersam finstere Weise.

Tracklist

01. Glow
02. Through the Dense Woods
03. Solitude
04. Wooden Heart

05. Mouth of Darkness
06. Fall
07. Sanctuary
08. The Sea

Besetzung

Margarita Dunwich (Gesang)
Anton Bronikov (Gitarre & Keyboards)
Mikhail Markelov (Schlagzeug)

Internet

DUNWICH – Tail-Tied Hearts CD Review

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