Band: Elvenking
Titel: Red Silent Tides
Label: AFM Records
VÖ: 2010
Genre: Melodic Power/Folk Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Elvenking zählen zu jenen Bands aus Italien die sehr umstritten sind. Den einen sind sie von Scheibe zu Scheibe zu folkig. Den anderen liegt der Melo Power Metal nicht. Was mich persönlich betrifft liege ich irgendwo zwischen drinnen. Denn einerseits mach ich guten Melodic Power Metal aus Italien auch sehr gerne, doch auch die Umstrukturierung beim Album „The Scythe“ hat mich damals sehr erfreut. Ab diesem Zeitpunkt galt die Band für mich als hoffnungsvoller, italienischer Träger des Mägo de Oz Banner. Recht gespannt war der Rezensent natürlich wie die Weiterführung auf „Red Silent Tites“ ausfallen würde. Fix ist vom folkigen Klang hat man sich bis zur Gänze verabschiedet. Vielmehr hat man leicht, moderner schallende Melodic Einflüsse hin zu gepackt. Somit schreiten Damna (voc), Aydan (guit), Rafahel (guit), Gorlan (bass), Zender (drums) und Elyghen (violin) auf dem neuesten Output einen neuen Weg in ihrer Bandgeschichte.

Ruhig und heroisch wird der Opener „Dawnmelting“ angestimmt. Doch lange hat man nicht Zeit für solche Allüren und prescht sehr speedig dahin. Was sich vorerst leicht – folkig anhört wird Stück um Stück nach hinten gedrängt und durch modern angehauchten Melodic Metal ersetzt. Die dunklen Einflüsse klingen äußerst Schwedisch. Auch kommt der Song selbst etwas rockiger daher und dabei vollführt man ein sehr gutes Wechselspiel um wieder mit neuer Kraft auszuholen.

Sehr rockig und mit vielen netten Melodien stampft nun „The Last Hour“ daher. Immer mehr bewegt man sich in Richtung Skandinavien. Auch gesanglich orientieren sich die Stiefel Metaller sehr stark an den Kollegen aus dem hohen Norden. Des einen Freud, ist sicher des anderen Leid. Wie auch immer der Rockfaktor kommt vermehrter zum Tragen und bekommt dabei ordentlich Oberwasser. Sehr shakiger Melo Rocker mit hymnischen Beiklang ist den Jungs dadurch geglückt.

Mit einem klassischen Klaviereingang und viel Bombast wird die Nachfolge mit „Silence De Mort“ angetreten. Auch wurde das Stück selbst sehr dunkel verfärbt, doch verabschiedet man sich auch recht schnell wieder von diesem Einfluss. Vielmehr legt man erneut eine rockige Runde aufs Parkett. Ein weiteres Mal vermag man locker mit dem schakigen Programm viel Eindruck zu schinden. Die dunklen Allüren werden dezent als Abrundung für die nächste Phase verwendet, bevor man fröhlich in die Saiten greift.

Im klassischen Goth – Bombast – Melodic Rockkleid kommt nun „The Cabal“ daher. Sehr tiefgründiger, streckenweise sehr balladesker Gesang der bei dem Song Verwendung findet. Doch hat man auch noch genügend Kraft um es ordentlich – kräftig krachen zu lassen. Die Kombination erinnert, auch von der Vocalarbeit her sehr stark an die Fulderaner Edguy.

Einen ruhigen, akustischen Beginn wagt man mit „Runereader“, wo eine hauchzarte Folkschiene vorerst zu hören ist. Weiterhin wird aber diese Technik nicht verfolgt, vielmehr werden die Rädchen sofort nachgestellt und der Song klingt vielmehr wieder finnischer. Vom Grundgedanken des Rhythmus, durch sachte Bombastlinien lassen Nightwish und Konsorten sehr lieb grüßen. Klingt kitschig und abgelutscht? Nein keineswegs, denn die Italo Metaller können viele eigene Akzente einbringen und dadurch wirkt der Song nicht wie eine Kopie der Finnen, mit männlichen Vocals.

Sehr leicht flokig – rockig wird der Nachfolger „Possession“ angestimmt. Stärkere Violineneinsätze lassen auf mehr Folk im Gebräu hoffen. Sollte man sich aber auf selbigen Start nicht stark fixieren ansonsten wird man von der Fortführung bitter enttäuscht. Ein sehr verträumt – lieblicher Midtemporocker ist den Herrschaften aus dem Hemdsärmel entschlüpft. Abgerundet wird dieser durch kernigere, klassisch – hymnische Rockeinflüsse.

Mit einem ordentlichen Kracher tritt man nun mit „Your Heroes Are Dead“ die Nachfolge an. Toller, treibender Power Bolzen zum Abbangen. Durch die Bank wird zwar das Tempo gehalten, dennoch lässt man sich zu einigen Breaks der besonnenen Art hinreißen.

Auch das nun folgende „Those Days“ hat noch genügend Wind im Rücken, doch wandelt man auf eine neues auf eher rockigen Pfaden. Sehr rotzfrecher – shakiger Song den man uns im letzten Drittel vorsetzt. Viel Partyfeeling wurde in dieses Stück gepackt und dazu lässt es sich locker und unbeschwert das Tanzbein schwingen.

Sehr verträumt und absolut romantisch wird es nun als Einstimmung von „This Nightmare Will Never End“ angegangen. Keine Angst denn es folgt nicht die Weiterführung einer astreinen Schmuseballade, nein immer wieder greift man beherzter durch und schafft so eine sehr starkes Wechselbad der Gefühle, welche man gekonnt miteinander zu verbinden vermag.

Auch der Nachleger „What’s Left Of Me” ist von einer sehr sanftmütigen Einleitung geprägt. Ein weiteres Mal dreht man den Spieß aber wieder herum. Somit ergibt sich schlussendlich ein netter, wenn auch etwas belangloser Midtemporocker im klassischen Stil.

Das Beste behält man sich bis zum Schluss auf, so ist es auch bei Elvenking und so entfaltet man mit „The Play Of The Leaves“ einen sehr starken vielschichten Song der das Album sauber beendet. Sehr verspielt gibt man sich an letzter Stelle. Schade dass auf dieser Langrille nicht mehr solche Songs von diesem Kaliber gepackt wurden.

Fazit: Für den Folk bzw. jenen Fan der die Truppe im leichten Mägo de Oz Sound geliebt hat wird dieses Album eher nichts sein. Freunde der melodischen Rock/Metal Soundkunst wird es wohl eher begeistern können. Sicher an sich kein schlechtes Album, doch da gibt es aus dem skandinavischen Raum stärkere Bands. Schade denn der mit „Scythe“ eingeschlagene Weg wäre genau richtig gewesen. Somit was mich betrifft nun ein eher mittelprächtiges Album.

Tracklist:

01. Dawnmelting 4:09
02. The Last Hour 4:38
03. Silence De Mort 4:27
04. The Cabal 4:20
05. Runereader 5:24
06. Possession 4:07
07. Your Heroes Are Dead 3:55
08. Those Days 4:06
09. This Nightmare Will Never End 4:47
10. What’s Left Of Me 4:39
11. The Play Of The Leaves 5:30

Besetzung:

Damna (voc)
Aydan (guit)
Rafahel (guit)
Gorlan (bass)
Zender (drums)
Elyghen (violin)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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