Band: Fotzhobl
Titel: Kokolores
Label: Kofferradio
VÖ: 09.10.15
Genre: Rock
Bewertung: 2,5/5
Written by: Robert

Es ist ja seit Alkbottle kein Geheimnis mehr, das Rockgeschichten in der Mundart gut funktionieren können. Die Wiener Mundart ist schon so eine Sache, was in den westlichen Bundesländern für ein Schaudern sorgt, hat bei vielen deutschen Musikliebhabern durchaus einen sogenannten urigen Standpunkt.

Nach Turbobier rücken nun Fotzhobl an und wollen wie ihre Kollegen auch was vom großen Kuchen abhaben. Musikalisch und das steht sicherlich für die Wiener Combo hat man einige gute Raffinessen dabei, allerdings und das muss auch gesagt sein, die Weltrevolution wird man sicherlich nicht damit herbeiführen. Der Rage-Against-The-Machine geschwängerte Sound ist ja so an sich sicherlich nicht schlecht, aber das Non plus Ultra ist es auch nicht.

Zwischen Alltagsgeschichten und Sehnsüchten wurde hier einiges Vertont. Ist dies nun auch der Reißer? Nun der eingefleischte Rock oder Metalfan wird das Material sicherlich meiden, denn dafür haben die Jungs zu viele Einflüsse aus dem Hip Hop und Reggae hier Einzug gehalten. Das prollige Erscheinungsbild ist glasklar für die Straße gemacht, weiß aber nicht wirklich so zu überzeugen.

Raunzend-rau, kritisch-grindig, laut und ungestüm mag man wohl sein und die Schlagworte sind definitiv trefflich, aber mit der Zeit nutzen sich die Songs dermaßen stark ab, sodass man einfach nur mehr weiter skippt. So als Barmusik kann man sich das Material durchaus vorstellen, aber auf Dauer ins Gedächtnis können sich die Stücke nicht einbrennen. Dafür sind sie einfach zu belanglos und so schlittern sie beim einen Eingang des Gehörs rein und beim anderen wieder raus.

Das über den Tellerrand blicken braucht man, aber das alleine reicht nicht aus. Man will ja nicht frech werden, aber brauchen wir Anno 2015 wirklich immer noch so gepushte Formationen, wo man den Rock und Metalfans so etwas unter die Nase reibt und dann noch sagt, he Leute das muss man hören?

Nun hören kann man es sicherlich, ohne das einem dabei schlecht wird. Persönlich wage ich es echt zu bezweifeln, dass dieses Pop stilisiert unterwanderte Soundgemisch hier die reinrassigen Rocker überzeugen wird. Auch diese werden wohl eher weiterhin auf Bands wie Alkbottle und Turbobier zurückgreifen. Hängen bleibt da einfach nichts im Gehör und somit bleibt man eher im Mittelbereich hängen. Dass man durchaus Ideen und Techniken des Rocks beherrscht steht hier gar nicht zur Debatte, aber das Gesamtpaket und die Lyrics bleiben zu keinem Zeitpunkt hängen.

Fazit: Wer sich selbst als reinrassiger Austro Rocker sieht wird hier sicherlich einiges für sich entdecken, wird aber auch spätestens nach dem dritten Durchlauf feststellen, dass es hier adäquateres gibt.

Tracklist:

01. Sowos von do
02. Wos geht
03. Lari fari
04. Frischluft
05. Sonntagskind
06. Keine Musik
07. Rosarot
08. Eh

Besetzung:

Florian Brandstetter (drums)
Hannes «Hannes» Engl (bass)
Jörg «Jöaxi» Grubmüller (voc)
Maximilian Hauer (guit piano)
Clemens «Mens» Meißl (guit)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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