FURIES – Fortune’s Gate

FURIES - Fortunes Gate - album cover

Band: FURIES
Titel: Fortune’s Gate
Label: Independent
VÖ: 16/10/2020
Genre: Heavy Metal/Hard Rock
Bewertung: 4/5

Die weibliche Dominanz im Metal ist keine Neuerfindung. Die Queens of Rock und Metal konnten bereits Ende der Siebziger für offene Münder sorgen und dies nicht nur aufgrund des Aussehens. GIRLSCHOOL und THE RUNNAWAYS waren hier meines Erachtens die Wegbereiter. Die Zeit verging und eine Vielzahl von Metal Ladies konnten mit ihren Scheiben und Beiträgen die Metalwelt überzeugen. Die neue Riege der Metal Ladies liegt erhaben im Bereich etlicher Truppen der Marke SAVAGE MASTER und BURNING WITCHES. Insbesondere erst genannte hatte es vor allem unseren Trueheimer Lex angetan.

FURIES nennt sich eine weitere Truppe bei der das sogenannte, schwache Geschlecht tonangebend ist. Seit 2013 aktiv sind sie in hiesigen Gefilden gewiss ein unbeschriebenes Blatt. Zumindest meine Wenigkeit hatte bis dato noch kein erstes Aufeinandertreffen. „Fortune’s Gate“ ist das Debütalbum der Truppe aus Paris und hierbei bedient sich das Quartett aus der Schnittmenge des 80er Heavy Metal/Hard Rock. Was die Rhythmik betrifft, ist der zahnige Anteil tonangebend und wird uneingeschränkt durch leichte Rockeinflüsse unterbrochen.

In den flotten Passagen tendiert die Band an etliche Glanztaten einiger NWOBHM Bands anknüpfen zu wollen. Besonders bei einigen Melodieparts wurde eifrig bei IRON MAIDEN abgeguckt. Die Schnittmenge ist allerdings reichhaltiger als man es denken könnte. Zwischen WARLOCK und einiger Ponton Bands schlittern die Ladys mit ihren männlichen Sklaven durchs Geschehen. Der Hauptanteil es 80er praktizierten Sounds dürfte ganz besonders die Old Schooler erfreuen. In diesem überzeugen FURIES mit ihren Tracks nach allen Regeln der Kunst. Der Gesang der Fronterin nervt nicht durch übermäßige Kreisch-Tiraden, wie man es aufgrund des Bandnamens erwarten könnte. Zielstrebig und pressgenau spielt die Dame ihre weiblichen Reize genauso aus, wie harsche Shouts.

Mein persönlicher Favorit ist der in französischer Sprache vorgetragene Song „Antidote“, bei welchem die Sängerin Ähnlichkeiten zu Zuzana Martincová – Vašáková (ex-Krleš) aufweist. Auch einige Rhythmusparts ähneln der tschechischen Band. Da meine Wenigkeit diese hochverehrt, haben die Herrschaften aus Frankreich ein Stein im Brett. Dies beweist, dass eine Truppe mit soliden Anschlägen und Erweiterungen es durchaus vermag ordentlich Staub aufzuwirbeln.

Auf ihrem Debütalbum präsentieren FURIES energetisch und lebendig schallenden 80er Metal für den Old Schooler. Zwischen JUDAS PRIEST artigen Gitarren-Bretter-Riffs, die nicht selten die spielerische Leichtigkeit von Glenn Tipton als Einfluss erahnen lassen, kommen starke Noten zum Tragen, die merklich vom Gesang der Fronterin dominiert werden. Damit ist „Fortune’s Gate“ nicht allein auf spieltechnischer Ebene von gut eingesetzten Stimmungsbarometern geprägt, nein mit etlichen Genre-Mixes bewegen sie sich in einem annehmbar abwechslungsreichen Bereich. Nicht zu viel und nicht zu wenig, um ja nicht zahnlos zu klingen.

Die Band sollten 80er Metal Puristen auf jeden Fall mal im Auge behalten, denn das vorgetragene Potenzial, auf dem Debüt-Werk lässt laut aufhorchen. Klassischer Heavy Metal, angelehnt und stilistisch inspiriert von den großen Nummern des Genres, überzeugt durch Spieltechnik und gut eingesetzten Wechseln der soliden Art und Weise.

Fazit: Die Debüt-Scheibe von FURIES hinterlässt auf jeden Fall einen grundsoliden Eindruck und macht wirklich für den Old Schooler Spaß.

Tracklist

01. You & I
02. The Fortune’s Gate
03. Voodoo Chains
04. Antidote
05. Delusions of Daylight

06. Never Say Die
07. Superstition
08. Prince of the Middle East
09. Fire in the Sky
10. Unleash the Furies

Besetzung

Zaza Bathory – drums
Lynda Basstarde – vocals & bass
Billy Lazer – guitar
Sam Flash – guitar

Internet

FURIES – Fortune’s Gate CD Review

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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