NOCTE OBDUCTA – Irrlicht (Es schlägt dem Mond ein kaltes Herz)

Nocte Obducta - Irrlicht - album cover

Band: Nocte Obducta
Titel: Irrlicht (Es schlägt dem Mond ein kaltes Herz)
Label: Supreme Chaos Records
VÖ: 27/11/2020
Genre: Avantgarde Black Metal
Bewertung: 4/5

Das Gründungsjahr der Band NOCTE OBDUCTA datiert auf das Jahr 1995 damals noch unter dem Namen Desîhra, zwischenzeitlich als DINNER AUF URANUS (1995-2006, 2008-2011) und seit 2011 neuerlich als NOCTE OBDUCTA ein durchaus als Irrlicht zu bezeichnender Wechsel und so schließt sich der Kreis und es führt letztendlich zurück zu NOCTE OBDUCTA und der Veröffentlichung ihres dreizehnten Studioalbums „Irrlicht (Es schlägt dem Mond ein kaltes Herz)“. Der für die Band prägende und musikalische wegweisende/charakteristische „Nektar“ Zyklus ist, zumindest den Fans der deutschen progressiven Avantgarde Black Metal Formation ein Begriff.

Nachdem man wieder unter dem aktuellen Bandnahmen das Songwriting übernommen hatte wurden vier Alben durch MDD Records veröffentlicht. „Irrlicht“ knüpft an die „Nektar“ Reihe an, welche gleichfalls wie der aktuelle Langstreich via Supreme Chaos Records veröffentlicht wurden. Somit kehren die deutschen Black Metal Avantgardisten zum 25-jährigen Bandjubiläum zu Supreme Chaos Records zurück. Sänger und Bandkopf Marcel hat das Coverartwork in Eigenregie entworfen und wie sich die dazugehörige Musik anhört, werden wir heute genauer durchleuchten.

Mit „Zurück zum bizarren Theater“ konnte der Opener nicht treffender formuliert werden. Stilistisch könnte man an dieser Stelle sogar von einer Rückkehr zurück in alte Gefilde sprechen und das Aufgreifen der ungeschliffenen und dennoch gewohnt lyrischen Manier viele Momente aus der Geschichte der Band, wird wie ein All-In Zug beim Pokerspiel von Beginn an praktiziert.

Die Bezeichnung Avantgarde Black Metal und der Hintergrund sind beizeiten sehr eigen, grundsätzlich bezeichnet Marcel Black Metal als passender, wenngleich ihm eine Schubladisierung egal ist. NOCTE OBDUCTA gehören allerdings für meinen Geschmack zu den Wegbereitern in der Avantgarde Black Metal Szene und sind somit ein nicht weg zu denkender Bestandteil derselbigen.

Für den Großteil der alteingesessene Schwarzheimer mag das Album eine Verspieltheit aufbringen, welche ihnen zu viel des Guten sein kann, für die macht allerdings der Mastermind die Musik nicht. Für die Truppe und deren klangliche Schaffensphasen braucht man viel Zeit, denn die klanglichen Raffinessen entfalten sich erst beim tief-exzessiven Genuss.  Es ist ein derb-todernstes Album, welches im Kontrast hierzu wie ein dunkles Mosaikgebilde zusammensetzt worden ist und für die klangliche Kunstraffinesse des Bandbosses steht.

„Noch“ ist der Titel des schwermütigen, drückenden letzten „Irrlichtes“. Obwohl die Spieldauer mit gut zehn Minuten als Überlänge durchgeht, müssen sich NOCTE OBDUCTA nicht den Vorwurf gefallen lassen, die auf zutiefst emotionaler Ebene packende Nummer, unnötig in die Länge gezogen zu haben. Denn nur zu gerne nimmt man sich die Zeit, um den anmutigen musikalischen Glanz der „Irrlichter“ ein letztes Mal die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Die avantgardistischen Aspekte des Albums kommen insbesondere bei leichteren Momenten des Albums dominante zum Vorschein. Ein treffsicheres, stimmiges Gesamtkonzept und offenbart einmal mehr die stetige Unrast und Schaffenskraft von Marcel, welcher alle rabenschwarzen Sinne mit diesen Passagen anregt. Diese werden durch anwachsende, grobschlächtige Ausbrüche und Fortsetzungen unterbrochen. Eine durch und durch großartige Wechselthematik, für die ja die Truppe zeitlebens bekannt ist.

Fazit: Der Nachfolger zu dem 2017er Album Totholzist gelungen und eine durchaus würdige Jubiläums Veröffentlichung. Daumen hoch, die Erfahrung aus der Bandgeschichte und der eigenständige Stil überzeugen auf ganzer Linie!

Anm. der Redaktion: Eigentlich für den 23.10.2020 festgelegt verschiebt sich die VÖ auf Grund von Corona auf den 27.11.2020

Tracklist

01. Zurück im bizarren Theater
02. Von Stürzen in Mondmeere
03. Rot und Grau
04. Der Greis und die Reiterin

05. Der alte Traum
06. Bei den Ruinen
07. Noch

Besetzung

Marcel – Bass, Guitars, Keyboards, Vocals
Torsten – Vocals
Matze – Drums
Stefan – Guitars, Vocals
Heidig – Bass

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