Tracklist
01. Stormfall
02. Dead Night Defiance
03. Ghost Riders
04. Reckoning into the Mourning Hall
05. Fallen King
06. Sons of Chaos
07. Devil’s River
08. Battlechaser
Besetzung
Guilherme Sevens – Vocals
Caio Mendonça – Guitar
Leandro Carvalho – Guitar
Phill Drigues – Drums
Brasilien und Heavy Metal? Wer jetzt nur an SEPULTURA denkt, sollte seinen Blick ruhig ein Stück weiter schweifen lassen. GARGANT kommen ebenfalls aus der brasilianischen Metal-Szene, schlagen musikalisch aber eine andere Richtung ein. Auf ihrem Debüt „Dead Night Defiance“ gibt es keinen wilden Genre-Spagat, sondern schweren, dunklen Heavy und Power Metal, der ziemlich selbstbewusst mit großen Melodien, fetten Gitarren und einer ordentlichen Portion Pathos um die Ecke kommt.
Guilherme Sevens am Mikro, Caio Mendonça und Leandro Carvalho an den Gitarren sowie Phill Drigues hinter den Drums bilden das Gerüst der Band. Bassist Paulo Doc komplettiert die Besetzung. Was bei GARGANT sofort auffällt, hier stehen keine Musiker herum, die erst noch herausfinden müssen, wohin die Reise gehen soll. Die Band weiß ziemlich genau, was sie will.
Kein Hochglanz-Power-Metal
„Stormfall“ eröffnet das Album mit schweren Gitarren und einer düsteren Grundstimmung. Schon nach den ersten Takten wird klar, dass GARGANT ihre Vorstellung von Power Metal etwas anders auslegen. Keine Zuckerguss-Refrains, kein Dauerfeuer aus Hochgeschwindigkeits-Drums und möglichst hohen Schreien. Stattdessen drücken die Gitarren ordentlich und die Melodien bekommen genügend Platz.
Der Titelsong „Dead Night Defiance“ bringt das Konzept ziemlich gut auf den Punkt. Die Riffs besitzen Gewicht, gleichzeitig bleibt genügend Raum für melodische Passagen. Guilherme Sevens liefert dazu einen Gesang, der sich nicht anbiedert. Seine Stimme passt zum Material, gerade weil sie den Songs diesen leicht düsteren, dramatischen Einschlag verpasst.
Mit „Ghost Riders“ wird die Sache epischer. Das ist einer dieser Songs, bei denen man sich ziemlich problemlos eine große Bühne vorstellen kann. GARGANT haben offensichtlich ein Faible für die großen Momente, ohne dabei komplett in Pathos zu ersaufen.
„Reckoning into the Mourning Hall“ zieht anschließend die Stimmung weiter nach unten. Dunkler, schwerer und atmosphärischer. Genau solche Momente braucht das Album, denn acht Songs lang nur Vollgas nach dem gleichen Rezept hätten irgendwann ziemlich schnell ermüdet.
Große Bilder, schwere Gitarren
„Fallen King“ gehört zu den Stücken, die den erzählerischen Ansatz der Band besonders deutlich machen. GARGANT wollen nicht einfach nur Metal spielen. Ihre Songs sind Teil einer größeren Welt, die sich auch in Videos und visueller Gestaltung wiederfindet.
Das passt erstaunlich gut zur Musik. Die Band arbeitet mit Bildern und Stimmungen, die irgendwo zwischen Comic, Fantasy, Kino und klassischem Heavy-Metal-Pathos liegen. Sänger Guilherme Sevens ist auch für die visuelle Leitung verantwortlich und hat bereits mit bekannten Namen aus der Metal-Welt gearbeitet. Dadurch wirkt das gesamte Konzept ziemlich geschlossen.
Musikalisch geht es mit „Sons of Chaos“ wieder etwas direkter zur Sache. Der Titel macht eigentlich schon klar, wohin die Reise geht. Druckvolle Gitarren, treibende Drums und eine Melodie, die sich schnell festsetzt. Kein Song, der sich unnötig kompliziert macht.
„Devil’s River“ schlägt danach wieder etwas ruhigere, atmosphärischere Töne an, bevor „Battlechaser“ den Deckel auf die Platte haut. Der letzte Track bringt noch einmal ordentlich Energie mit und passt damit ziemlich gut als Abschluss.
Ein Debüt, das hängen bleibt
Produziert wurde „Dead Night Defiance“ im Tellus Studio. Caio Mendonça und die Band selbst übernahmen Produktion, Mix und Mastering. Das Ergebnis klingt druckvoll, ohne die Songs komplett glattzubügeln. Gerade die Gitarren bekommen den nötigen Platz. Und genau dort liegt auch eine der größten Stärken der Platte.
Natürlich ist bei GARGANT noch Luft nach oben. Nicht jeder Song besitzt die gleiche Durchschlagskraft und an manchen Stellen hätte ein wenig mehr Dreck und Kante durchaus gutgetan. Dafür funktioniert das Gesamtbild. „Dead Night Defiance“ wirkt nicht wie ein Schnellschuss, sondern wie das Ergebnis einer Band, die bereits ziemlich genau weiß, welche musikalische Sprache sie sprechen will.
Das Album erschien ursprünglich Ende 2025 digital und konnte damit bereits international Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Nun bringt Fireflash Records „Dead Night Defiance“ neuerlich heraus. Für ein Debüt ist das ein ordentlicher Start.
Was letztlich hängen bleibt, sind die schweren Gitarren, die dunkle Atmosphäre und dieses angenehm altmodische Gefühl, dass Heavy Metal ruhig wieder einmal groß und dramatisch sein darf. GARGANT versuchen nicht, den Metal neu zu erfinden. Sie nehmen das, was sie lieben, packen ordentlich Druck dahinter und ziehen ihr Ding durch.
Und genau deshalb funktioniert „Dead Night Defiance“ ziemlich gut. Kein perfektes Album, aber ein verdammt solides Debüt mit eigener Atmosphäre und genug Eiern, um nicht im Einheitsbrei unterzugehen.
Fazit: „Dead Night Defiance“ von GARGANT ist ein kraftvolles, düsteres Werk, das sowohl alte Metal-Haudegen als auch neue Fans begeistern wird.






