KAASIN - The Underworld - album cover

Band: KAASIN 🇳🇴
Titel: The Underworld
Label: Pride & Joy Music
VÖ: 24/04/26
Genre: Hard Rock

Tracklist

01. The Real World
02. Two Hearts
03. We Speed At Night
04. Iron Horse
05. Invisible
06. Over The Mountain
07. Arabian Night
08. The Descent Of Souls
09. The Underworld
10. Dead Man’s Hand (CD bonus track)

 

Besetzung

Jo Henning Kaasin – guitar
Ståle Kaasin – bass
Jan Thore Grefstad – vocals
Per-Morten Bergseth – drums
Erling Henanger – Keyboards

 

Bewertung:

4/5

KAASIN wurde 2020 von Gitarrist Jo Henning Kaasin gegründet, zuvor bekannt durch COME TASTE THE BAND. An seiner Seite stehen Ståle Kaasin am Bass, Jan Thore Grefstad (SAINT DEAMON, TNT) am Mikrofon, Per-Morten Bergseth am Schlagzeug und Erling Henanger an den Keyboards. Produziert wurde das neueste Album, »The Underworld«, gemeinsam von Halvor Halvorsen, Jo Henning Kaasin und Ståle Kaasin. Aufgenommen von Halvorsen und der Band selbst, gemischt ebenfalls von Halvor Halvorsen. Grefstads kraftvolle Stimme prägt den Sound, verbindet klassische Hard-Rock-Strukturen mit einem modernen Drive.

Aufbruch in die Unterwelt

Der Opener »The Real World« startet direkt mit treibenden Gitarrenriffs und einem Schlagzeug, das den Puls beschleunigt. Schon hier wird deutlich, dass KAASIN keine Experimente scheut, sondern klare Strukturen und eingängige Melodien bevorzugt. Die Gitarrenarbeit von Jo Henning Kaasin glänzt durch Präzision und klassische Soli, die an die großen Hard-Rock-Alben der 70er und 80er erinnern.

»Two Hearts« zeigt die melodische Seite der Band, ohne dabei an Energie zu verlieren. Der Song lebt von Ståle Kaasins groovendem Bass und Grefstads nuancierter Interpretation, die zwischen sanften Passagen und kraftvollem Ausdruck wechselt. Mit diesem Stück beweist KAASIN, dass sie auch im Midtempo-Stil Akzente setzen können.

Geschwindigkeit und Schwere

Mit »We Speed At Night« tritt die Band aufs Gas. Treibende Drums und verzerrte Gitarren sorgen für eine aggressive, fast schon metallische Stimmung. »Iron Horse« folgt als hymnischer Rocktrack, der klassische Elemente wie eingängige Refrains und Solo-Einlagen verbindet. Hier zeigt sich die Erfahrung der Musiker. Jeder Ton sitzt, und trotzdem klingt nichts berechnend.

»Invisible« ist ein eher introspektiver Moment auf dem Album. Die Keyboards von Erling Henanger geben dem Song Tiefe und schaffen einen geheimnisvollen Unterton, während Grefstad seine stimmliche Bandbreite erneut ausspielt. Im direkten Anschluss hebt »Over The Mountain« die Energie wieder an und erinnert in seinem treibenden Rhythmus an klassische Stadion-Rock-Nummern.

Orientalische Klänge und düstere Passagen

»Arabian Night« überrascht mit einem leicht orientalisch angehauchten Motiv. Die Band experimentiert hier mit Skalen und Melodien, die man so im klassischen Hard-Rock selten hört. Diese Abwechslung wirkt wohltuend und zeigt, dass KAASIN nicht nur auf klassische Muster setzt, sondern auch eigene Akzente einbringen kann. Streckenweise erinnern mich die Herrschaften bei diesem Song an MEDINA AZAHARA, was den Song zu meinem persönlichen Highlight auf dem Album macht.

»The Descent Of Souls« führt in dunklere Gefilde. Das Stück ist dramatisch aufgebaut, Drums und Bass erzeugen eine bedrückende Spannung, während Grefstad die düstere Stimmung mit variabler Dynamik unterstreicht. Der Titelsong »The Underworld« bündelt viele der vorherigen Elemente, melodische Hooks, harte Riffs und Grefstads charismatische Stimme verschmelzen zu einem kraftvollen Finale, das sowohl Ohrwurm als auch Headbanger-Moment ist.

Der CD-Bonustrack »Dead Man’s Hand« ist ein kurzes, intensives Stück, das mit seiner Aggressivität und direkten Ansprache noch einmal die Bandbreite von KAASIN zeigt.

»The Underworld« ist ein stimmiges Album, das klassische Hard-Rock-Traditionen respektiert, aber nicht nur auf Nostalgie setzt. Die Produktion ist sauber, die Instrumente klar definiert, und Grefstads Gesang ist ein prägendes Element, das die Songs trägt. Kleinere Längen in mittleren Passagen trüben das Bild nur minimal.

Mit 4 von 5 Punkten zeigt sich, dass KAASIN auf dem richtigen Weg sind. Die Band liefert ein solides Album, das sowohl Fans klassischer Hard-Rock-Klänge als auch Hörer anspricht, die moderne Elemente schätzen. »The Underworld« legt den Grundstein für eine Band, die mit Erfahrung, Können und einem Gespür für Atmosphäre überzeugt.

Fazit: KAASIN gelingt mit »The Underworld« ein solides und kraftvolles Album, das die Essenz des klassischen Hard Rock einfängt.

Internet

KAASIN - The Underworld - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.