Band: METASOMA 🇬🇧
Titel: Core
Label: Selfrelease
VÖ: 02/08/26
Genre: Heavy Metal

Tracklist

01. Downfall
02. Attic
03. Omen
04. Shock
05. Horizon

 

Besetzung

Vlad Iancu – Vocals
Michal Sedzielewski – Guitars
Artur Wojcik – Guitars
Bolo – Bass Guitar
Joe Patterson – Drums

 

Bewertung:

4/5

Ein internationales Quintett findet seinen eigenen Sound

Manchmal braucht eine Band nur wenige Songs, um klarzumachen, dass sie sich neu erfunden hat. Genau das gelingt METASOMA mit ihrer EP „Core“. Die in London beheimatete Formation mit Musikern aus Großbritannien, Polen und Rumänien lässt den früheren Hardrock-Einschlag endgültig hinter sich und präsentiert stattdessen modernen Heavy Metal, der Druck, Technik und Melodie auf überzeugende Weise miteinander verbindet.

Die Besetzung um Sänger Vlad Iancu, die Gitarristen Michal Sedzielewski und Artur Wojcik sowie die Rhythmussektion mit Bolo am Bass und Joe Patterson am Schlagzeug wirkt eingespielt und zielgerichtet. Dass die Band bereits mit Größen wie VADER oder SANCTUARY auf Tour war und sogar im legendären Underworld in London als Headliner spielte, hört man der EP an. Hier stehen Musiker am Werk, die genau wissen, wie kraftvoll Heavy Metal klingen muss.

Ein starker Einstieg

Bereits „Downfall“ macht deutlich, wohin die Reise geht. Das von Filip Halucha produzierte Stück baut vom ersten Takt an eine enorme Spannung auf. Schwere Gitarren treffen auf ein messerscharfes Schlagzeug und einen Bass, der den Songs zusätzliches Gewicht verleiht. Darüber legt Vlad Iancu seine markante Stimme, die rau, aggressiv und dennoch kontrolliert wirkt.

Die Produktion klingt druckvoll, ohne steril zu erscheinen. Jede Nuance der beiden Gitarren bleibt hörbar und trotzdem verliert der Song nie seine Wucht. Genau diese Balance zieht sich durch die komplette EP.

Grooves, Melodien und technische Klasse

Was METASOMA besonders auszeichnet, ist das Zusammenspiel der beiden Gitarristen. Statt sich gegenseitig zu übertrumpfen, ergänzen sich beide hervorragend. Mal dominieren harte, präzise Riffs, dann übernehmen melodische Leads die Führung. Dieser Wechsel sorgt dafür, dass die Songs lebendig bleiben und sich nicht in technischer Selbstverliebtheit verlieren.

Auch die Rhythmusgruppe überzeugt auf ganzer Linie. Joe Patterson spielt druckvoll und abwechslungsreich, während Bolo mit seinem Bass für ein sattes Fundament sorgt. Zusammen entsteht ein Groove, der sofort mitreißt und den Songs eine enorme Dynamik verleiht.

Der häufig gezogene Vergleich mit ALTER BRIDGE und PANTERA ist durchaus nachvollziehbar. Melodische Gitarrenlinien treffen auf kompromisslose Härte, ohne dass METASOMA dabei den Fehler macht, einfach bekannte Muster zu kopieren. Die Band verarbeitet ihre Einflüsse zu einem eigenen Stil, der modern wirkt und dennoch klassische Heavy-Metal-Tugenden bewahrt.

Jeder Song besitzt seine eigene Handschrift

Obwohl „Core“ lediglich fünf Titel umfasst, fühlt sich die EP erstaunlich abwechslungsreich an.

„Attic“ entwickelt sich schnell zu einem echten Ohrwurm. Der Song verbindet eingängige Melodien mit schweren Gitarren und besitzt einen Refrain, der lange im Gedächtnis bleibt. Mit „Omen“ wird die Stimmung deutlich düsterer. Hier nimmt sich die Band mehr Zeit, Spannung aufzubauen. Die ruhigen Passagen sorgen dafür, dass die heftigen Ausbrüche umso intensiver wirken.

Der wohl überraschendste Titel ist „Shock“. Verspielte Rhythmen und leicht schräge Akzente erinnern stellenweise an SYSTEM OF A DOWN. Trotzdem bleibt METASOMA jederzeit sie selbst und verliert den roten Faden nie aus den Augen. Gerade diese kleinen stilistischen Ausflüge machen den Song besonders interessant.

Den Abschluss bildet „Horizon“, das noch einmal sämtliche Stärken der Band vereint. Kraftvolle Riffs, starke Melodien und ein überzeugender Spannungsbogen sorgen für einen gelungenen Abschluss und lassen den Wunsch nach einem kompletten Album aufkommen.

Mehr als nur technische Perfektion

Beeindruckend ist vor allem, dass METASOMA ihre technischen Fähigkeiten nie in den Vordergrund drängt. Natürlich hört man, dass hier ausgezeichnete Musiker spielen, doch jede Idee dient dem jeweiligen Song. Es gibt keine überlangen Soli und keine unnötigen Spielereien. Stattdessen steht immer die Wirkung der Musik im Mittelpunkt.

Auch inhaltlich verfolgt die Band einen ernsten Ansatz. Krieg, Manipulation, Propaganda und gesellschaftliche Missstände bilden den thematischen Kern der EP. Die düsteren Texte passen hervorragend zur musikalischen Atmosphäre und verleihen den Songs zusätzliche Tiefe, ohne belehrend zu wirken.

Mit „Core“ liefert METASOMA eine EP ab, die neugierig auf mehr macht. Die fünf Songs zeigen eine Band, die ihren musikalischen Weg gefunden hat und ihn mit großer Überzeugung verfolgt. Druckvolle Riffs, starke Melodien, ein hervorragendes Zusammenspiel der Musiker und eine moderne Produktion ergeben ein rundes Gesamtbild.

Natürlich bleibt nach knapp fünf Songs der Wunsch nach mehr Material. Gleichzeitig liegt genau darin auch eine Stärke dieser Veröffentlichung. Kein Titel wirkt überflüssig, jede Idee sitzt an der richtigen Stelle und die EP endet, bevor sich erste Abnutzungserscheinungen einstellen.

Wer modernen Heavy Metal mit Groove, technischer Finesse und eingängigen Melodien schätzt, sollte METASOMA unbedingt auf dem Zettel haben. „Core“ ist ein gelungener Neustart und ein vielversprechender Ausblick auf das, was von dieser Band in Zukunft noch zu erwarten ist.

Fazit: METASOMA setzen mit „Core“ ein starkes Zeichen.

Internet

METASOMA - Core - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.