Tracklist
01. Eingang – 01:52
02. Krypta des Sinnes – 05:11
03. Schlüssel zum Sanktum – 09:02
04. Sanguis – 03:28
05. Im Nebel – 05:11
06. Trugbild des Selbst – 04:03
07. Wie die Gischt – 05:38
08. Schmerz trug ich aus – 08:07
09. Ödnis – 06:04
Besetzung
Ignis Nefandus – sämtliche Instrumente und Gesang und Produktion
Am Ende des heutigen Tages spielen wir nochmal Krieg und zwar volle Kanne, Hoschi! Krieg direkt aus Deutschland! Wieso Krieg, fragt man sich jetzt! Na, Black Metal und der ist ja Krieg, wie es heißt, Hoschi. Und zwar widmen wir uns zum Abschluss für heute der Band Tabernakel und ihrem neuesten Werk »Scheintaufe«. Hinter der hessischen Einmannarmee steht Ignis Nefandus, der innerhalb von nicht einmal zwölf Monaten sein zweites Album vorlegt und dabei sämtliche Instrumente, Stimmen und Produktionsarbeiten selbst übernimmt. Knapp 49 Minuten lang wird der Geist der frühen neunziger Jahre beschworen: scharfes Tremolospiel, polternde Rhythmen, gallige Schreie, akustische Unterbrechungen und kalte Melodien. Die offensichtliche Nähe zu frühen Immortal, Dødheimsgard, Ulver, Forgotten Woods und Darkthrone ist Stärke und Schwäche zugleich – denn »Scheintaufe« klingt verdammt überzeugend nach damals, gelegentlich aber eben auch sehr deutlich nach anderen.
DAS HEILIGE RITUAL ALS LEERE HÜLLE
Der Titel »Scheintaufe« bezeichnet eine Zeremonie, die äußerlich Reinigung, Aufnahme oder geistige Erneuerung verspricht, innerlich jedoch wirkungslos bleibt. Genau aus diesem Widerspruch bezieht das Album seine Atmosphäre. Begriffe wie Krypta, Sanktum, Blut, Trugbild und Ödnis führen durch einen sakralen Raum, in dem keine Erlösung wartet. Das Ritual wird vollzogen, doch die erhoffte Wandlung bleibt aus.
Da ausführliche Liedtexte nicht Bestandteil der veröffentlichten Albuminformationen sind, ergibt sich diese Lesart vor allem aus den Titeln, ihrer Reihenfolge und der musikalischen Dramaturgie. Der Weg beginnt am Eingang, führt in die Krypta des eigenen Sinnes, sucht einen Schlüssel zum vermeintlichen Heiligtum und endet nach Blut, Nebel, Selbsttäuschung und ausgetragenem Schmerz in einer wortlosen Ödnis. Damit besitzt die Platte trotz ihrer traditionellen musikalischen Sprache einen klaren inneren Verlauf.
Auch das Artwork unterstützt diesen Eindruck. Über einer monochromen, von Gewalt, Sturm und aufgewühlten Körpern geprägten Darstellung hängt ein rotes, beinahe tropfendes Zeichen. Das Bild wirkt wie die Illustration eines misslungenen Sakraments: feierlich in seiner Anordnung, aber von Unruhe und Verfall durchzogen. Optisch wie musikalisch führt Tabernakel nicht in einen prachtvollen Tempel, sondern in dessen feuchten, längst entweihten Unterbau.
VOM ANTONIUSFEUER IN DIE SCHEINTAUFE
Tabernakel ist ein hessisches Soloprojekt von Ignis Nefandus. Erst im Herbst 2025 erschien mit »Antoniusfeuer« das erste Album, dessen ausgesprochen rohe Produktion und tiefe Verwurzelung in der frühen norwegischen Black-Metal-Schule bereits die Richtung vorgaben. Wenige Monate später folgt nun das zweite Werk. Der kurze Abstand lässt zwar einen hastig nachgelegten Materialüberschuss vermuten, doch »Scheintaufe« wirkt deutlich bewusster ausgearbeitet.
Vor allem der Klang hat sich weiterentwickelt. Der Gesang ist verständlicher, die Gitarren bleiben selbst in schnellen Passagen auseinanderzuhalten und das Schlagzeug erhält erheblich mehr Körper. Trotzdem wurde der alte Ansatz nicht gegen modernen Hochglanz eingetauscht. Die Produktion bleibt rau, dynamisch und konfrontativ, verzichtet aber auf jenen künstlich unbrauchbaren Nebel, hinter dem sich manches vermeintlich besonders authentische Black-Metal-Album versteckt.
Aufgenommen wurde die Platte im Winter 2025/26 in Wiesbaden und im elsässischen Boersch. Ignis Nefandus spielte sämtliche Instrumente ein und verantwortete auch Aufnahme, Mix und Mastering. Die physischen Fassungen entstanden in Zusammenarbeit mit Iconoclasm Conquest und Death Ecstasis Productions; neben der digitalen Ausgabe gibt es Vinyl und eine auf 50 Exemplare begrenzte Kassette.
EINGANG UND KRYPTA DES SINNES: DIE SCHWELLE WIRD ÜBERSCHRITTEN
Das 01:52 Minuten kurze »Eingang« ist kein vollständiger Song, sondern eine Schwelle. Die Atmosphäre wird geöffnet, der Hörer in einen abgeschlossenen Raum geführt und auf die folgende Kälte vorbereitet. Dass einige frühe Tracklisten das Intro noch mit »Krypta des Sinnes« zusammenfassten, erklärt die gelegentlich abweichende Angabe von acht statt neun Titeln.
»Krypta des Sinnes« setzt anschließend die eigentliche musikalische Sprache des Albums fest. Raues Tremolospiel, bissige Schreie und kraftvolle Drums bewegen sich durch eine apokalyptisch wirkende Weite. Der Mix bleibt körnig, ohne Konturen zu verschlucken. Gerade die melodischen Linien können dadurch unterhalb der aggressiven Oberfläche weiterarbeiten.
Der Titel lässt sich als Abstieg in ein geistiges Grabgewölbe lesen. Gedanken, Erinnerungen und Überzeugungen liegen dort nicht geordnet, sondern wie eingeschlossene Überreste. Die Musik versucht nicht, diesen Raum auszuleuchten. Sie zieht den Hörer tiefer hinein und macht deutlich, dass die anstehende Taufe keine freundliche Erneuerung verspricht.
SCHLÜSSEL ZUM SANKTUM: NEUN MINUTEN VOR VERSCHLOSSENEN TOREN
Mit 09:02 Minuten ist »Schlüssel zum Sanktum« der längste Titel der Platte. Akustische Gitarren lockern zunächst die Wände, bevor verzerrte Passagen erneut hereinbrechen. Die Komposition fällt mehrfach in sich zusammen, sammelt neue Spannung und baut ihr Gerüst anschließend wieder auf. Dieses Verfahren verleiht dem Song tatsächlich etwas Zeremonielles.
Die unterschiedlichen Abschnitte zeigen, dass Ignis Nefandus nicht ausschließlich in durchgehenden Tremoloriffs denkt. Ruhige, fast entrückte Stellen stehen neben harschen Ausbrüchen und mittelschnellem, schwerem Anschlag. Der vermeintliche Schlüssel öffnet jedoch keinen klar erkennbaren Zugang. Stattdessen kreist die Musik um das Heiligtum, sucht nach einer Tür und kehrt immer wieder zu ähnlichen Bewegungen zurück.
Genau darin liegt allerdings auch die Schwäche des Stücks. Einige akustische und mittelschnelle Passagen verweilen länger als nötig. Wiederholung wird gelegentlich mit Vertiefung verwechselt, wodurch der Song zeitweise sein Ziel aus den Augen verliert. Zwei Minuten weniger hätten die einzelnen Ausbrüche vermutlich noch wirkungsvoller erscheinen lassen.
SANGUIS: BLUT, BLASTBEATS UND KEINE ZEIT FÜR ANDACHT
Nach dem ausgedehnten Vorgänger schlägt »Sanguis« mit seinen 03:28 Minuten erheblich direkter zu. Ein klassisch angeschwärztes Thrash-Riff treibt den Song an, bevor nach gut einer Minute die Blastbeats losbrechen. Die Verbindung aus marschierender Rhythmik, hohem Tremolospiel und giftigem Gesang erinnert stellenweise an Absu und die besonders angriffslustigen Momente der zweiten Black-Metal-Welle.
Der lateinische Titel bedeutet Blut. Tabernakel behandeln es nicht als romantisches Symbol, sondern als körperliche Konsequenz des bisherigen Rituals. Nach Krypta und Sanktum erhält die Zeremonie hier erstmals eine unmittelbar physische Wirkung. Der Song diskutiert nicht lange über Opfer und Reinigung, sondern hinterlässt seine Wunde, bevor sich Behaglichkeit einstellen kann.
Gerade diese Kürze macht »Sanguis« zu einem Höhepunkt. Kein Abschnitt wird unnötig ausgedehnt, kein Zwischenspiel bremst die Bewegung. Das Stück besitzt weniger kompositorische Breite als die langen Titel, dafür aber die größte Schlagkraft und den klarsten Wiedererkennungswert.
IM NEBEL: MELODIE ZWISCHEN DEN SCHATTEN
»Im Nebel« verschiebt die Temperatur, ohne die Intensität zu verlieren. Höhenbetonte Tremolo-Arpeggien ziehen melodische Linien durch den rauen Klang, während Kick und Snare mit kurzen Gegenbewegungen antworten. Das Stück erinnert in seiner eisigen Eingängigkeit an frühen melodischen Black Metal, besitzt jedoch genügend rhythmische Bewegung, um nicht als bloße Stilübung zu erscheinen.
Besonders wichtig sind die gesprochenen und klareren Stimmfarben. Sie öffnen innerhalb des bisherigen Kreischens eine zweite Ebene und geben dem Song eine menschlichere, beinahe nach innen gekehrte Perspektive. Diese Momente bleiben kurz, verändern aber die Wahrnehmung des gesamten Arrangements.
Der Nebel steht dabei für Unsicherheit und verzerrte Orientierung. Er verbirgt nicht nur den Weg, sondern lässt jede erkennbare Gestalt größer oder bedrohlicher erscheinen, als sie tatsächlich ist. Die Musik setzt diesen Zustand treffend um: Melodien werden sichtbar, entziehen sich aber wieder, bevor sie zu einem sicheren Bezugspunkt werden können.
TRUGBILD DES SELBST: ZWISCHENSPIEL ODER STILLSTAND?
Mit »Trugbild des Selbst« nimmt das Album seine deutlichste Auszeit. Einfache Synthesizerflächen und langsame Fortschreitungen ersetzen Gitarrenangriff und Schlagzeugdruck. Als atmosphärische Kammer innerhalb des Albums ist dieser Wechsel nachvollziehbar. Nach den unmittelbaren Schlägen von »Sanguis« und der dichten Melodik von »Im Nebel« entsteht ein Raum zur Neuorientierung.
Vier Minuten sind für das verwendete Material jedoch reichlich bemessen. Die Texturen verändern sich nur geringfügig und erzeugen irgendwann weniger gespannte Ruhe als tatsächlichen Stillstand. Ein auf zwei Minuten verdichtetes Zwischenspiel hätte denselben dramaturgischen Zweck erfüllt, ohne den Fluss so deutlich zu unterbrechen.
Inhaltlich passt diese Leere dennoch zum Titel. Das eigene Selbst erscheint als unbewegtes Bild, das bei längerer Betrachtung seine vermeintliche Tiefe verliert. Die Musik verweigert eine eindeutige Enthüllung und lässt lediglich eine blasse Oberfläche zurück. Der Gedanke ist stark, die Ausführung etwas zu ausgedehnt.
WIE DIE GISCHT: HIER ENTSTEHT EINE EIGENE HANDSCHRIFT
»Wie die Gischt« holt die Platte umgehend aus der Starre. Ein beinahe walzerartiger Puls, dunkle chorische Schatten und der Wechsel zwischen schnellen sowie schweren Abschnitten bringen Instabilität in das vertraute Black-Metal-Gerüst. Die grausamen Harmonien wirken, als würden sie aufschäumen, kurz Gestalt annehmen und anschließend wieder in sich zusammenfallen.
Gischt besitzt Kraft, ist aber nicht festzuhalten. Sie entsteht aus einer gewaltigen Bewegung und verschwindet im selben Augenblick wieder. Tabernakel übertragen dieses Bild auf ein Stück, das ständig sein Gewicht verlagert. Schnelle Passagen treiben nach vorne, langsamere Teile ziehen die Musik zurück, während die Stimmen aus unterschiedlichen Entfernungen zu kommen scheinen.
Hier zeigt sich am klarsten, wohin sich das Projekt entwickeln könnte. Die Vorbilder bleiben hörbar, bestimmen aber nicht jeden Schritt. Rhythmische Verschiebung, Chöre und wechselnde Stimmfarben ergeben eine spezifischere Atmosphäre als die besonders eng an den neunziger Jahren orientierten Abschnitte. »Wie die Gischt« ist deshalb neben »Sanguis« der stärkste Einzeltitel.
SCHMERZ TRUG ICH AUS: LEIDEN ALS GEBURTSVORGANG
Der Titel »Schmerz trug ich aus« verbindet Leiden mit dem Bild eines langwierigen Austragens. Schmerz wird nicht in einem einzigen Ausbruch überwunden, sondern über Zeit im Inneren getragen, bis er den Menschen verlassen kann. Die 08:07 Minuten lange Komposition bildet diesen Vorgang mit einem ausgedehnten Spannungsbogen ab.
Harsche Abschnitte umschließen einen dunkleren und räumlich weiter geöffneten Mittelteil. Die Musik zieht sich zurück, verliert jedoch nicht ihre Bedrohung. Statt eines befreienden Höhepunkts löst sich das Stück gegen Ende in eine Ambientpassage auf. Nach all der vorherigen Bewegung bleibt keine klare Reinigung, sondern eine erschöpfte Leere.
Der lange Aufbau ist hier überzeugender eingesetzt als in »Schlüssel zum Sanktum«, weil die einzelnen Zustände stärker voneinander abgegrenzt sind. Dennoch hätte auch dieser Titel etwas straffer ausfallen können. Tabernakel beherrschen große Stimmungen, benötigen aber nicht für jede von ihnen mehrere Wiederholungen.
ÖDNIS: DAS RITUAL ENDET OHNE WORTE
»Ödnis« verzichtet vollständig auf Gesang. Nach Schreien, gesprochenen Stimmen und chorischen Schatten bleibt lediglich die instrumentale Landschaft übrig. Gitarren und Atmosphäre führen die Platte nicht zu einem triumphalen Ende, sondern in einen Zustand, in dem selbst Anklage und Schmerz verstummt sind.
Diese Entscheidung gibt dem Abschluss erhebliches Gewicht. Eine Scheintaufe kann keine echte Erneuerung erzeugen; folgerichtig wartet am Ende weder Erlösung noch Wiedergeburt. Die Leere muss nicht erklärt werden, weil ihre Abwesenheit von Sprache bereits die deutlichste Aussage bildet.
Musikalisch rückt der Song näher an die hypnotischeren und langsameren Seiten des klassischen Einmann-Black-Metal. Die Melodien wirken karg, bleiben aber präsent genug, um sechs Minuten zu tragen. »Ödnis« ist kein spektakulärer Schluss, sondern ein konsequentes Verlöschen.
ROH, ABER NICHT IM KARTOFFELKELLER AUFGENOMMEN
Die größte Verbesserung gegenüber »Antoniusfeuer« liegt in der Produktion. Gitarren, Schlagzeug und Gesang bleiben rau, können jedoch voneinander unterschieden werden. Die Musik besitzt jene notwendige Körnung, die zu ihrem historischen Bezug passt, ohne absichtlich kaputtgemischt zu wirken. Die verständlicheren deutschen Stimmen tragen zusätzlich dazu bei, dass das Album unmittelbarer erscheint.
Das Schlagzeug besitzt viel körperliche Präsenz und treibt die schnellen Passagen überzeugend an. Einzelne Stellen schieben es allerdings etwas weit nach vorne, wodurch die Gitarren an Größe verlieren. Bass und Synthesizer bleiben stärker in das Gesamtbild eingebunden, erfüllen dort aber ihre Funktion als zusätzliches Gewicht beziehungsweise atmosphärische Vertiefung.
Ignis Nefandus zeigt als Multiinstrumentalist ein gutes Verständnis dafür, wann eine Komposition beschleunigen, zusammenbrechen oder den Raum öffnen muss. Der Verzicht auf Studioperfektion wirkt bewusst und nicht wie eine Ausrede. Gleichzeitig fehlt innerhalb des Einmannprojekts gelegentlich eine zweite Instanz, die zu lange Übergänge oder weniger ergiebige Wiederholungen entschlossen kürzt.
DIE NEUNZIGER SIND ALLGEGENWÄRTIG
Tabernakel machen keinen Versuch, ihre Abstammung zu verbergen. Frühe Immortal, Dødheimsgard, Ulver, Forgotten Woods und Darkthrone stehen deutlich im Raum. Auch Erinnerungen an Old Man’s Child, Gehenna, Nagelfar und stellenweise frühe Eisregen sind nachvollziehbar. Für Freunde dieser Epoche ist »Scheintaufe« daher beinahe sofort vertraut.
Das kann großen Spaß bereiten, begrenzt aber die Eigenständigkeit. Viele kalte Tremolomelodien, akustische Einsprengsel und Rhythmuswechsel folgen einem bereits sehr häufig verwendeten Bauplan. Die Platte überrascht nur selten. Insbesondere wenn »Schlüssel zum Sanktum« oder »Trugbild des Selbst« länger verweilen, wird hörbar, dass Atmosphäre allein nicht jeden Abschnitt tragen kann.
Wo Tabernakel vom erwartbaren Weg abweichen, wird das Ergebnis sofort interessanter. Der Klargesang in »Im Nebel«, der instabile Puls von »Wie die Gischt«, das Ambientende von »Schmerz trug ich aus« und die instrumentale Ödnis des Finales zeigen eine entstehende eigene Handschrift. Genau diese Elemente dürften auf einem kommenden Album noch stärker in den Vordergrund rücken.
FAZIT:
»Scheintaufe« ist ein starkes Zweitwerk, das die kalte Atmosphäre der frühen neunziger Jahre mit einer rauen, aber erstaunlich lesbaren Produktion verbindet. Ignis Nefandus überzeugt besonders mit »Sanguis«, »Im Nebel«, »Wie die Gischt« und dem wortlosen Finale »Ödnis«. Die auffällige Nähe zu bekannten Vorbildern, das etwas ausgedehnte Synthesizer-Zwischenspiel und kleinere Längen verhindern die Höchstwertung. Vier von fünf Punkten.






