Tracklist
01. Haunting Me
02. Midnight Coven Crush
03. Casket
04. The Altar (feat. The Bunny The Bear)
05. Like I Meant It
06. Through The Storm
07. Sorry Mom
Besetzung
Nova Ray – Vocals
Orion – Bass
Ares – Lead Guitar
NOVA RIOT sind mit „Blood, Lies & Lullabies“ am Start und legen ein Album vor, das sich irgendwo zwischen Alternative Metal, düsteren Stimmungen und eingängigen Melodien bewegt. Zum Trio gehören Nova Ray am Gesang, Orion am Bass und Ares an der Lead-Gitarre. Die Band setzt dabei weniger auf permanente Härte als auf das Spiel mit Gegensätzen. Mal drücken die Gitarren ordentlich nach vorne, dann wird es wieder ruhiger und emotionaler. Produziert, engineered und gemastert wurde das Album von Braxton Henry, unterstützt von Addison Ray und Paris Pipkin als Co-Produzenten.
Ein düsterer Einstieg
Mit „Haunting Me“ geht es direkt in eine eher dunkle und nachdenkliche Richtung. Schwere Gitarren treffen auf einen Gesang, der nicht einfach nur aggressiv nach vorne geht, sondern auch verletzliche Seiten zeigt. Genau diese Mischung passt gut zum Grundgefühl des Albums. Der Song braucht keine übertriebene Härte, um Wirkung zu erzielen.
„Midnight Coven Crush“ zieht das Tempo etwas an und wirkt deutlich direkter. Die Gitarren bekommen mehr Raum, während der Gesang für den nötigen Wiedererkennungswert sorgt. Der Song bleibt schnell im Ohr, ohne dabei komplett nach dem üblichen Alternative-Metal-Baukasten zu klingen. NOVA RIOT zeigen hier ein gutes Gespür dafür, einen Song kompakt zu halten.
Danach folgt mit „Casket“ ein Stück, das stärker von seiner Atmosphäre lebt. Der Titel wirkt schwer und melancholisch, ohne in pure Schwermut abzurutschen. Besonders interessant ist der Wechsel zwischen den ruhigeren Momenten und den Passagen, in denen die Gitarren wieder deutlich mehr Druck entwickeln. Ganz neu ist diese Herangehensweise nicht, aber sie funktioniert.
Wenn es etwas wilder wird
Ein besonderer Moment des Albums ist „The Altar“, bei dem The Bunny The Bear als Gast mit dabei sind. Der zusätzliche Einfluss macht sich bemerkbar und bringt etwas mehr Bewegung in den Song. Unterschiedliche Stimmen und musikalische Akzente sorgen dafür, dass der Track aus dem Album heraussticht. Genau solche Momente tun der Platte gut, weil sie zeigen, dass NOVA RIOT durchaus bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen.
Mit „Like I Meant It“ wird es wieder etwas geradliniger. Der Song besitzt eine angenehme Eingängigkeit und dürfte vor allem live funktionieren. Die Gitarren bleiben präsent, während Nova Rays Gesang den emotionalen Mittelpunkt bildet. Das Stück versucht nicht, mit unnötigen Spielereien Eindruck zu schinden. Es funktioniert über seine Direktheit.
„Through The Storm“ schlägt anschließend wieder eine emotionalere Richtung ein. Der Song vermittelt das Gefühl, dass es hier um schwierige Momente und den Umgang damit geht. Gerade der Wechsel zwischen ruhigeren und kräftigeren Passagen sorgt für Spannung. Stellenweise hätte man sich zwar etwas mehr Mut bei den Arrangements gewünscht, dennoch gehört der Track zu den gelungenen Nummern der Platte.
Ein persönlicher Schluss
Den Abschluss übernimmt „Sorry Mom“. Schon der Titel macht neugierig, und auch musikalisch wirkt der Song etwas persönlicher als manches zuvor. NOVA RIOT verzichten darauf, zum Ende noch einmal alles in Grund und Boden zu spielen. Stattdessen lassen sie das Album mit einem eher nachdenklichen Ton auslaufen.
Das passt überraschend gut. Nach den düsteren, schweren und teilweise aufgewühlten Momenten wirkt dieser Abschluss beinahe wie ein Gespräch, das noch nicht ganz beendet ist. Gerade dadurch bleibt etwas vom Album hängen, nachdem der letzte Ton verklungen ist.
Saubere Produktion, noch Luft nach oben
Klanglich gibt es an „Blood, Lies & Lullabies“ wenig auszusetzen. Die Produktion ist modern, druckvoll und ausreichend transparent. Gitarren, Bass und Schlagzeug bilden ein solides Fundament, während der Gesang klar im Vordergrund steht. Braxton Henry hat darauf geachtet, dass die einzelnen Elemente nicht miteinander um Platz kämpfen.
Was dem Album allerdings ein wenig fehlt, sind die ganz großen Überraschungsmomente. NOVA RIOT wissen ziemlich genau, wie Alternative Metal funktionieren kann, bewegen sich dabei aber häufig innerhalb bekannter Grenzen. Einige Songs hätten von ungewöhnlicheren Arrangements oder mutigeren Brüchen profitiert.
Trotzdem ist „Blood, Lies & Lullabies“ keine Platte, die einfach nebenbei verschwindet. Dafür besitzt sie zu viele atmosphärische und emotionale Momente. Besonders „Haunting Me“, „The Altar“ und „Through The Storm“ zeigen, wohin die Reise für NOVA RIOT gehen könnte.
NOVA RIOT liefern mit „Blood, Lies & Lullabies“ ein ordentliches Alternative-Metal-Album ab, das von seiner dunklen Atmosphäre und der Mischung aus Härte und Melodie lebt. Nicht jeder Song trifft ins Schwarze, doch gerade die emotionaleren Stücke können überzeugen. Die Band hat hörbar eine eigene Vorstellung davon, wie ihr Sound funktionieren soll.
Für den nächsten Schritt dürfen NOVA RIOT ruhig etwas mehr riskieren. Mehr Ecken und Kanten, ein paar unerwartete Wendungen und noch stärkere eigene Trademarks könnten aus einem guten Album eine wirklich herausragende Veröffentlichung machen.
Fazit: „Blood, Lies & Lullabies“ zeigt, dass NOVA RIOT das Potenzial haben in der Alternative-Metal-Szene Fuß zu fassen.






