Band: REBELS OPERA 🇺🇸
Titel: Call Of The Night
Label: Independent
VÖ: 19/08/26
Genre: Hard Rock

Tracklist

01. Love Like A Live Wire
02. Smile Now, Cry Later
03. Didn’t Wanna Write This Song
04. Gotta Let Me Know
05. The Drifter
06. Call Of The Night
07. Surfing With The Angels
08. She’s So Rock n‘ Roll
09. Down With The City
10. Dream, Dreamer

 

Besetzung

Tate Richardson – Vocals
Clint Richardson – Guitars
Paul Klein – Bass
Grady Steel – Drums

 

Bewertung:

4/5

Nashville und die Liebe zum großen Rock

Nashville ist nicht gerade der erste Ort, der einem beim Stichwort klassischer Arena-Hard-Rock in den Kopf kommt. Genau hier haben sich jedoch REBELS OPERA formiert. Mit Tate Richardson am Mikrofon, Clint Richardson an der Gitarre, Paul Klein am Bass und Grady Steel am Schlagzeug legt die Band mit „Call Of The Night“ Debüt vor. Produziert wurde das Album von Tuk Smith.

Die vier Musiker machen von Beginn an keinen Hehl daraus, worum es ihnen geht. Große Gitarren, eingängige Melodien, kräftige Drums und Refrains, die man sich nach wenigen Durchläufen schon mitsingen kann. REBELS OPERA wollen keine musikalischen Rätsel aufgeben. Sie wollen Rock spielen, der direkt ins Ohr geht und vor allem live funktionieren dürfte. Diese Einstellung zieht sich buchstäblich durch die gesamte Platte.

Der erste Eindruck sitzt

Mit „Love Like A Live Wire“ geht es ohne lange Anlaufzeit los. Die Gitarren kommen mit ordentlich Druck aus den Boxen, während Richardson den Song mit einer Stimme führt, die gut zum klassischen Hard-Rock-Ansatz passt. Der Refrain bleibt hängen und macht ziemlich schnell klar, wohin die Reise geht.

„Smile Now, Cry Later“ schlägt danach eine etwas melodischere Richtung ein. Der Song wirkt nicht ganz so kantig und gibt dem Album damit etwas Luft. Bei „Didn’t Wanna Write This Song“ wird es wieder direkter. Der Titel klingt bereits nach einer Portion Selbstironie, musikalisch bleibt die Nummer angenehm bodenständig.

Mit „Gotta Let Me Know“ kommt anschließend wieder mehr Bewegung ins Spiel. Die Gitarren treiben den Song nach vorne, während der Refrain erneut auf Eingängigkeit setzt. Man merkt dabei, dass REBELS OPERA ihre Songs nicht mit möglichst vielen Ideen vollstopfen wollen. Lieber ein gutes Riff und eine starke Hook als zehn Einfälle, die am Ende nichts zusammenhalten.

Ein bisschen Straße, ein bisschen Stadion

„The Drifter“ gehört zu den Songs, die dem Album etwas Eigenständigkeit geben. Hier kommt eine leicht dreckige, amerikanische Rocknote zum Vorschein. Der Titel klingt nach langen Straßen, offenen Fenstern und einer Fahrt ohne festes Ziel. Gerade solche Momente tun dem Album gut, weil sie zeigen, dass die Band nicht ausschließlich auf die große Stadiongeste setzt.

Dann folgt mit „Call Of The Night“ der Titeltrack. Hier darf es wieder groß werden. Der Song besitzt diesen typischen Arena-Rock-Charakter, bei dem man sich problemlos eine große Bühne, Scheinwerfer und ein Publikum vorstellen kann, das den Refrain gemeinsam mitsingt. Der Titel passt deshalb ziemlich gut zum gesamten Konzept der Platte.

„Surfing With The Angels“ bringt anschließend eine lockere Note ins Spiel. Der Song wirkt beschwingt und hat eine gewisse Leichtigkeit, ohne komplett aus dem musikalischen Rahmen zu fallen.

Rock’n’Roll darf auch einfach Spaß machen

Bei „She’s So Rock n‘ Roll“ machen REBELS OPERA endgültig klar, dass sie ihre Musik nicht unnötig kompliziert betrachten. Der Titel ist Programm. Hier geht es um Rock’n’Roll, Attitüde und einen Refrain, der geradezu danach ruft, live mitgesungen zu werden.

Etwas rauer präsentiert sich „Down With The City“. Der Song bringt noch einmal eine Portion Dreck unter die Fingernägel und sorgt dafür, dass das Album gegen Ende nicht zu glatt wirkt.

Den Abschluss bildet „Dream, Dreamer“. Die Nummer nimmt etwas Tempo heraus und setzt stärker auf die melodische Seite der Band. Als letzter Song funktioniert das gut, weil dadurch kein hektischer Schluss entsteht.

Keine Experimente, aber viel Gefühl für Songs

Die Produktion von Tuk Smith passt hervorragend zur Ausrichtung der Band. „Call Of The Night“ klingt druckvoll und sauber, ohne dass der Rockcharakter dabei verloren geht. Die Gitarren bekommen genügend Raum, Bass und Schlagzeug liefern ein solides Fundament und der Gesang steht dort, wo er hingehört.

Natürlich erfinden REBELS OPERA mit diesem Album den Hard Rock nicht neu. Dafür sind die musikalischen Zutaten zu vertraut. Wer nach wilden Experimenten, ungewöhnlichen Songstrukturen oder stilistischen Überraschungen sucht, wird vermutlich nicht fündig. Das ist allerdings auch gar nicht der Anspruch der Band.

Die Stärke von „Call Of The Night“ liegt vielmehr darin, dass die Songs funktionieren. Sie haben Melodien, klare Strukturen und genug Energie, um auch nach mehreren Durchläufen nicht sofort zu verpuffen. Vor allem die stärkeren Refrains bleiben im Gedächtnis.

Am Ende ist „Call Of The Night“ ein Album für alle, die klassischen Hard Rock mit großen Melodien und einer guten Portion Rock’n’Roll mögen. REBELS OPERA spielen ihre Karten offen aus und haben dabei sichtlich Spaß an dem, was sie tun. Man kann die Platte laut hören, mitsingen und sich für ein paar Minuten vorstellen, irgendwo vor einer großen Bühne zu stehen.

Kein Album für musikalische Puristen, die ständig nach dem nächsten großen Bruch suchen. Dafür ein ehrliches Rockalbum mit Herz, Energie und einigen richtig guten Songs.

Fazit: REBELS OPERA präsentieren mit ihrem Debütalbum „Call Of The Night“ eine kraftvolle, gut produzierte Platte, die den Geist des Genres atmet und zugleich frisch klingt.

Internet

REBELS OPERA - Call Of The Night - CD Review

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Robert
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.