Obsidian Chamber – Der Gesang der Fliegen

Band: Obsidian Chamber
Titel: Der Gesang der Fliegen
Label: Terrasound Records
VÖ: 2011
Genre: Symphonic Black/Death Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Obsidian Chamber strikes back und zwar mit dem Album „Der Gesang der Fliegen“. Tja wusste gar nicht das Fliegen singen können. Wie auch immer die 2003 gegründete Band besteht nunmehr nur aus zwei Mitgliedern. Das Duo Erie (all instruments) und Aenima (voc) bietet auf dem neuesten Langeisen ambitionierten Symphonic Black/Death Metal der besonderen Art. Teils eisige, teils wieder harmonierende Klänge blasen uns die Wiener um die Ohren. Dabei hat man sich etwas an nordische Kollegen angelehnt. Auch kleinere Ambientfragmente wurden verarbeitet und das Sammelsurium an Black Einflüssen klingt stattlich, genauso wie man sich das wünscht.

Ein dunkelbedrohliches „Intro“ dient zur Einstimmung und kommt mit streckenweise sehr melancholischen Tönen daher. Besonders gelungen ist die Fusion aus all den Soundarrangements, welche man gelungen im fast schon klassischen Sound darbietet.

Donnerndes Black Stahl Gebretter offeriert man uns mit „A New God“. Dabei bedient man sich sehr stark an den Old School Einflüssen dieser Richtung. Die schlichten eingearbeiteten Melodien und sachten Symphonien hat man gekonnt in Szene gesetzt. Durch diese hauchzarte Beigabe wurde der Song nicht zu stark verwässert und man kann somit eisigen Beats frönen und sich durch diese die Gehörgänge amtlich durchblasen lassen.

Sehr doomig wird „ Der Gesang Der Fliegen“ angestimmt, doch sofort wird uns eine weitere Bretterschlagseite vor den Bug geknallt. Zu etwas schleppenderen Passagen sind die Jungs aber durchaus bereit und diese steten Wechsel passen wie die Faust aufs Auge. Nach diesen geht aber wieder ordentlich die Post ab und man drückt gehörig aufs Gaspedal. Die Vereinigung aus dreckiger Härte und sinnlichen Symphoniebeigaben ist ein weiterer Hörgenuss und so eine pressgenaue Abstimmung offeriert die Detailliebe des Duos.

Mit galoppierendem Tempo vom Start weg fräßen die Wiener nun bei „Dark Filthy Me“ dahin. Weit mehr dem schrofferen, harschen Sound wird hier nach allen Regeln der Kunst gefrönt und obwohl dennoch Arrangements eingearbeitet wurden überwiegt die dreckige Härte dominanter. Bei etlichen Parts wird kurz der Spieß umgedreht, doch schon jagt man uns wieder kurzerhand mit Nackenfressenden Vibes. Solche diabolischen Tracks liebt und braucht der Black Metal Fan und dieser dreckige Bolzen den man uns hier gönnt sollte in keiner Sammlung fehlen.

Etwas mehr in die Ambient Richtung geht es mit „Hunter“ weiter. Verspielter, teils dunkle Melodien verwässert man gekonnt mit Symphoniebeigaben. Just glaubt man schon dass es durchgehend mit diesem Sound weiter geht, schon bolzt man mit markerschütternden Klängen weiter. Unglaublich was uns hierbei am Stück gegönnt wird und das mit einem rauen Rhythmus der alle Kollegen aus dieser Stilrichtung vergessen lässt.

Vermehrt im klareren, ausgefeilten Bereich wird mit „Fleischherrens Tochter“ fortgesetzt. Zwar wurden auch ein weiteres Mal rauere Vibes verwerkt, diese müssen aber immer wieder druckvollen, stattlichen Klängen weichen. Besonders der Bombastanteil kommt sehr genussvoll zum Tragen und nach dieser vollen Ausschöpfung gibt es immer wieder als Abrundung atemberaubende Bretterklänge.

Modern und streckenweise sehr thrashig geht es bei „Des Satans Braut“ zu. Leichte Symphonien, als auch Melodieschübe werden am laufenden Band abgefeuert. Doch auch das Bangerfeeling darf nicht zu kurz kommen und genau deshalb prescht das Wiener Gespann immer wieder ungestümer dahin. Dass auch verträumtere Klänge und dreckige Härte durchaus harmonieren können beweisen sie uns bei diesem Stück immer wieder. Ein ständiges auf und ab wird geboten, doch diesem kann man locker folgen. Auch finde ich die Übergänge sehr gelungen und das bestätigt das Potential und Können welches in den Jungs schlummert.

Schretternde Black Blast Beats der eisigen Art bestimmen den Weg von „Perceive The Revelation“. Durch die Bank drückt man vehement und stur aufs Gaspedal. Unterwandert wird das durch stattliche Hintergrundsounds die beachtenswert hinzu geflochten wurden. Die Aneinanderreihung von markerschütternden Klängen steht im Mittelteil einem verspielten Melodiepart gegenüber. Dient aber nur zur Auflockerung und schon prescht man mit speediger Rhythmik dahin.

Dunkler, bedrohlicher Choreingang stimmt kurz „Der Hexer“ an und schon geht die wilde Karussell Fahrt weiter. Deutlich verspielter und durchdachter wirken die Wechsel, was vor allem durch die große Beimischung von Melodielinien verstärkt wird. Doch auch hier wird auf ein großes Maß an ungestümer Härte geachtet und auch ohne Umschweife immer wieder zum Einsatz gebracht.

Orchestral Sounds und Blast Beats der speedigen Art knallt man uns im gelungenen Einklang bei „Soulblighter“ vor den Bug. Obwohl noch um einige Nuancen verspielter, kann man auch bei diesem Song locker dem ganzen folgen. Bevor man sich zu sehr den verspielten Linien hingibt bläst man mit druckvollen Muntermacherpassagen wieder dahin. So kann man Black Fans leicht überzeugen die nicht eindeutig auf verspieltere Kost stehen.

Mit dem etwas längeren „Extro“ verabschiedet man sich leider schon wieder von uns. Orchestraler, fast schon lieblicher Ausläufer den man zum Schluss angestellt hat. Gute Fusion aus Klassik und Melodie.

Fazit: Beeindruckendes Klangpotential mit dem uns Obsidian Chamber die Trommelfelle zum Wummern bringen. Technisch hochwertige Kost aus dem Black/Death Bereich die man sich gönnen sollte. Durch die breite Ansiedelung an Klängen aus dem Härte-, Melodie- und Symphoniebereich setzt man sich im internationalen Bereich locker ins vordere Drittel.

Tracklist:

01. Intro
02. A New God
03. Der Gesang Der Fliegen
04. Dark Filthy Me
05. Hunter
06. Fleischherrens Tochter
07. Des Satans Braut
08. Perceive The Revelation
09. Der Hexer
10. Soulblighter
11. Extro

Besetzung:

Erie (all instruments)
Aenima (voc)

Internet:

Obsidian Chamber @ Facebook

Obsidian Chamber @ MySpace

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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