Band: Procession
Titel: Destroyers Of The Faith
Label: High Roller Records
VÖ: 2010
Genre: Doom Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Für Freunde des epischen Doom dürften die Chilenen Procession genau das Richtige sein. Bereits mit der EP „The Cult Of Desease“ konnte man bei vielen E-Zine Kollegen einiges an Lob einheimsen. Nach einem kompletten Line Up Wechsel ist Bandboss Felipe Plaza Kutzbach (voc & guit) wieder zurück und in der Hinterhand hält er das erste längere Lebenszeichen „Destroyers of the Faith“, welches via High Roller Records released wurde.

Messerscharf und äußerst dreckig, so wie man es von einer Doom Fraktion einfach erwartet wird das Langeisen mit „Hyperion“ klanglich eröffnet. Dabei greift man auch leichte hymnische Allüren auf und stimmlich, was vor allem an der melancholischen Stimme liegt erinnert mich der Bandkopf der Chilenen an Mathew Barlow.

Nahtlos mündet die kurze Einleitung ins darauf folgende „Destroyers of the Faith“ bei dem man sich etwas mehr Spielzeit eingeräumt hat. Dabei schwappen auch treibendere Beats durch die Boxen, welche das Ganze durchaus aufwerten und erweitern. Es muss nicht immer nur zäh wie alter Kaugummi klingen um dem Doom Fan zu gefallen. Nein auch mit neuwertigeren, erfrischenden Fragmenten kann man durchaus den Genre Fan überzeugen. Besonders gelungen finde ich persönlich den nordischen Faktor den man hinzu genommen hat und der den Jungs, auch wenn sie nicht von diesem Teil des Kontinents stammen durchaus gut zu Gesicht steht. Immer wieder unterbricht man etwas schwermütige, wobei man in diesen Passagen deutlich mehr hymnische Soundklänge parat hat. Gut durchgemischt erhält man ein stattliches Gebräu das es in sich hat und mit dem man für gute Akzente sorgt.

Weiterhin auf der nordischen Schiene hält man mit der Folgenummer „The Road to the Gravegarden“ am bereits begonnen Konzept fest. Hierbei bedient man sich allerdings zu Beginn des Stücks einer sehr zähen und langatmigen Einleitung. Dies dürfte vor allem nur eingefleischte Doom Fans erfreuen, anderen wird das im Gegensatz zum Vorgänger etwas zu zäh vorkommen. Auch bei der Fortsetzung des Stücks hält man an dieser Linie fest, auch wenn man das Ganze etwas ins hymnischere Eck rückt. Bis tief in die Magengrube schlägt man uns mit sägendem, lang gezogenem Riffing. Vor allem das eisige Soundgefühl das man zusätzlich durchblicken lässt erfreut die bereits genannte Klientel und bedient es nach allen Regeln der Doom Klangkunst.

Noch um Ecken schwerere Geschütze fährt man bei „Chants of the Nameless“ auf. Es geht noch durchwachsener und schwerfälliger. Dabei klingt man aber nicht etwas langweilig, nein eher im Gegenteil, mit durchaus guten Einfällen, vor allem der nordischen Art besticht man wieder besonders und erfreut uns auch mit erneuten sehr heroisch klingenden Passagen. Auch leichte BathoryEinflüsse sind in das Stück geflossen und das dürfte Fans von Quorthons (Tomas Forsberg) Musik sehr erfreuen.

Zwar hält man beim darauf folgenden „Tomb of Doom“ noch immer am Konzept der nordischen Klangkunst fest. Durchwandert es aber mit Doom Einflüssen, denen sich auch viele Kollegen der Szene des restlichen Planeten verpflichtet fühlen. Beim Gesang versucht uns der Fronter zusätzlich einen Schlag in die Magengrube zu versetzen zu wollen, was ihm auch spielend gelingt. Das Stück zieht dermaßen runter das es für eine dunkle – betrübliche Genussrunde sorgt. Somit steht der Name für das Programm bei diesem Stück.

Klanglich etwas umorientiert und klarer wird nun „White Coffin“ gestartet. Man kann sich gewiss sein das man hierbei nicht auf fröhlich macht, allerdings klingt die Einleitung wesentlich klarer als bei den voran gegangenen Stücken. Es erschließt sich einem ein wie schon erwähnt klarer Eingang der etwas genüssliche Musik zu Tage befördert. Auch bei der Fortsetzung setzt man auf klarere Einflüsse die das Programm nicht so schwerfällig klingen lassen und auch Fans die nicht unbedingt auf Doom aber auf schwerfälligere nordische Klangkunst stehen gefallen könnte.

Fazit: Die Chilenen haben ein Potential im Bereich des Dooms, die eine breitere Klientel anspricht. Man bewahrt sich zwar den klassischen Doom Einschlag. Doch durch die teils epischen, als auch klareren nordischen Soundfragmente hat man ein Album eingestanzt das sehr versiert und vielschichtig klingt.

Tracklist:

01. Hyperion 1:54
02. Destroyers of the Faith 7:50
03. The Road to the Gravegarden 10:49
04. Chants of the Nameless 9:44
05. Tomb of Doom 8:25
06. White Coffin 7:17

Besetzung:

Felipe Plaza Kutzbach (voc & guit)
Claudio Botarro Neira (bass)
Francisco Aguirre (drums)

Internet:

Procession @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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