Band: Relinquished
Titel: Susanna Lies In Ashes
Label: Noisehead Records
VÖ: 2010
Genre: Melodic Death Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

„Susanna Lies In Ashes“ nennt sich das erste Full Length Album der Ebbser Relinquished. Einen Live Eindruck konnten die Tiroler schon bei uns hinterlassen. So darf man gespannt sein wie das Material auf Cd klingt. Im Netzt findet man schlicht und einfach für die Betitelung des Stils Melodic Death Metal. Nun ja das trifft zwar zu, doch verwässert man sehr gekonnt das Material mit progressiven, aber auch Dark, als auch Black Metal Anleihen. Sebastian Bramböck (voc), Anton Keuschnick (guit), Simon Dettendorfer (guit), Patrick Kösselbacher (bass) und Florian Vonach (drums) musizieren in Sachen Death Metal auf einem technisch sehr hohen Level. Das Album ist via Noisehead Records am 19.06.2010 zu haben.

Den Opener „Agonized“ knallt man uns mit einer kräftigen Breitseite zu Beginn um die Ohren. Lange behält man den Fuß nicht am Gaspedal und schon landen wir mit den Tirolern in einem sehr tiefgründigen Gewässer. Dieses ist sehr schwarz angefärbt und bietet einen leichten leidenden – melancholischen Klang. Doch nur in diesem Milieu wird nicht gezockt und so bricht man immer wieder kraftvoller aus. Gutes Wechselbad der dunklen Gefühle das eben durch die zahlreichen Wechsel einen hohen Anteil an progressiven Ansätzen bietet. Gut sortiert setzt man diese ein und so wirkt das Ganze sehr ausgefeilt und durchdacht.

Etwas schroffer schiebt man nun „Complete Mental Vacuity“ nach. Zwar kommen einige Melodien gut aussortiert zum Einsatz, dennoch wirkt der Song um Welten schwärzlicher eingefärbt. Auch wird bekommt der schroffere, modernere Anteil deutlich mehr Oberwasser. Diese Mischung, das muss man anmerken ist sehr gut gemischt ausgewählt worden. Somit wirkt der Song nicht zu altbacken, aber auch nicht zu modern. Somit verwöhnt man Death Fans der alten, aber auch der neueren Schule gleichermaßen.

Sehr ruhig und verträumt wird nun „Four Obstacles“ gestartet. Fast glaub man schon hier wird die Stilrichtung gewechselt, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Durch diesen gemächlichen Einstand schafft man eine gemütliche Stimmung, doch schon ziehen die Gewitterwolken auf. Wutentbrannt und sehr harsch wird nun das Zepter geschwungen, auch der moderne Death Anteil ist hier merklich gestiegen. Vom melodischen Standpunkt aus gesehen wurde auch mehr bedacht auf einige Spielereien genommen. Diese ergänzen sich sehr gut mit den bretternden, als auch den schrofferen Passagen.

Fast schon Black lastig wird nun „On Cathedral Stairs“ ins Rennen geschickt. Kleinere, rhythmische Vergleiche wie z.B. zu Dimmu Borgir sind hier auszumachen. Allerdings muss man gleich anmerken wird hier nicht ein Keyboardinferno geboten, sondern die Melodien kommen allesamt von der Saitenfraktion. Somit hat man das Stück noch um einige Nuancen schwärzlicher eingefärbt, als beim Vorgänger. Auch der immer wieder angestimmte Doom Anteil seitens der Gitarren ist sehr gut ausgefärbt und ergänzt die Grundrhythmik sehr gut. Sehr verspielt, dennoch verhaspelt man sich nicht und man kann locker der Linie quer durchs Stück folgen.

Mit „Vague Recollection“ setzt man den nächsten etwas verspielteren Track nach. Death und Black trifft hier sehr gut aufeinander und zwischendurch werden einige experimentellere Spieleskapaden geboten die das Stück sehr konzeptionell wirken lassen. Wie ein Wechselbad der tiefgründigen Gefühle zockt man hier eine wahre dunkle Messe runter die bis tief unter die Haut geht.

Straighter und eingängiger wird mit „Rouse From Slumber“ weiter gemacht. Leichte Thrash Allüren treffen hier auf satten Death Metal. Ganz von einigen verspielten Elementen kann man zwar nicht die Hände lassen. Allerdings klingt das Endergebnis deutlich frugaler als die vorangegangen Stücke.

Bedächtig schafft man einen leichten Hauch als Start beim nun folgenden „Padded Cell“. Sogleicht greift man aber beherzter in die Saiten. Sehr schleppend und doomig verwässert geht es hier zur Sache. Trotz all dieser ruhigen Stimmungspassagen kehrt man immer wieder zu einem kernigen Herzstück zurück aus dem man entweder kräftiger ausbricht, oder einfach in ruhigere Passagen geleitet. Die Jungs zeigen uns mit dem Endergebnis das man durchaus auch experimentellen Death Stahl folgen und genießen kann ohne den Fan dabei zu überfordern.

Zu Beginn von „Rehabilitated“ schallt eine fröhlichere, leicht moderne Rocklinie. Diese zersäbelt man aber auch schon sogleich mit barschen Death Einlagen. Ganz komplett vernichtet man den Einklang nicht und so zerrt man uns in dieses Eck immer wieder zurück. Gaukelt vorerst Ruhe vor und beutelt uns dann etwas später wieder mit einem Wutausbruch das uns Hören und Sehen vergeht.

Zum Schluss legt man noch mit „In Ashes“ einen drauf. Sanftes Gitarrenspiel im romantischen Stil dient hier als Einführung. Diesen Einstand behält man bei und auch kleinere folkloristische Klänge bringt man hier mit der ruhigen Spielweise unter einen Hut.

Fazit: Das zweite Machwerk dieser Tiroler ist einfach unglaublich. Trotz all der verspielten Techniken weiß man auch Fans zu begeistern die auf etwas eingängige Musik stehen. Die Truppe beweist das Death Metal nicht nur eine Runde Hau drauf und gut ist es zu bieten hat. Nein auch experimentellere Einlagen und Ergänzungen sind in diesem Genre nicht unberechtigt. Tolle Zusammenarbeit aus Härte, Melodie und leichten melancholischen Ergüssen bringt man hier auf einen Nenner. Sauber kann man dazu nur sagen und unsere Redaktion weiß dass dies auch live von der Mannschaft gut rüber zu kommen vermag.

Tracklist:

01. Agonized
02. Complete Mental Vacuity
03. Four Obstacles
04. On Cathedral Stairs
05. Vague Recollection
06. Rouse From Slumber
07. Padded Cell
08. Rehabilitated
09. In Ashes

Besetzung:

Sebastian Bramböck (voc)
Anton Keuschnick (guit)
Simon Dettendorfer (guit)
Patrick Kösselbacher (bass)
Florian Vonach (drums)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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