Razor Fist – Metal Minds

Band: Razor Fist
Titel: Metal Minds
Label: Pure Steel Records
VÖ: 2009
Genre: Heavy/Speed Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Razor Fist stammen aus Wisconsin und wen verwundert es der Name steht hier genau für das was man in der Verpackung findet. True Metal mit vielen Thrash Anleihen und dieses Gebräu welches TJ LaFever (bass), Nick Moyle (guit), Dave Patterson (drums) und T.K. Xanax (voc) auf die Menschheit loslassen ist für alle Old Schooler und denen wird man mit dem Output „Metal Minds“ gehörig die Ohren durch putzen bzw. für Freudentränen sorgen. Wer auf alte Sachen wie Grim Reaper steht, der sollte sich diese Jungs mal genauer anhören und wird am 28.08.09 zum nächsten Plattenladen stürmen um das Album in die Finger zu bekommen.

Schönstes True Metal Kraftfutter bekommen wir gleich zu Beginn mit viel Tempo um die Ohren geblasen. „Fury of the Warrior“ ist aber weit mehr als nur ein typisches True Metal Stück und so rattert die Maschine immer wieder hin und her zwischen True und Thrash Metal. Die zusätzlichen hohen Shouts des Fronters werden zwar einigen eine Gänsehaut bescheren, doch zielsicher kreischt sich der Frontamann hier durchs Programm und besticht auch in mittleren Tonlagen. Der Sound klingt sehr Achtziger lastig und ist genau für alte Kuttenträger und diese werden einen wilden Reigen in den heimischen Wänden aufführen. Schön im besten Schretterstil steuert man das Flaggschiff bei „Metal Minds“ auf Riff betonten Gewässern zielsicher weiter. Das Pedal wird dabei nur an und ab etwas gelockert und so gibt es auch weiterhin ordentliche Nackenmuskulaturkost zu der man seine Rübe rotieren lassen kann. Dennoch deutlich weit melodischer ist hier der Gesamtrhythmus ausgefallen und auch einige Chorrefrains lockern das ansonsten speedige Spiel auf. Sehr gut und ausgewogen, muss man den Herrschaften aus Wisconsin schon hoch anrechnen. Auch wird der 80er Pathos nicht überspannt. Old School ja, aber mit gewissem Maß und Ziel. Mein persönlicher Favorit ist das thrashige „Runner“. Der Titel sagt es schon aus hier wird ordentlich das Pedal auch weiterhin gedrückt und wer sich den Jungs in den Weg stellt wird ganz einfach überrollt. Kurze Midtempohalte werden genutzt um alle Reserven noch mal zu aktivieren, um gleich im Anschluss wieder vollends durchzustarten. Trotz der Judas Priest Shouts blickt man kaum über den Ozean und bewahrt somit mehr den American Metal Faktor was man heute leider immer weniger zu hören bekommt. Genau das macht den Charme dieser Truppe aus und davon lassen sie genügend durchsickern und das mit einer ungeheuren Spielfreude. Schön und um Ecken teutonischer rumpelt nun „Cosmic Hearse Driver“ daher. Diese 80er angehauchte Dampflok begibt sich unvermindert auf eine astreine True Metal Fahrt und dabei zockt die Truppe sehr speedig und liefert als besonderes Schmankerl sehr leckere Riff und Solihappen ab. Vor allem bei den Solis spielt sich der gute Nick die Finger wund. Im ähnlichen Stil schiebt man gleich den Nachbrenner „The Seer“ nach. Dieser ebenfalls sehr speedige Gustohappen ist eine Bangernummer par excellence geworden. Man pfeift auf jegliche Ruhephase und auch der Fan wird durchgehend mit Hochgeschwindigkeitsrhythmen beübt. Dadurch kann man aber weiterhin seine Nackenmuskulatur ordentlich strapazieren und komplett zu den Klängen durchdrehen. Dabei tun auch die Solieinlagen keinen Abbruch und man lässt keine ruhenden Momente aufkommen. Bevor man zum Ende kommt serviert man uns aber noch eine letzte Triebwerkstufe und diese explodiert im besten Thrash Style. „First Strike“ brettert gleich ohne wenn und aber ab. Wobei man hier erneut eher thrashige Ufer aufsucht und uns dabei weiterhin vor sich herjagt. Durch diese Nachkorrektur kommt zwar das melodische Spiel etwas in Hintertreffen, dafür brettert man deutlich roher und brachialer daher. Es geht nicht schneller? Tja dann sollte man sich gleich „Thirst for Disaster“ zu Gemüte führen, denn diese Granate hat soviel Speed getankt das man in haarstäubender Geschwindigkeit aus den Boxen dröhnt und dadurch ordentlich aufwühlt. Kurz lässt man locker, doch gleich im Anschluss setzt man zu einem erneuten und vehementen Angriff an. Also volle Deckung oder dieser Tsunami reißt euch komplett mit. Mit ebenfalls gutem Tempo wurde „Silver Howler“ bestückt. Wenngleich man etwas mehr brettert und vor allem für mich sehr stark an gewisse Tracks von Grim Reaper erinnert. Schönster Lupenreiner American Metal wie er im Buche steht. Mit der Einleitung von „Breath of Fire“ soliert sich der Gitarrist bis zum Exzess. Sehr guter Saitenhexer der hier aufgeigt das muss man neidlos zugeben. Nach der Einleitung ist es aber dann schon vorbei mit schönen Melodien und es wird im harten Thrash Style gebolzt was die Motoren hergeben. Auch beim abschließenden „Loud into the Night“ hat zu Beginn der Axtschwinger die Zügel fest in der Hand. Im Anschluss wird ebenfalls ordentlich Stoff gegeben, wobei man aber den Thrash Metal durch typischen Old School Metal ersetzt hat. Eine Reise quer durch den Gemüsegarten wird hier geboten, welchen man im bretternden Stil beginnt und immer wieder durch einige Melodieschübe kurz abbremst.

Fazit: Gutes Old School lastiges Material irgendwo zwischen Grim Reaper meets Mercyful Fate hat man hier parat, welches man mit einigen Thrash Metal Spritzen aufgewertet hat. Kuttenträger müssen diesen Output haben und dabei bis zum Exzess abgehen. Viel Spaß damit!!!

Tracklist:

01. Fury of the Warrior 04:31
02. Metal Minds 03:08
03. Runner 04:18
04. Cosmic Hearse Driver 02:34
05. The Seer 04:27
06. First Strike 03:40
07. Thirst for Disaster 04:02
08. Silver Howler 02:37
09. Breath of Fire 03:57
10. Loud into the Night 06:11

Besetzung:

TJ LaFever (bass)
Nick Moyle (guit & voc)
Dave Patterson (drums)
T.K. Xanax (voc)

Internet:

Razor Fist @ Facebook

Razor Fist @ Myspace

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Roberthttps://www.metalunderground.at
Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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