ROPE SECT – The Great Flood

ROPE SECT - The Great Flood - album cover

Band: Rope Sect
Titel: The Great Flood
Label: Iron Bonehead
VÖ: 12/08/20
Genre: Death Rock
Bewertung: 4/5

The Great Flood“ von ROPE SECT ist vergleichbar mit dem Wechsel zwischen Manie und Depression – allerdings weniger extrem. Die Depression wird hier zum Freund und hin und wieder läuft man dem Untergang mit Freuden in die Arme.

Rope Sect umgibt etwas Dunkles, Mysteriöses. Etwas über die Personen hinter den Instrumenten und Stimmen herauszufinden, ist gar nicht so einfach. Die Band wurde in Deutschland gegründet, veröffentlichte 2017 ihre EP „Personae Ingrataeund hat weltweit Resonanz erhalten. Sie sind nicht die Art von Band, die permanent auf Tour sind oder die sich groß um Social Media-Präsenz kümmern. Das alleine spiegelt ihre Musik wieder und macht sie interessant.

Drei Jahre nach Rope Sects EP folgt nun ihr Debütalbum „The Great Flood“, das zwischen Düsternis und Heiterkeit balanciert. Das Album zeichnet sich durch einen eigenen Sound aus, den man vor unserem Jahrzehnt ansiedeln würde. Er ist abgenutzt, ohne schäbig zu klingen aber nicht klar genug, um modern und aufwändig produziert zu klingen.

Während die Musik von Tempo und Atmosphäre her meist Heiterkeit und Unbeschwertheit vermitteln, regen die Texte, sofern man etwas vom Text versteht, zum Nachdenken an. Der Gesang ist ruhig, melancholisch und eher monoton, aber ohne gefühllos zu wirken.

Obwohl man „The Great Flood“ überwiegend in die Rock und Punk-Abteilung einordnen kann, gibt es ein paar Stellen, die den dunklen Ritzen des Metal zugeordnet werden können. Ein Hauch von Black, Death, Groove und sogar Doom Metal ist dort und da wahrzunehmen und verleiht dem Ganzen noch mal eine ganz andere Note. Wer in diesem Album etwas Gothic-Atmosphäre wahrnimmt, liegt definitiv nicht falsch, aber Lieder wie „Non Serviemus“ oder „Prison of You“ zeigen, dass die Band gerne noch tiefer in den Abgrund geht.

Es mag einige Durchläufe brauchen, bis man „The Great Flood“ so weit verdaut hat, dass man sich ein klares Bild machen kann. Am Ende kristallisieren sich schließlich einige richtig gute Songs heraus mit eingängigen Strophen und Refrains, die im Gedächtnis bleiben. Ein gutes Beispiel ist „The Underground Paradise“, das sehr schöne und rockige Passagen zu bieten hat. „Non Serviemus“ ist sogar – bis auf die eine Stelle zu Beginn – komplett instrumental und ein absoluter Genuss für die Ohren. In „Eleutheria“ gibt es diese wunderschöne Gitarrenmelodie, die sich durch das gesamte Lied zieht, die es mir richtig angetan hat…

Manche Songs stechen weniger heraus, z.B. „Flood Flower“, das in den Strophen einen Tick zu melancholisch ist, obwohl der Refrain sehr eingängig ist. Insgesamt überzeugt der Titel aber weniger als manch anderer. Dasselbe trifft auf „Issohadores“ und „Dilluvian Darkness“ zu, die etwas langweilig daherkommen, wobei der letzte Titel nur bis zur Mitte, denn von da an wird ordentlich Gas gegeben – inklusive Blastbeats und einer gänsehauterregenden Abkühlung in der letzten Minute.

Fazit: „The Great Flood“ von ROPE SECT ist ein interessantes Werk für alle, die neben Metal auch gerne mal düsteren Rock hören, aber dafür nicht zu tief ins Gothic-Genre abdriften wollen.

Tracklist

01. Divide et Impera
02. Rope of the Just
03. Eleutheria
04. Prison of You
05. The Underground Paradise

06. Hiraeth
07. Flood Flower
08. Non Serviemus
09. Issohadores
10. Diluvian Darkness

Besetzung

Inmesher (Vocals)

Internet

ROPE SECT – The Great Flood CD Review

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