Band: Scarleth
Titel: The Silver Lining
Label: The Leaders Records
VÖ: 2015
Genre: Melodic Metal
Bewertung: 4.5/5
Written by: Lex

Den Sound dieser ukrainischen Band zu beschreiben ist gar nicht so einfach: Da sind zunächst (sehr gute) weibliche Vocals, die alle Zeiten mal (unnötigerweise, aber zum Glück nicht zu oft) mit männlichen Kreischvocals kombiniert werden. Klar dass ich da zunächst schändlichstes “Posercountry sucht den Super-Metalstar”-Brechmittel der Marke Amaranthe erwarte.

Zum Glück weit gefehlt, denn erstens halten sich besagte überflüssige Kreischanlagen im weiteren Verlauf deutlich in Grenzen. Zweitens stellt sich beim Weiterhören schnell heraus, dass Scarleth mitnichten irgendeine weitere x-typische Kapelle des sogenannten “Female Fronted” Metal ist (Nebenbei bemerkt ist “Female Fronted” eine der bescheuertsten Genrebezeichnungen schlechthin, es sei denn Slayer und Nightwish sind neuerdings durch die Bezeichnung “Male Guitared Metal” demselben Stil zuzuordnen): “The Silver Lining” ertrinkt mitnichten in schwülstigen Keyboard-Orgien oder Pseudo-Opernarien oder Blümchengezwitscher, driftet auch nicht in den Pop-Bereich ab, sondern vereint stilistisch so ziemlich alles melodische von power, folk, doom, gothic bis hin zu progressiven Gefilden, lässt bei aller Diversität aber ganz klar ein eigenes stimmiges Profil erkennen. Drittens verstehen die Jungs und Mädels wirklich gute Songs zu schreiben die auch kritische/leicht voreingenommene Hörer wie etwa mich interessiert bei der Stange halten.

“The Silver Lining” ist eigenständiger, überaus vielseitiger Melodic Metal auf durchgängig hohem Niveau mit einer sehr starken Sängerin und einigen Hits im Gepäck. Ich wünsche mir immer noch die gelegentlichen Kreischanlagen und “Double Memory” weg und hätte es an einigen Stellen instrumentell allgemein etwas spartanischer ausgestattet, kann aber trotzdem nur empfehlen sich Tracks wie “One Short Life” oder “Dying Alone” anzuhören.

Tracklist:

01. Night Of Lies
02. Double Memory
03. The Gates Of The Dark Sun
04. Voices
05. Dying Alone
06. One Short Life
07. Before The Night Falls
08. Pure Desire
09. Last Hope

Besetzung:

Victor Morozov (guitar)
Yana Kovalskaya (keyboards)
Oksana Element (vocals)
Igor Chumak (bass)
Philipp Kharouk (drums)

Internet:

Scarleth Website

Scarleth @ Facebook

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Wenn mir irgendwas von Manowar nicht gefällt, konsumiere ich es solange, bis ich endlich nach mehreren Durchläufen erkenne, welche Großtat die New Yorker wieder geleistet haben. Leider habe ich diese Geduld nicht bei anderen Bands, tut mir leid für euch.

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