Band: Scheepers
Titel: Scheepers
Label: Frontiers Records
VÖ: 2011
Genre: Power/Heavy Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Ralf Scheepers ist und bleibt in der deutschen Power Metal Szene ein Unikum. In der letzten Dekade sehr gut Erfolge mit Primal Fear feiernd veröffentlicht der Jung nun sein Solo Werk, welches er schlicht mit „Scheepers“ bezeichnet hat. Natürlich fragt man sich, welchen Sinn macht solch ein Solo Werk wenn Kumpel Mat Sinner (bass) mit im Boot ist. Gut dieser essenziellen Frage sollte sich der Musikliebhaber selber stellen und auch für sich entscheiden. Natürlich ist auch beim Solo Projekt von Ralf ein deutlicher Einschlag aus dem Primal Fear Lager vorhanden, jedoch erinnert mich das Machwerk nach dem ersten Durchlauf auch durchaus an die beiden Erstlingswerke von Gamma Ray und das nicht nur weil Kai Hansen hier auf dem Album mitgearbeitet hat.

„Locked in the Dungeon“ stopft man uns als Beginn des Silberlings sehr speedig in den Rachen. Zwischen sattem Priest Sound und den genannten Bandeinflüssen bekommt man eine reichhaltige Kost. Irgendwie überwiegt schlussendlich der Priest Sound deutlich mehr und somit könnte man dieses Stück als bemerkenswerte Hommage an die Helden von der Insel bezeichnen.

Rockende Nietenarmbandmusik unterbreitet man uns mit „Remission of Sin“. Streckenweise begibt man sich etwas länger, vor allem im Refrainteil ins hymnische Eck. Rhythmisch erinnert man dadurch sehr stark an Accept, was auch an den schneidenden Gitarren liegt, mit denen man einen ganzen Urwald absägt. Die melodischen Abrundungen ergänzen das Ganze recht gut und vor allem bei den Soli Frickeleien wird ein ordentliches Duell geboten.

Mit dreckigem Sound pfeffert der Schwabe, gemeinsam mit seinen Gästen nun „Cyberfreak“ dem Hörer um die Ohren. Eine steife Bangerbrise weht hier und bevor es zu einem Orkan kommt bremst man sich etwas hymnischer ab. Der geschaffene, trübe Sound passt wie die Faust aufs Auge und so setzt man durchaus neuere Maßstäbe. Auch verspieltere Sachen sind dabei, dies handelt man aber eher dezenter seitens einiger Verzerrungen ab.

Sehr epochal erschließt sich der Beginn von „The Fall“ und auf dieses begonnene Prinzip baut man etwas Scorpions lastiger auf. Vor allem die Gitarrenarbeit hat in manchen Parts diesen Wiedererkennungswert der deutschen Rocklegende. Zwischen reichhaltiger Rockklangkunst und vielen hymnischen Unterbrechungen wird ein gutes Wechselspiel geboten das ungemein ins Gehör geht.

Leicht melancholisch, mit einem schon fast gesprochenen Eingang wird „Doomsday“ begonnen und dabei unterwandert man das Ganze erneut epochaler, jedoch mit einem deutlich dunklen Einschlag. Zieht vorerst ordentlich runter, doch schon prescht man bombastischer dahin. Aha, etwas mehr in Richtung skandinavischen Gothic Metal (will die Bands hier nicht aufzählen, ihr wisst schon wer gemeint ist) geht es weiter. Nun ja kommt etwas monumentaler rüber, doch man rück alles immer wieder in eine rauere Ecke. Dennoch es überwiegt dieser hymnische – epochale Sound und die Ausläufer kommen etwas rauer rüber.

Stampfender Kraftrock steht nun als Ablöse mit „Saints of The Rock“ an. Durch die Bank hat man den Spieß umgedreht und werkelt in diesem Bereich. Doch auch sehr bemerkenswerte hymnische Anleihen mit eingearbeitet. Auch was zum Mitgrölen ist dabei und vor allem der Refrainteil ist für solche Mitsingtiraden bestens geeignet.

Nicht ganz leicht hat es sich Meister Scheepers mit dem Judas Priest Cover „Before the Dawn“ aus dem Jahr 1978 gemacht. Gelungen würde ich sagen, denn mit innovativen Gesang der bodenständigen Art überzeugt der Schwabe sehr gekonnt. Als Eigenständigkeit wurde dieser doch eher balladesken Nummer ein satter, fast streckenweise orchestraler Hintergrundsound verpasst. Schmuckes Cover das sehr gut aufzunehmen ist.

Simpler zwischen Midtempo und herzhafteren Ausbrüchen wird bei „Back on the Track“ durch gewechselt. Die kernigen Ausbrüche sind von einer soliden Banger artigen Rhythmik geprägt und werden immer wieder von Midtempo Stopps unterbrochen, wobei man auch manches Mal etwas hymnischer durchblitzt.

Rotzig und mit viel Kraft rockt nun „Dynasty“ daher. Sehr erdiger Grundsound, bei dem vor allem die Gitarrenfraktion ein Beben auf den Trommelfellen hinterlassen. Dunkel und teils sehr tiefgründiger Sound den man mit stampfenden, als auch melancholischer wirkenden Vibes in einer gelungenen Mischform zum Besten gibt.

„The Pain of the Accused“ ist die zweite Ballade, diesmal aber aus eigen stammender Feder auf dem Silberling. Sehr ruhig und beschaulich bahnt man sich den Weg und das wirkt sehr lieblich, als auch verträumt. Genüsslicher Sound den man entspannt genießen kann, doch auch epochale Kraftausbrüche sind vorhanden wo man uns binnen Sekunden wieder aus dem genießerischen Schlaf hochreißt. Diese rhythmische Umorientierung überwiegt beim längeren Mittelteil, bevor das Ende wieder deutlich gemäßigter ausklingt.

Typischer Primal Fear Sound kracht beim fetzigen „Play with the Fire” aus den Lautsprechern. Durch den Gemüsegarten hält man an dieser Linie fest und so wissen Fans der Band genau was sich erwartet. Gepfeffertes Bangerkraftfutter und dazu lässt man sich ja nicht lange bitten um zu solchen Klängen abzugehen oder? Vollkommen richtig!!!

Mit ungewöhnlicher Originalität beendet man das Album mit „Compassion“. Passt so nicht zu den restlichen Stücken auf dieser Langrille, aber der klare und warmherzige Sound ist sehr schön aufzunehmen. Balladesk? Nein nicht wirklich auch wenn man etwas einfühlsamer musiziert. Sehr spitzfindig ist dieser Southern, leicht folkige Sound im Mittelteil.

Fazit: Nun ja man fragt sich schon hat die Szene auf dieses Solo Album wirklich gewartet. Meine ehrliche Antwort, nicht wirklich. Allerdings und das muss gesagt sein das Album ist sehr gut und geht super in die Gehörmuscheln. Primal Fear Fans werden viel Gefallen an dem Album finden und sich so etwas länger die Zwischenzeit zum nächsten Release vertrösten können. Da gibt es nicht mehr viel anzumerken oder? Ja denn ein richtig gutes, kochendes Solo-Album eines hervorragenden Sängers ist es geworden.

Tracklist:

01. Locked in the Dungeon 4:08
02. Remission of Sin 4:09
03. Cyberfreak 3:45
04. The Fall 4:05
05. Doomsday 6:28
06. Saints of The Rock 4:33
07. Before the Dawn 3:07
08. Back on the Track 4:41
09. Dynasty 3:58
10. The Pain of the Accused 6:19
11. Play with the Fire 4:09
12. Compassion 3:16

Besetzung:

Mat Sinner (bass)
Ralf Scheepers (voc & keys)
Tim Ripper Owens (voc)
Magnus Karlsson (guit)
Sander Gommans (guit)
Mike Chlasciak (guit)
Alex Beyrodt (guit)
Kai Hansen (guit)
Victor Smolski (guit)
Magnus Karlsson (keys)
Snowy Shaw (drums)

Internet:

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Scheepers @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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