Band: Vinder
Titel: Vertigo
Label: Selfreleased
VÖ: 2011
Genre: Heavy/Thrash Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Die 2001 um Ex Tyran Pace/Sinner Schlagwerker Ralf Schulz gegründete Truppe Vinder steht mit dem Zweitlingswerk „Vertigo“ in den Startlöchern um die Power Metal Szene zu unterhalten. Eine Vielzahl von Power Metal Ideen hat man seit dem letzten Release zusammengetragen und das Endprodukt wird die Power Metal Fans sehr erfreuen. Nicht nur das Einflüsse aus den bereit ehemaligen Bands eingeflossen sind, nein auch eine amtliche Judas Priest Breitseite hat man eingebaut und so erschließt sich einem die Langrille als knackiger Bangerhappen par excellence.

Nach einem witzigen Klangintro legt man äußerst druckvoll bei „The Letter / Dark Horizon“ los. Obwohl man etwas rauer rüber kommt, hat man eine Vielzahl von melodischen Leckerbissen mit eingebaut. Dadurch ist ein sehr eigenständiger unbeeinflusster Sound entstanden. Rhythmisch wagt man einen Schritt ins eher verspieltere und so gibt es viele Wechsel quer durchs Stück verteilt in die man gekonnt, sachte überleitet.

Mit Wahnsinnigem Tempo und sägendem Priest Gitarrensound jagt man uns „Where Evil Dwells“ hinterher. Bangertrack der äußerst rauen Klangmarke der binnen Sekunden zum Abgehen einlädt. Durch pfiffige Ergänzungen und fast schon thrashige Abrundungen hat man einen sehr ungeschliffenen Sound gefunden der sich in den Gehörgang ordentlich einbrennt.

Zwar wird „Face In The Mirror” etwas ruhiger begonnen, doch schon bietet man uns nach dem Start einen fast schon teutonisch wirkenden Soundrhythmus. Stampfender Kraftakt der weiterhin durchaus zum geneigten Bangen einlädt. Die Melodien hat man zwar auch weiterhin beibehalten, hat diese aber merklich in den Hintergrund verbannt und dadurch ist dieser infernale – sägende Sound entstanden.

Wie eine Rakete startet man nach dem Klangintro von „In My Head“ voll durch. Was vorerst weit mehr melodisch beginnt wird nach einigen Sekunden wieder umgerüstet und man brettert wieder straighter weiter. Dabei kehrt man ins raue Soundgewässer zurück und in diesem verbleibt man und davon lässt sich die Mannschaft kaum abbringen. Nur bei einigen hymnischen Ausbrechern zeigt man sich etwas klarer, dies ändert man aber sofort wieder und galoppiert mit viel Wind im Rücken dahin.

Rollend und Messerscharf peitscht man die Hörerschaft mit „Vertigo“ aus. Das Titelstück ist ein dreckig, rollender Bangertrack mit ungeschliffenen Soundabrundungen. Auch die immer wieder eingesetzten Melodien können am Gesamterscheinungsbild kaum etwas ändern und so röhrt man weiterhin amtlich im True/Power Metal Stil weiter.

Mit „Funny Games“ donnert aus den Boxen ein etwas klareres – rockiges Stück. Dieses begonnene Konzept behält man bei und setzt uns als Ablöse einen shakigen Happen vor, dies aber immer noch mit viel Tempo, wenn auch deutlich dezimierter.

Fetzender Speedster rollt nun mit „Secret Door“ daher. Man hat auf ein Neues Blut geleckt und das bekommen unsere Ohren zu spüren, denn mit atemberaubendem Riffing brettert man teils Thrash beeinflusst, mal wieder mehr dem Power Metal zugetan dahin.

Idyllisch lässt man „Diary Of A Child” anlaufen und dabei wird es aber nicht zu balladesk. Eher hymnisch im Midtempo angesiedelt vollzieht man diesen Wechsel. Dennoch lange bleibt man auch in dieser Ecke nicht und wartet erneut mit knackigen Power Rhythmen auf. Zwischen Iced Earth und Iron Maiden angesiedelt überzeugt man an allen Fronten und solche Fusionen sind ja für den geneigten Fan Ambrosia fürs Gehör.

Bis gut zur Mitte wird bei „The Reckoning / It’s Me“ eine ruhigere Stimmung geschaffen. Ab diesem Part des Stücks drückt man aber wieder vehementer das Pedal und liefert eine stete Berg und Talfahrt ab. Auch hier lehnt man sich an die im Vorgängerstücke erwähnten Bands an. Man kopiert diese aber nicht billig, nein mit vielen eigenständigen Ergänzungen schmückt man das Ganze sehr gut aus und kann somit sehr gut überzeugen.

Fazit: Sehr gelungener, deutscher Power Metal der bestens für den Genrefan aufbereitet wurde. Wer von sich behauptet er liebe Iron Maiden, Iced Earth, aber auch straightere Power Metal Kapellen, für den ist dieser Rundling ein Antesten allemal wert.

Tracklist:

01. The Letter / Dark Horizon 08:11
02. Where Evil Dwells 05:14
03. Face In The Mirror 05:02
04. In My Head 05:03
05. Vertigo 03:08
06. Funny Games 04:00
07. Secret Door 05:02
08. Diary Of A Child 04:38
09. The Reckoning / It’s Me 07:13

Besetzung:

Ralf Schulz (drums)
Huyz (bass)
Dirk Schaeffner (voc)
Foti (guit)
Oli Kaufmann (guit)

Internet:

Vinder Website

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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