To Cast a Shadow – In Memory Of

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Band: To Cast a Shadow
Titel: In Memory Of 
Label:  Kolony Records
VÖ: 2011
Genre: Gothic Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Aus dem eisigen Norwegen stammen To Cast a Shadow und zelebrieren laut Auskunft des Labels Kolony Records Doom Metal. Gut so kann man das wohl auch stehen lassen, doch meiner Meinung nach für einen astreinen Doom werkelt die Truppe bei „In Memory of“ zu kräftig. Sicher sind Querverstrebungen des genannten Genres dabei, aber und wohlgemerkt sehr gelungen hat man dieses Grundprinzip sehr gekonnt mit guten Gothic, als auch Melodieanleihen verwässert. Dieses reichhaltige Menü dröhnt dermaßen sodass die Trommelfelle bereits beim ersten Durchlauf ordentlich vibrieren. Durch hymnische Erweiterungen und ausgeklügelte Wechsel verstehen es Gunnhild Huser (voc), Kent Helset (drums), Stian Dalslåen (bass) und Marcus Granlien (guit) uns einen gewaltigen, episch wirkenden Doom Metal zu bieten, der mit dem nordischen Klang für eine Vielzahl von Musikliebhabern geschaffen ist. Da muss man nicht unbedingt ein fanatischer Doom Verehrer sein, mit der geschaffenen Musik vermag man locker mehrere Fans zu vereinen.

Als beginnenden Appetizer legt man uns „Tormented“ vor, welches durch einen kurzen, dunklen, bedrohlichen Einstand vorgelegt wird. Der folgende, fast schon bretternde Rhythmus wurde gekonnt mit nordischen Vibes, aber auch epochalen Einschlägen bestens aufgewertet. Teils Heldenhaft, teils wieder deutlich trauriger führt man uns ein sehr geschmackvolles Wechselbad der Gefühle vor.

Etwas dunkler ausgeschmückt beginnt man „Morose“, dabei zieht man vorerst ganz schön runter, getreu dem Doom Metal Prinzip. Das man aber in dieser Ecke nicht lange bleibt ist klar und so wird auch nach einem längeren Eingang das gestartete Prinzip merklich verändert. Im hymnisch – nordischen Melodieklang begibt man sich etwas mehr in die Gothic Richtung. Sehr heroisch wirkt dadurch der Sound und erinnert mich etwas an langsamere Tracks von Glittertind. Herrlich eisig und mit vielen traurigen Soundgefühlen verpackt setzt man dadurch saubere Akzente.

Mit parallelen zur genannten Truppe nicht unähnlich werkt man mit „Nightfall“ weiter. Durch den weiblichen Gesang wirkt aber das Ganze etwas lieblicher an dieser Stelle. Der Reigen wurde vom Rhythmusprinzip etwas zäher und deutlich melancholischer ausgerichtet. Somit begibt sich die Mannschaft ins genüsslichere Eck und zu solchen Tracks lässt es sich in entspannter Lage gut genießen. Rabenschwarzer Kältepol für wankelmütige Seelen.

Sehr Viking beeinflusst stimmt man „Oceans Apart“ mit sattem – nordischem Riffing an und dadurch dürften sich vor allem Fans der Tyr Frühphase freuen. Schwerfällige Rhythmik, mit hämmernden Doom Beiklang schallen dermaßen geil das man kaum genug bekommen kann. Auch vor harschen Vocaleinsätzen schreckt man nicht zurück und meiner Meinung nach ergänzen diese barschen Kreisch Gesänge sehr gut den Grundsound hier. Gute Aufwertung kann man da nur sagen und somit führt man auf ein Neues eine sehr wechselseitige Nummer vor.

Die gemütliche, fast schon warmherzige Überleitung „Betula“ soll auf das kommende Stück vorbereiten. Etwas im Mischmasch der melancholischen Folklore hat man dies gekonnt eingespielt.

Wie ein Donnerschlag knüpft man mit „My Misery“ an. Im kraftstampfenden Rhythmus bahnen sich die Norweger den Weg. Durch leichte epochale Erweiterungen der stattlichen Art ergänzt man dies sehr gut. Auch ein härterer Beigeschmack kommt seitens des Gesangs zum Einsatz und damit komplettiert man sehr geschmackvoll das Stück.

Mit vermehrten dunklen – epochalen Soundgebilden wurde das satte Doom Stück „When You Leave The Room“ angereichert. Deutlich zäher sägt man hier den Wald nieder und dabei offeriert uns der Axtschwinger sein dreckiges Spiel. Hämmernde Beats unterbrechen kurzzeitig das Doomspiel, danach hält man an der begonnene Linie stärker fest. Lediglich im Mittelteil verabschiedet man sich deutlich mehr in Richtung flottes Gebretter und dieser Part klingt sehr verspielt.

Mehr im schmutzigen, langsamen Gothic Metal der moderneren Art wird mit „Set Afire“ weiter gemacht. Klarer klingt dadurch der Sound und auch tempomäßig drückt man etwas mehr auf die Tube.

War man noch vorhin bestrebt äußerst flott daher zu kommen, so ist die Nachfolge zu Beginn von „The Answer“ um Ecken gemütlicher ausgefallen. Sehr lieblicher Sound, den man mit traurigen, aber auch mit rauen Ecken und Kanten abgeschliffen hat. Immer mehr verabschiedet man sich vom Doom und wendet sich etwas mehr dem wankelmütigen Gothic Bereich zu. Im kraftstrotzenden Tempo wird nach dem Start weiter gemacht und dabei bewahrt man weiterhin den rauen, ungeschliffenen Sound.

An die letzte Stelle wurde das Titelstück „In Memory Of“ gestellt. Heroischer, typischer nordischer Sound der hier mit einem eisigen Wind durch die Boxen weht. Am Ende gesinnt man sich etwas mehr ins Doom Gewässer. Doch auch hier verbleibt man nicht astrein und wertet den Song durch eine Vielzahl von traurigen Melodien auf.

Fazit: Wie eingangs erwähnt das Machwerk ist für eine breite Schicht von Musikliebhabern geschaffen. Man muss nicht unbedingt ein Doom Metal Fan sein um diesen Sound zu lieben. Reichhaltige Kost die ordentlich beeindruckt.

Tracklist:

01. Tormented
02. Morose
03. Nightfall
04. Oceans Apart
05. Betula
06. My Misery
07. When You Leave The Room
08. Set Afire
09. The Answer
10. In Memory Of

Besetzung:

Gunnhild Huser (voc)
Kent Helset (drums)
Stian Dalslåen (bass)
Marcus Granlien (guit)

Internet:

To Cast A Shadow Website

To Cast A Shadow @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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