Tracklist
01. Birthing Ceremony
02. Repulsed by Your Haggard Appearance
03. Perverse Bestial Lactation
04. Horrible Cunt
05. Menstrual Marinade
06. Steeped in Fungal Discharge
07. Pools of Bile
08. Intravenous Acuphagia
09. Strong Poison
10. Molotov Cock-Tease
11. Soft Foetal Malformation
Besetzung
Jeremy McLoughlin – Guitar & Vocals
Sean Cartwright – Bass & Vocals
Matthew Newling – Drums
Sydney hat offenbar noch immer ein Herz für hässliche Geräusche. SLAUGHTERCULT gehören jedenfalls zu jener Sorte Band, die nicht lange darüber nachdenkt, ob ein Song vielleicht zu brutal, zu dreckig oder zu geschmacklos sein könnte. Seit 2022 arbeitet sich das Trio durch den australischen Underground und hat sich dabei bereits Bühnen mit Namen wie NILE, UNDEATH, GUTALAX, RIVERS OF NIHIL und CYTOTOXIN geteilt. Nach dem Debüt „Meat Head“ steht mit „Devoured By Perversion“ nun Album Nummer zwei im Schlachthaus.
Jeremy McLoughlin übernimmt Gitarre und Vocals, Sean Cartwright kümmert sich um Bass und ebenfalls um die Vocals, während Matthew Newling hinter dem Schlagzeug sitzt. Mehr braucht es nicht, um ordentlich Krach zu veranstalten.
Erst prügeln, dann fragen
Schon „Birthing Ceremony“ macht ziemlich unmissverständlich klar, was hier gespielt wird. Die Gitarren hängen tief, die Drums marschieren teilweise im Dauerfeuer und aus den Boxen kommt ein Gesang, der klingt, als hätte man einem besonders schlecht gelaunten Dämon ein Mikrofon in die Hand gedrückt.
SLAUGHTERCULT vermischen Brutal Death Metal mit Grindcore, ohne dabei ständig den technischen Maximalanspruch ausrufen zu müssen. Das Material lebt von schweren Riffs, Geschwindigkeit und diesem leicht räudigen Gefühl, das vielen modernen Produktionen inzwischen abhandengekommen ist.
„Repulsed By Your Haggard Appearance“ legt entsprechend nach, „Perverse Bestial Lactation“ schiebt noch eine Schippe Dreck hinterher. Das funktioniert vor allem deshalb, weil die Australier ihre Songs nicht mit unnötigem Gefrickel zukleistern. Hier wird geprügelt, gebremst, wieder angezogen und weitergeprügelt. Ganz einfach eigentlich.
Der gute Geschmack bleibt draußen
Auch textlich haben SLAUGHTERCULT offensichtlich keine Ambitionen, irgendjemanden zum Nachdenken über die Schönheit des Lebens zu bringen. „Horrible Cunt“, „Menstrual Marinade“ oder „Steeped In Fungal Discharge“ sind Songtitel, bei denen sich die Spreu ziemlich schnell vom Weizen trennt.
Man kann das infantiles Schockgehabe nennen. Man kann es einfach als Teil des Brutal-Death-Metal-Irrsinns akzeptieren. Die Band selbst scheint jedenfalls ziemlich genau zu wissen, welchen Film sie fährt.
Und musikalisch passt diese widerliche Attitüde durchaus. „Pools Of Bile“ arbeitet stärker mit schweren Passagen, während „Intravenous Acuphagia“ wieder ordentlich Tempo aufnimmt. Dadurch bekommt das Album etwas Luft zwischen den einzelnen Attacken. Das ist auch nötig, denn elf Songs lang Vollgas ohne irgendwelche Unterschiede würden selbst hartgesottene Hörer irgendwann mürbe machen.
Wenn Brutalität zum Brei wird
So ganz gelingt die Abwechslung allerdings nicht über die gesamte Strecke. Genau hier liegt die kleine Schwachstelle von „Devoured By Perversion“.
SLAUGHTERCULT haben zweifellos verstanden, wie Brutal Death Metal funktionieren muss. Das Problem ist eher, dass einige Songs nach mehreren Durchläufen nicht mehr ganz so deutlich auseinanderzuhalten sind. Tiefe Gitarren, Blastbeats, Growls und Breaks funktionieren wunderbar, wenn sie richtig platziert sind. Werden die Zutaten aber zu ähnlich eingesetzt, landet irgendwann alles im selben Topf.
Das Album ist dadurch keineswegs langweilig. Dafür sorgt schon die rohe Energie. Aber ein paar Songs könnten mehr Persönlichkeit vertragen. Gerade bei einer Band, die sich im internationalen Underground behaupten möchte, wird genau das irgendwann entscheidend sein.
Dreck hat seinen Charme
Was mir an „Devoured By Perversion“ trotzdem gefällt, ist die Konsequenz. SLAUGHTERCULT versuchen nicht, ihren Sound künstlich aufzupolieren oder plötzlich irgendwelche trendigen Zutaten einzubauen. Die Band bleibt bei ihrem brutalen Grundrezept und zieht das durch.
„Strong Poison“ und „Molotov Cock-Tease“ gehören dabei zu den Stücken, die ordentlich Druck entwickeln. Das Schlagzeug treibt, die Gitarren drücken von unten und die Vocals hängen irgendwo tief zwischen menschlichem Gebrüll und akustischer Körperverletzung.
„Soft Foetal Malformation“ beendet schließlich diese kleine akustische Sauerei. Nach dem letzten Ton bleibt vor allem eines hängen: SLAUGHTERCULT meinen es ernst mit ihrer Vorstellung von Brutalität.
Noch nicht ganz am Ziel
„Devoured By Perversion“ ist kein Album, das den Brutal-Death-Metal-Kosmos neu sortieren wird. Dafür fehlt es noch an einigen Stellen an markanten Ideen und vor allem an diesem eigenen Wiedererkennungsfaktor, den man nach wenigen Sekunden sofort zuordnen kann.
Aber das muss nach zwei Alben auch noch nicht zwingend der Fall sein. Die Basis stimmt. Die Band hat Energie, Erfahrung und offenbar richtig Bock darauf, ihren Sound weiter nach vorne zu treiben. Gerade live dürfte dieses Material ordentlich Wirkung entfalten.
Wer mit Brutal Death Metal und Grindcore etwas anfangen kann und sich von geschmacklosen Songtiteln nicht gleich aus der Ruhe bringen lässt, sollte SLAUGHTERCULT zumindest einmal auf die Ohren geben.
Fazit: „Devoured By Perversion“ von SLAUGHTERCULT ist roh, dreckig und stellenweise ziemlich fies.






