SPECIES – Changelings

cover artwork SPECIES Changelings

Band: SPECIES 🇵🇱
Titel: Changelings
Label: 20 Buck Spin
VÖ: 19/09/25
Genre: Technical/Progressive Thrash Metal

Bewertung:

3,5/5

Das Technical-Thrash-Metal-Trio aus Warschau, Polen, SPECIES, legt mit Changelings sein zweites Full-Length vor. Erwartet werden darf eine pure Demonstration technischer Instrumentation und insgesamt ein aggressives Erlebnis.

Komplexe, technische Instrumentierung

Rhythmus und Dynamik. Und sehr technisch. So startet das Album mit „Inspirit Creation“: Vocals im Old-School-Thrash-Metal-Stil, herausgespien, aggressiv und direkt ins Gesicht. Doch die Instrumentierung ist komplex, sehr temporeich, stark verschachtelt, mit vielen progressiven Elementen, die in den Haupt-Rhythmus eingewoben sind. Eine solide Demonstration von Virtuosität. Tempowechsel bringen fast schon einen Jazz-Abschnitt mit gezupftem Bass und einem vielschichtigen, melodischen Solo.

SPECIES wurden 2018 gegründet, das Trio spielt seitdem in unveränderter Besetzung: Piotr Drobina (ex-Better than Worse, ex-Frenatron, ex-Alkaptonuria) am Bass und Gesang, Przemysław Hampelski (Wielki Mrok, R.I.P., ex-Fiasko, ex-War Messiah) an den Drums sowie Michał Kępka (ex-Sacrofuck) an der Gitarre. Gut ausgebildete Musiker und eine solide, perfekt eingespielte Maschine.

Langsamer im Rhythmus ist „The Essence“, bei dem mehr fremde Einflüsse hörbar sind. Auch hier bringen Tempowechsel mit jedem Schritt eine neue Dynamik und eine neue Melodielinie. Immer noch technisch beeindruckend, von einer Basslinie unterstrichen und mit guten Riffs. Die Vocals tendieren stärker ins Screaming. „Waves Of Time“ beginnt wie eine Ballade mit akustischen Gitarren, die eine traurige Melodie verweben. Doch sobald die Riffs die Kontrolle übernehmen, zeigt sich ein anderes Gesicht. Vocals in sehr tiefer Tonlage ergänzen die bereits bekannten Hauptvocals, dazu gesellt sich Clean-Gesang. Schon fast zu viele Ansätze – ein eklektischer Song, der aber einige sehr gute Riffs und kurze, gelungene Melodiemomente bereithält.

Technische Brillanz, mit einer Mischung aus progressiven, thrashigen und melodischen Elementen

Die Produktion ist sehr gut, klar, jedes Instrument und die Vocals sind ausgewogen ins Gesamtbild eingebunden. So viele Stile zu mischen und innerhalb eines Songs ständig zwischen ihnen zu springen, ist keine einfache Aufgabe für die Produktion – und diese meistert sie souverän. Beeindruckender Bass, sehr klar eingefangene Gitarren. Eine besondere Erwähnung verdient das Coverartwork, das das chaotische Musikerlebnis, das einen erwartet, sehr gut widerspiegelt.

Ein echtes Schaufenster technischer Brillanz an der Gitarre eröffnet „Voyager“ – ein wirklich progressiver Song, mit Synths und sehr melodisch. Vielschichtige Klanglandschaften fügen sich zu einem kohärenten Klangbild zusammen. Ein Instrumentalstück, das es tatsächlich zu einem progressiven Stück macht. Aggressive Vocals kehren in „Born Of Stitch And Flesh“ zurück, konfrontativ und mit hohen Akzenten. Das Tempo zieht an in einem guten, rhythmischen Moment – einer der thrashigsten Songs des Albums. Doch dieser Fluss wird von einem akustischen Zwischenspiel unterbrochen, musikalisch interessant, aber im Gesamtgefüge des Songs fehl am Platz.

Das inzwischen erwartbare Rezept wird auch bei „Terror Unknown“ angewandt: Tempowechsel, eine solide Demonstration technischer Fähigkeiten, dazwischen gute Riffs und geschriene Vocals. Das Album endet mit „Biological Masterpiece“, das eine Reihe von Break-ups bereithält – als würde es nicht genügen, einfach nur die Melodielinie zu ändern. Aber wie zuvor: gute Riffs, gelungene Passagen.

Ein chaotisches Erlebnis trotz technischer Fähigkeiten

Die Musik von SPECIES ist nicht zwingend Thrash Metal, vielmehr progressiv, mit Elementen aus allen Extremen des Metal, dazu klar erkennbare Jazz-Einflüsse. Im Grunde könnte man fast jeden Stil, der technisches Können voraussetzt, in ihrer Musik finden. Dass das Ganze mehr nach Thrash klingt als nach anderem, liegt in erster Linie am sehr direkten, konfrontativen Gesang.

Doch zu viele Stile zu vereinen, ist keine einfache Aufgabe, und ständige Tempowechsel können ermüden. Keine einzige musikalische Idee einmal in kohärenter Form von Anfang bis Ende durchzuziehen, ist ebenso ein Songwriting-Problem. Zu viele Ideen in einem einzigen Stück – jede für sich genommen stark, als Passage überzeugend, zusammengefügt aber ein chaotisches Hörerlebnis. Schade, denn technisch sind SPECIES wirklich stark. Ein Übermaß an Ideen, genug für mehrere Alben, alles in einem zusammengepresst, und das Ergebnis verliert an Wirkung.

Fazit: Reich an Ideen, technisch beeindruckend, doch als Ganzes kann Changelings von SPECIES nicht überzeugen.

Tracklist

01. Inspirit Creation
02. The Essence
03. Waves Of Time
04. Voyager
05. Born Of Stitch And Flesh
06. Terror Unknown
07. Biological Masterpiece

Besetzung

Piotr Drobina – Bass, Vocals
Przemysław Hampelski – Drums, Percussion
Michał Kępka – Guitars

Internet

SPECIES – Changelings CD Review

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