ST. UNHOLYNESS – Through High Holy Haze

ST. UNHOLYNESS - Through High Holy Haze - album cover

Band: ST. UNHOLYNESS 🇩🇪
Titel: Through High Holy Haze
Label: Selfrelease
VÖ: 25/12/25
Genre: Stoner Doom Metal

Bewertung:

2,5/5

Mit »Through High Holy Haze« legt das Duo ST. UNHOLYNESS ein Album vor, das tief im klassischen Stoner-Doom verwurzelt ist und sich hörbar auf die Ursprünge des Genres beruft. Christina Earlymorn übernimmt Gitarre und Gesang, Mac Carrigan den Bass. Mehr braucht es hier nicht. Schlagzeug aus der Konserve keine Overdubs, kein Studio-Blendwerk. Stattdessen rohe Riffs, ein massiver Bass und eine Stimme, die zwischen Ritual, Blues und okkulter Beschwörung pendelt.

Reduktion als Konzept

Der Einstieg erfolgt mit dem kurzen Intro »Heaven’s Harem«, dass weniger Song als Atmosphäre ist. Nebel, Hall, eine langsame Steigerung. Man wird auf Betriebstemperatur gebracht, bevor der Titelsong »Through High Holy Haze« übernimmt. Hier zeigt sich direkt das Grundprinzip des Albums: schleppende Tempi, fuzzgetränkte Gitarren und eine klare Liebe zu SABBATH, SLEEP und frühem ELECTRIC WIZARD. Christina Earlymorns Gesang liegt meist rauchig und beschwörend über den Riffs, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Das funktioniert, wirkt gleichwohl stellenweise etwas zu kontrolliert.

Mit »Dampflok des Todes« kommt erstmals Bewegung ins Album. Der Song trägt seinen Titel nicht zufällig. Der Bass wälzt sich wie eine schwere Maschine voran, die Gitarre zieht lange Linien darüber. Die deutsche Titelwahl sorgt für Eigenständigkeit, musikalisch bleibt man dennoch auf bekanntem Terrain. Der Track lebt von seiner Monotonie, verliert dabei nahezu an Spannung, da echte Brüche oder Überraschungen ausbleiben.

Hommage statt Handschrift

Ein klarer thematischer Höhepunkt ist »Black Tooth Brothers«, eine Hommage an Dimebag Darrell und Vinnie Paul Abbott. Hier zeigen ST. UNHOLYNESS ihre Verehrung für den klassischen Heavy Metal jenseits des Doom-Kosmos. Der Song ist direkter, rockiger, approximativ hymnisch. Der Groove sitzt, der Bass ist präsent und treibend. Trotzdem bleibt hier außerdem das Gefühl, dass man die Handbremse nicht ganz löst. Die Referenzen sind deutlich, vielleicht sogar zu deutlich.

Lichtblick im Mittelteil

»Alchemist Blues« gehört zu den stärkeren Momenten der Platte. Der Song lebt von seiner bluesigen Grundstimmung und dem Zusammenspiel der beiden Instrumente. Der Bass übernimmt fast eine Leadrolle, während die Gitarre Raum lässt. Earlymorns Gesang wirkt hier freier und emotionaler, was dem Track guttut. Für einen Moment vergisst man Genregrenzen und hört einfach zu.

Mit »Hate Response« zieht das Album wieder an, zumindest vom Titel her. Musikalisch bleibt man im vertrauten Midtempo, die Riffs sind schwer, im Kontrast hierzu wenig variabel. Der Song erfüllt seinen Zweck, hinterlässt nichtsdestoweniger kaum bleibenden Eindruck. Ähnliches gilt für »Loud And Proud«. Der Titel verspricht Attitüde und Aufbegehren, musikalisch bleibt es jedoch bei solider, im Gegensatz hierzu sicherer Kost. Hier hätte man sich mehr Mut gewünscht, mehr Ecken, mehr Risiko.

Der Abschlusstrack »St. Unholyness« fasst das Album gut zusammen. Langsam, düster, rituell. Ein Song, der eher ausklingt, als abschließt. Er unterstreicht noch einmal den kompromisslosen Minimalismus des Duos, zeigt freilich auch die Grenzen dieses Ansatzes. Ohne Schlagzeug und ohne größere Dynamikwechsel fehlt es dem Finale an Wucht.

Produktionstechnisch klingt »Through High Holy Haze« erdig und authentisch. Der Sound ist warm, der Bass fett, die Gitarre angenehm dreckig. Alles sitzt dort, wo es hingehört. Gleichzeitig fehlt es dem Album an klanglicher Tiefe und Abwechslung, was über die komplette Laufzeit spürbar wird.

Schwere und Stillstand

UNHOLYNESS liefern mit ihrem Debüt ein ehrliches, handgemachtes Stoner-Doom-Album ab, das Fans des Genres zufriedenstellen dürfte. Wer Innovation, Überraschungen oder einen eigenen Twist sucht, wird hier nur punktuell fündig. Die Songs sind solide, das Konzept klar, aber der große Wiedererkennungswert stellt sich nicht dauerhaft ein.

Fazit: »Through High Holy Haze« von ST. UNHOLYNESS ist durchwachsenes, im Kontrast hierzu atmosphärisch dichtes Album, das vor allem durch seine Hommage-Elemente und die authentische Stimmung punktet.

Tracklist

01. Heaven’s Harem (Intro)
02. Through High Holy Haze
03. Dampflok des Todes
04. Black Tooth Brothers (Hommage to the Abbott Brothers Dimebag and Vinnie)
05. Alchemist Blues
06. Hate Response
07. Loud And Proud
08. St. Unholyness

 

Besetzung

Christina Earlymorn – Guitar & Vocals
Mac Carrigan – Bass

 

Internet

ST. UNHOLYNESS – Through High Holy Haze CD Review

Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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